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Corona-Impfung: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Die Impfungen gegen das Corona-Virus haben in Deutschland begonnen. Ältere Menschen haben bei der Schutzmaßnahme gegen das Virus Vorrang. Was Sie dazu wissen sollten.

von Christian Wolf, Kai Klindt und dpa, aktualisiert am 27.04.2021

Wer wird wann geimpft?

Bislang stehen Impfstoffe nur eingeschränkt zur Verfügung. Deshalb werden zunächst nur bestimmte Bevölkerungsgruppen geimpft. Zu ihnen gehören Menschen, die ein besonders hohes Risiko für schwere oder tödliche Verläufe einer COVID-19-Erkrankung haben. Die Reihenfolge der Impfungen ist in einer Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums festgelegt. Nach den Ergebnissen des sogenannten Impfgipfels von Bund und Ländern am 26. April 2021 soll die vorgegebene Reihenfolge jedoch spätestens im Juni aufgehoben werden – dann kann sich prinzipiell jeder unabhängig von seinem Risikostatus bei seinem Hausarzt oder in einem Impfzentrum um einen Termin bemühen. Stand 27. April haben knapp 24 Prozent der Bundesbürger mindestens eine Impfung erhalten.

Gruppe 1 bis Ende März:

Nach der Impf-Verordnung haben über 80-Jährige die höchste Priorität und werden zuerst geimpft. Das Gleiche gilt für Menschen in Pflegeheimen und Ärzte und Pflegekräfte. Die Impfungen sind inzwischen weitgehend abgeschlossen.

Gruppe 2 ab April:

  • An zweiter Stelle sind dann die über 70-jährigen dran, aber auch Menschen mit bestimmten Erkrankungen. Dazu gehören:
  • Demenz
  • Geistige Behinderung
  • Trisomie 21
  • Schwere psychiatrische Erkrankung (bipolare Störung, Schizophrenie, schwere Depression)
  • Nach Organtransplantationen
  • Krebs ohne gestopptes Tumorwachstum
  • Schwere chronische Lungenerkrankung (z.B. COPD)
  • Chronische Leber- oder Nierenerkrankung (z.B. Leberzirrhose)
  • Diabetes mit hohen Blutzuckerwerten
  • Fettleibigkeit mit Body-Mass-Index über 40

Die Liste ist nicht vollständig: Menschen, denen Ärzte aufgrund besonderer Umstände ein hohes Risiko bescheinigen, können ebenfalls in die Gruppe fallen. Außerdem werden bis zu zwei enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen zu Hause und Betreuer geistig Behinderter geimpft. Die Personen werden vom Betroffenen oder dem rechtlichen Vertreter bestimmt.

Gruppe 3:

In diese Gruppe fallen Menschen über 60 und Menschen mit bestimmten Erkrankungen. Dazu zählen:

  • Krebserkrankung, in Remission
  • HIV-Infektion, Autoimmunerkrankungen, Rheuma
  • Herzprobleme (z.B. Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern, koronare Herzkrankheit)
  • Schlaganfall
  • Asthma
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankung
  • Diabetes mit etwas besseren Werten
  • Fettleibigkeit mit Body-Mass-Index über 30

Außerdem dürfen zwei enge Kontaktpersonen von Menschen in dieser Gruppe geimpft werden. Wer das ist, entscheidet der Betroffene oder sein Stellvertreter. Mehr dazu, wer noch in Gruppe 3 fällt, lesen Sie hier.

Warum sollte man sich impfen lassen?

Eine Impfung gegen COVID-19 ist grundsätzlich freiwillig. Es gibt keine Impfpflicht. Experten raten aber zu einer Impfung. Denn sie trägt nicht nur zum eigenen Schutz vor schweren Erkrankungsverläufen bei. Sie hilft auch, die Pandemie einzudämmen. Und sie ermöglicht, die Kontaktbeschränkungen mittelfristig zu lockern. Dafür muss allerdings ein Großteil der Bevölkerung eine Immunität gegen das Virus entwickelt haben – also entweder die Infektion bereits überstanden haben oder geimpft sein.

Wie sicher ist die Impfung?

