Ernährung: Kraftspender bei Krankheiten

Bei der Genesung benötigt der Körper oft Unterstützung. Mit dem richtigen Essen helfen Sie ihm, nach einem Infekt wieder auf die Beine zu kommen
von Heidi Loidl, 08.12.2016

Abschmecken: Hühnersuppe gilt als ideales Erkältungsessen

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Der Infekt kommt – der Appetit geht. Das ist besonders im Alter ein großes Problem. "Nichts zu essen ist aber nicht die Lösung", warnt Professorin Dorothee Volkert, Ernährungswissenschaftlerin und Expertin für Ernährung im Alter an der Universität Erlangen-Nürnberg, "überlegen Sie lieber, worauf Sie jetzt Lust haben."

Während man früher vor allem bei Krankheiten von Magen und Darm eine Schonkost verordnete, gilt heute: Erlaubt ist, was schmeckt und vertragen wird. Je kürzer ein Essen im Magen verweilt, als umso bekömmlicher empfinden wir es. Gut kauen, denn Flüssiges und Breiiges passiert den Magen zügig. Gedünstetes ist verträglicher als Gebratenes, Reis mit Gemüse bekömmlicher als ein Stück fettes Fleisch. Vorsicht erst einmal bei scharfen Gewürzen wie Pfeffer, Curry oder Paprika! Den Magen nicht mit großen Mahlzeiten belasten, lieber öfter kleine Portionen essen.

Und nicht zuletzt: Versuchen Sie zur Ruhe zu kommen – mit Stress oder Ärger im Bauch wird das beste Essen zur Last.

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1. Was Warmes

Die heiße Hühnersuppe hat als Krankenessen Tradition. Der Dampf, der beim Schlürfen die Schleimhäute befeuchtet, die heiße Flüssigkeit überhaupt, Mineralstoffe wie Zink, vielleicht die entzündungshemmenden Stoffe, die man nachgewiesen hat, oder die Fürsorge der Köchin: Für die wohltuende Wirkung spielen wahrscheinlich verschiedene Faktoren eine Rolle. Tipp: Lassen Sie etwas Fleisch in der Suppe, es enthält gut verträgliches Eiweiß, Gemüse zusätzliche Mineralstoffe. Mit Nudeln wird die Suppe noch gehaltvoller.

 


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2. Leicht starten

Ein Infekt ist oft mit unfreiwilligem Fasten verbunden. Nach der Esspause sollten Sie so bald wie möglich wieder starten, aber vor allem nach einem Magen-Darm-Infekt der Verdauung nicht zu viel zumuten. Ideale Starter sind Zwieback, Toast oder ein Brei aus Haferflocken und Wasser. Tipp: den Speiseplan möglichst bald erweitern, sonst wird die Kost auf Dauer zu einseitig! Haferbrei kann man nach und nach "aufbauen": mit Milch oder Sahne, Banane oder anderen Früchten, Nüssen oder Mandeln.

 


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3. Wasser auffüllen

Kein Durst und gleichzeitig Fieber, Erbrechen oder Durchfall – da fehlt dem Körper schnell Flüssigkeit. Damit der Kreislauf nicht absackt, Gehirn und Organe ausreichend Nährstoffe bekommen und weil die Niere Giftstoffe nur in Wasser gelöst ausscheiden kann, ist Trinken wichtig. Besonders wohltuend sind heiße Getränke. Statt Schwarztee und Kaffee lieber Kräutertees mit Zusatzeffekt wählen: Kamille, Melisse, Pfefferminze beruhigen den Magen, Kümmel und Fenchel lindern Blähungen. Isländisch Moos ist gut bei Halsweh, Thymian löst Schleim, und Lindenblüten helfen bei Husten.

 


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4. Frisches tanken

Um richtig arbeiten zu können, braucht das Immunsystem genug Vitamine und Mineralstoffe. Viel Gemüse und Obst liefern eine gesunde Basis dafür. Außerdem hilft die grüne Kost, das Gleichgewicht der für die Abwehrkräfte wichtigen Darmbakterien zu stabilisieren. Möhren und Zucchini sind zum Einstieg verträglicher als Kohl und Lauch, gegartes Gemüse bekömmlicher als Rohkost. Zusätzliche Kalorien in Form von Butter oder Öl sind jetzt erwünscht.

 


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5. Darm beleben

Antibiotika lindern Beschwerden schnell, aber etwa jeder Vierte bekommt davon Durchfall. Joghurt kann diesen zwar nicht sicher verhindern, aber vorbeugen. Experten vermuten, dass die Joghurtbakterien die krank machenden Keime im Darm verdrängen. Die richtige Dosis sind zwei bis drei Becher am Tag. Wichtig: Die Wirkung mancher Antibiotika wird durch Milchprodukte gehemmt. Dann können Sie mit der Joghurtkur erst nach dem Therapieende beginnen.

 


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6. Viel Eiweiß

Muskeln, die beim Liegen leicht verkümmern, brauchen neben Bewegung viel Eiweiß. Sehr hochwertig ist das in Eiern. Noch wertvoller ist es kombiniert mit Kartoffeln, etwa als Frittata: Eiweißbausteine, die dem einen fehlen, liefert der andere und umgekehrt. Verteilen Sie die Eiweißquellen über den Tag: Starten Sie morgens mit Käsebrot oder Grießbrei mit Milch. Essen Sie mittags Rührei, gedünsteten Fisch oder ein Steak und abends ein Wurstbrot oder ein Glas Milch als Betthupferl. Vegetarier liegen mit Linsen & Co. richtig – ideal mit Brot oder Nudeln.



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