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So bekommen Sie die Nebenhöhlen frei

Bei einer Erkältung staut sich Sekret in Nase und Nebenhöhlen. Welche Hausmittel dann helfen

von Petra Haas, 02.01.2017
Senior liegt mit Virusgrippe im Bett

Eine Nasennebenhöhlenentzündung ist oft Folge eines Schnupfens


Kopfdruck, mangelnder Geruchssinn, Abgeschlagenheit. Diese Beschwerden führen den HNO-Oberarzt Dr. Achim Beule von der Uniklinik Greifswald meist auf die richtige Spur. Gewissheit bringt ein kurzes Hineinleuchten in die Nase mit einer Minisonde. "Typisch für eine akute Entzündung der Nebenhöhlen ist Sekret, das aus den Nebenhöhlen in die Nasenhöhle tritt und dort die Belüftung und die Reinigungsfunktion behindert", so Beule.

Probleme mit den Nebenhöhlen hat etwa jeder siebte Ältere. Zunächst sollte ein HNO-Arzt die Diagnose stellen: akute oder chronische Entzündung? In hartnäckigen Fällen helfe mitunter ein kortisonhaltiges Nasenspray vom Arzt. Gegen leichte Beschwerden wirken bereits einfache Maßnahmen.

Nasenspray

Bei verstopfter Nase ist ein abschwellendes Spray oft unumgänglich. "Fragen Sie den Apotheker, welches Präparat sich für Sie eignet", rät Margit Schlenk, Apothekerin aus Nürnberg. "Es gibt neue Produkte mit Meerwasser und ätherischen Ölen, die die Nase gut belüften – sie sind für die Schleimhaut gut verträglich." Wer ein klassisches, abschwellendes Mittel anwendet, muss beachten: nicht länger als eine Woche und am besten nur abends. Moderne Sprays wirken sechs bis acht Stunden, "damit kommt man gut über die Nacht", weiß Schlenk.

Heilpflanzen

Pflanzenkombinationen aus Schlüsselblume, Holunder, Sauerampfer oder Eisenkraut lösen den Schleim. Mitunter wirken die Präparate auch vorbeugend. Cineol und Myrtol helfen, zähen Schleim zu verflüssigen. Eine Kombi aus Kapuzinerkresse und Meerrettichwurzel bekämpft zusätzlich Bakterien. Welches Mittel ist das richtige? "Vom Apotheker beraten lassen", betont Schlenk.

Arzneitee

Viel Flüssigkeit, dazu heilsame Dämpfe, die beim Schlürfen inhaliert werden. "Arzneitees mit ätherischen Ölen aus Pfefferminz, Thymian, Eukalyptus oder Fenchel wirken schleimlösend", sagt Margit Schlenk, die rät, drei Tassen täglich davon zu trinken: früh, mittags, abends.

Vernebler

Vernebler zerstäuben eine gebrauchsfertige Kochsalzlösung zu feinsten Tröpfchen. Diese helfen, strapazierte Schleimhäute zu befeuchten und festsitzendes Sekret zu verflüssigen. "Älteren, die oft gleichzeitig unter trockener Nase leiden, empfehle ich, pflegendes Panthenol mit in die Lösung hineinzugeben", sagt Schlenk. Apotheken bieten Leihgeräte an. Das Set aus Maske und Schlauch bezahlt der Kunde selbst.

Fußbad

Die durchblutungsfördernde Hitze eines zehnminütigen Fußbades regt die Durchblutung der Schleimhäute an. Dazu eine Wanne knöchelhoch mit 36° C warmem Wasser füllen. Nach und nach heißes Wasser dazugießen, bis das Thermometer 40° C anzeigt. Wer chronisch krank ist, sollte erst den Arzt fragen.

Nasendusche

Mit einer salzig-warmen Lösung die Nase spülen. Auf diese Vorbeugestrategie schwört HNO-Experte Achim Beule. "Mit einer Nasendusche wappnet man sich für die Erkältungszeit, Erreger werden einfach ausgeschwemmt." Die Anwendung, rät Beule, sollte man vorab mit dem Arzt oder Apotheker besprechen.

Margit Schlenk

Unsere Expertin:

Margit Schlenk ist Apothekerin in Nürnberg


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