Um das Immunsystem gegen das Coronavirus scharf zu machen, nutzen die derzeit verwendeten Impfstoffe zum Teil neuartige Technologien. Im Zusammenhang mit dem Impfstoff von AstraZeneca beobachteten die Behörden seltene Fälle von Gerinnseln in Hirnvenen (Sinusvenenthrombose) – hauptsächlich bei Menschen unter 60. Aus diesem Grund wird der Impfstoff derzeit nur für Menschen ab 60 empfohlen. Generell gilt: Wegen der beschleunigten Zulassung der Corona-Impfstoffe sind die Erfahrungen noch zeitlich begrenzt.

Wann sind pflegende Angehörige an der Reihe?

Wird jemand aus der Risikogruppe 2 oder 3 zuhause gepflegt, können zwei enge Kontakpersonen geimpft werden - also etwa pflegende Angehörige.

Wo wird geimpft?

Bislang in erster Linie in den Hausarztpraxen und in Impfzentren, die von den  Bundesländern eingerichtet wurden. Darüber hinaus gibt es mobile Impfteams, die etwa stationäre Pflegeeinrichtungen besuchen. Die Hausärzte nehmen mit ihren Patientinnen und Patienten Kontakt auf. Auch sie halten sich an die Impf-Reihenfolge, die das Bundesgesundheitsministerium festgelegt hat.

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Hausärztinnen und Hausärzte impfen seit einigen Wochen gegen Corona. Zeigen sich hier Erfolge?

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Wie komme ich zum Impfzentrum, wenn ich nicht mobil bin?

Gesetzlich krankenversichterte Personen mit eingeschränkter Mobilität, insbesondere für Personen die laut ihrem Schwerbehindertenausweis eine außergewöhnliche Gehbehinderung haben (Kürzel aG), blind (Bl) oder hilflos (H) sind, können die Fahrt zum Impfzentrum erstattet bekommen. Das gilt auch für Personen, die Pflegegrad 4 oder 5 haben. Bei Pflegegrad 3 muss laut GKV-Spitzenverband zugleich die Mobilität dauerhaft beeinträchtigt sein.

Das gilt aber nur, wenn es vor Ort keine mobilen Impfteams, Impfbusse oder ähnliche lokale Impfangebote gibt. Der Verband betont jedoch: Die zuständige Krankenkasse entscheidet im Einzelfall, ob die Kosten erstattet werden. Sie ist dazu nicht verpflichtet. Wer die Fahrtkosten nicht von der Kasse erstattet bekommt, sollte prüfen, ob die zuständigen Landesbehörden Transportmöglichkeiten bereitstellen. In manchen Städten können Ältere oder mobil eingeschränkte Personen sich zum Beispiel gratis mit dem Taxi zum Impfzentrum und zurück fahren lassen.

Ich bin bettlägrig und kann das Haus nicht verlassen. Wie ist es mit der Impfung?

Wenden Sie sich an Ihren Hausarzt. Sofern er sich an der Impfkampagne beteiligt, kann er Ihnen den Impfstoffs im Rahmen eines Hausbesuchs verarbreichen. Ansonsten rufen Sie die kassenärztliche Corona-Hotline an: 116 117

Wie bekomme ich einen Impftermin?

Die Organisation der Impfung und die Vergabe der Impftermine liegt in den Händen der Bundesländer. Die entsprechenden Regelungen in Ihrem Bundesland finden Sie hier: https://www.116117.de/de/corona-impfung.php. In vielen Fällen laden die Bundesländer schriftlich diejenigen ein, die beim Impfen an der Reihe sind. Auch Ihr Hausarzt kann mit Ihnen einen Impftermin in der Praxis vereinbaren.

Reicht eine Impfung aus?

Nein. Damit man vor einer Ansteckung geschützt ist, muss man zwei Mal geimpft werden. Je nach Impfstoff sollte die zweite Impfung drei bis neun Wochen nach der ersten erfolgen. Der Impfstoff wird in den Muskel am Oberarm verabreicht. Einzig der Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson muss nur einmalig verimpft werden. Allerdings ist er in der EU erst seit kurzem zugelassen und wird derzeit noch nicht nach Deutschland geliefert (Stand 23.04.21).

