{{suggest}}


Corona und Krebs: Was Sie beachten sollten

Die Diagnose Krebs macht Angst, das gilt während der Coronavirus-Pandemie vielleicht noch mehr als sonst. Betroffene Patienten und Angehörige stellen sich viele Fragen. Hier finden Sie Antworten

von Raphaela Birkelbach, Dr. Katharina Kremser, aktualisiert am 10.05.2021

Sind krebskranke Patienten durch Covid-19 besonders gefährdet?

Krebspatienten gehören zu den vom Robert Koch-Institut identifizierten Risikogruppen für einen schweren Covid-19 Verlauf. Fest steht aber auch: Pauschal lässt sich die Frage nach dem Risiko nicht beantworten. Je nach Patient, Krebsart, Verlauf der Krankheit und Therapie muss man das im Einzelfall abwägen. Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie hat die Einschätzung des Robert Koch-Institutes daher etwas konkretisiert:

Ein Krebskranker gilt zum Beispiel als besonders gefährdet, wenn weitere Risikofaktoren hinzukommen. Dazu zählt etwa, wenn der Betreffende über 60 Jahre alt ist, insgesamt einen schlechten Gesundheitszustand hat, Raucher ist oder unter anderen Grunderkrankungen wie dem chronischen Lungenleiden COPD leidet. Auch die Art des Krebses und die Erkrankungssituation spielen eine Rolle. Wer unter einer aktiv fortschreitenden oder bereits metastasierten Krebserkrankung leidet, hat eine schlechtere Prognose bei einer Erkrankung an Covid-19 als jemand mit einer gut beherrschten Krebserkrankung.

Fazit: Jeder Betroffene sollte seinen behandelnden Arzt fragen, ob er ein erhöhtes Risiko trägt, welche Vorsichtsmaßnahmen er persönlich einhalten sollte und ob und wie mögliche Therapien weitergehen.

Ist es sinnvoll, anstehende Krebstherapien zu verschieben?

Das ist Abwägungssache und sollte daher mit dem behandelnden Ärzten und Ärztinnen besprochen werden. Gerade bei Krebserkrankungen mit einer hohen Heilungsrate ist es in der Regel ratsam, eine Strahlenbehandlung, Chemo- oder andere Therapie zum vereinbarten Termin durchzuführen. Oftmals ist auch zeitnahes Handeln erforderlich, um die Heilungschancen zu erhöhen. Ein Verschieben der Termine kann dann lebensbedrohlich sein.

Manchmal aber ist die akute Bedrohung durch den Tumor nicht so groß. Dann kann es im Einzelfall sinnvoll sein, die Therapie zu verschieben. Das bespricht der Arzt mit seinem Patienten.

Müssen sich auch Patienten mit einem gutartigen Tumor Sorgen machen?

Zunächst ist es wichtig zu klären, ob ein Tumor gut- oder bösartig ist. Je nach Diagnose wird der Erkrankte dann gegebenenfalls sofort behandelt. Steht sicher fest, dass der Tumor gutartig ist, und hat der Patient keine Beschwerden, lässt sich die Behandlung vielleicht hinauszögern. Das entscheidet der Arzt stets individuell gemeinsam mit dem Erkrankten. Der Patient sollte zeitnah behandelt werden, etwa durch eine Operation, wenn der Tumor Beschwerden bereitet.

Welche Schutzmaßnahmen soll der Krebskranke beachten?

Es gelten generell die Regeln, die Experten vom Robert-Koch-Institut für alle deutschen Bundesbürger aufstellen. Dazu zählen unter anderem die gründliche Händehygiene, das Einhalten eines Mindestabstands von eineinhalb bis zwei Metern zu anderen Personen und das Einschränken von Kontakten zu anderen Menschen. Überall da, wo es vorgeschrieben ist und wo sich der Mindestabstand zu anderen Menschen voraussichtlich nicht einhalten lässt, ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung oder FFP2-Maske erforderlich beziehungsweise sinnvoll.