Erklärvideo zu mRNA-Impfstoffen

Was ist mit Patienten, die eine Chemotherapie gegen Krebs bekommen?

"Sie sollten vor der Impfung mit ihrem behandelnden Azt sprechen", empfiehlt Dirk Heinrich, HNO-Arzt und Mitarbeiter eines Hamburger Impfzentrums. "Unserer Erfahrung nach raten die meisten Onkologen zu einer Impfung. Denn die Impfung richtet sich ja auch gerade an Menschen, die in einer gesundheitlich schwierigen Situation sind. Eine zusätzliche Infektion mit Corona ist gerade für diese Menschen besonders gefährlich."

Wenn jedoch die Abwehrkräfte durch eine hochdosierte Chemotherapie geschwächt sind, kann womöglich nicht geimpft werden. Darauf weist eine Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums hin. In solchen Fällen könne es sinnvoll sein, das Ansteckungsrisiko zu verringern, indem sich nahe Angehörige und Personen aus dem gleichen Haushalt impfen lassen.

Ist ein bestimmter Tageszeitpunkt für die Impfung sinnvoll? Und muss man nüchtern sein?

"Zur Impfung muss man nicht nüchtern kommen und auch der Tageszeitpunkt ist egal", sagt Dirk Heinrich. "Wichtig ist: Man sollte jeweils zwei Wochen davor und danach keine andere Impfung erhalten. Menschen, die schon einmal schwer auf eine Impfung reagiert haben oder eine Allergie mit einem anaphylaktischen Schock (eine sehr schwere Allergie-Reaktion bis hin zum Kreislaufversagen, Anmerk. d. Red.) hatten, würden wir im Moment auch nicht impfen."

Was muss man zur Impfung mitbringen?

Den Personalausweis (für den Altersnachweis), die Terminvereinbarung und den Impfpass. Wenn man keinen Impfpass hat, wird eine Ersatzbestätigung im Impfzentrum ausgestellt. Daneben sollte man seinen Medikationsplan mitbringen und auch wissen, welche Krankheiten und Allergien man hat. Die Krankenkassenkarte ist nicht erforderlich.

Achtung! Betrugsmasche
Aus mehreren Bundesländern berichtet die Polizei von Fällen, in denen Betroffene meist aus Callcentern angerufen wurden. Die Trickbetrüger geben sich als Mitarbeiter von Arztpraxen, Krankenkassen oder Pharmafirmen aus und bieten Impfstoff gegen Geld an. Besonders im Visier haben die Betrüger ältere Menschen. Wichtig zu wissen: Man muss für die Corona-Impfung nichts bezahlen! Wer einen dubiosen Anruf erhält: ohne Erklärung auflegen und die Polizei verständigen.

Wenn man nach der Impfung Beschwerden hat, an wen soll man sich wenden?

Am häufigsten treten als Nebenwirkungen leichte bis mittelstarke Schmerzen an der Einstichstelle, Erschöpfung sowie Kopfschmerzen auf, die normalerweise innerhalb von wenigen Tagen verschwinden. Hat man nach der Impfung stärkere Beschwerden, sollte man sich an seinen Hausarzt wenden.

Wenn ich geimpft bin: Wann darf ich mich wieder mit Freunden treffen?

Bei den meisten Impfstoffen, die derzeit in Deutschland zugelassen sind, benötigen Sie zwei Impfungen im Abstand von mehreren Wochen, um ausreichend geschützt zu sein. Aber auch danach gelten für Geimpfte die gleichen Auflagen zum Infektionsschutz wie für Nicht-Geimpfte – inklusive der Kontaktbeschränkungen. Ebenfalls bleiben die bekannten Regeln unabhängig von der Impfung gültig: Abstand halten, Händewaschen, Mund-Nasen-Schutz tragen und Lüften. 

Zurzeit diskutiert die Politik allerdings über Lockerungen für Menschen, die geimpft sind. So will Bayern bereits ab 28. April einen vollständigen Impfschutz mit dem Nachweis eines negativen Coronatests gleichsetzen – Geimpfte müssten sich also nicht mehr testen lassen, bevor sie beispielsweise zum Friseur gehen.


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