Achtgeben müssen besonders Krebskranke, die aktuell durch den Tumor oder die Therapie unter einer schwachen Abwehr leiden. Sie sollten sich mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besprechen, was zu tun ist. Sie empfehlen den Patienten in solchen Fällen oft, sich freiwillig zu isolieren und Kontakt zu anderen Menschen zu meiden. Auch die Angehörigen sollten dem Kranken mit besonderer Vorsicht begegnen (siehe nächste Frage) und sind dann umso mehr dazu angehalten, die Hygieneregeln im Haushalt strikt einzuhalten.

Ob und wann sich krebskranke Menschen gegen Covid-19 impfen lassen können, sollten sie mit ihrem behandelnden Ärzten und Ärztinnen besprechen. Sie können auch eventuell für die Priorisierung notwendige Unterlagen zur Verfügung stellen.

Wie können Angehörige den Krebskranken unterstützen?

Sie helfen dem Patienten bereits sehr, wenn Sie sich selbst an die von den Experten empfohlenen Hygieneregeln halten. Je nach Schweregrad des Krebsleidens (vor allem bei einem geschwächten Immunsystem) kann es ratsam sein, dem Erkrankten nur mit Mund-Nasenschutz zu begegnen ­– mit ausreichendem Abstand und nur dann, wenn es zwingend erforderlich ist. Statt den Patienten zu besuchen, können Sie öfter anrufen und nach seinem Wohlergehen fragen.

Ebenso sinnvoll: für den Kranken Einkäufe oder andere Arbeiten erledigen. Bieten Sie Fahrten zum Arzt, in die Krebsambulanz oder in die Klinik an – aber nur unter Beachtung der Schutzmaßnahmen.

Schränken Sie Ihre sozialen Kontakte ebenfalls ein. Eine Quarantäne von zehn Tagen vor dem Besuch bei einer krebskranken Person kann erheblich dazu beitragen, das Risiko einer Ansteckung zu minimieren. Ein Antigen-Schnelltest vor dem Besuch kann ebenfalls eine Möglichkeit sein. Allerdings sollten auch bei einem negativem Ergebnis alle üblichen Hygiene-Maßnahmen weiter eingehalten werden.

Bei Krankheitszeichen wie Husten oder Fieber sollten Sie den Kontakt zu der krebskranken Person möglichst einschränken und unbedingt Abstand halten. Kontaktieren Sie auch unverzüglich telefonisch einen Arzt oder eine Ärztin, um zu klären, ob ein Test auf SARS-CoV-2 sinnvoll ist.

Kontaktpersonen einer pflegebedürftigen krebskranken Person können sich unter bestimmten Voraussetzungen mit erhöhter Priorität gegen Covid-19 impfen lassen.

Sollen Anschluss-Heilbehandlungen oder Reha-Maßnahmen besser verschoben werden?

Während der ersten Monate der Covid-19-Pandemie hatten viele Reha-Kliniken einen Aufnahmestopp. Die meisten nehmen inzwischen wieder neue Patienten auf. In einigen Regionen gelten aber weiterhin behördliche Aufnahmebeschränkungen.

Sprechen Sie am besten mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer Ärztin – ebenso mit Ihrer zuständigen Krankenkasse oder Rentenversicherung. Eine Anschluss-Heilbehandlung muss in der Regel zeitnah nach der Akutbehandlung erfolgen. Bei einer Rehabilitationsbehandlung nehmen Sie Kontakt mit Ihrer Krankenkasse oder Rentenversicherung auf, was diese in der Corona-Pandemie rät.

Sind Impfungen gegen Grippe und Lungenentzündung sinnvoll?

Das sollten Patienten mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besprechen.

Weitere Informationen bekommen Sie auch beim Krebsinformationsdienst.

Quellen:

DKFZ, Linktipps: Coronaimpfung bei Krebspatienten. Online: https://www.krebsinformationsdienst.de/leben/alltag/coronavirus-krebs-haeufige-fragen.php (abgerufen am 10.05.2021)

DKFZ, Corona und Krebs: Antworten auf häufig gestellte Fragen. Online: https://www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/nachrichten/2021/fk02-coronaimpfung-bei-krebspatienten.php (abgerufen am 10.05.2021)


Newsletter abonnieren

Newsletter Senioren Ratgeber

Senioren Ratgeber - Newsletter