Sechs Alkohol-Mythen unter der Lupe

Vertragen Frauen wirklich weniger? Und hat Bier mehr Alkohol als Wein? Wir klären auf

von Heidi Loidl, 07.04.2016

Viele Menschen trinken täglich Alkohol


1. Schneller beschwipst mit Sekt?

Ja, denn in Sekt und Perlwein steckt Kohlensäure. Platzen die Bläschen im Magen, reizen sie die Wände, die dadurch stärker durchblutet werden und den Alkohol schneller aufnehmen.

2. Hat Bier mehr Alkohol als Wein?

Das Etikett verrät den Alkoholgehalt in Volumenprozent: Bier hat im Schnitt 4,8, Wein 11, Spirituosen haben 33 Prozent. Um die Alkoholmenge je 100 Milliliter Flüssigkeit in Gramm zu ermitteln, die Angabe auf dem Etikett mit 0,8 malnehmen. Als risikoarm gelten für Frauen 12, für Männer 24 Gramm pro Tag. Im Alter und bei Krankheit liegt die Grenze niedriger. Bei Medikamenteneinnahme den Arzt fragen!

3. Verhindert Essen einen Rausch?

Fettes Essen ist tatsächlich günstig: Butter, Öl und Co. werden im Dünndarm aufgespalten, ihre Einzelteile binden Alkohol und mindern so die berauschende Wirkung.

4. Macht Kaffee wieder nüchtern?

Die subjektiv empfundene Erfrischung durch Koffein oder ein kurzes Nickerchen täuscht: Männer bauen pro Stunde 0,15 Promille des Alkohols im Blut ab, Frauen 0,13. Beschleunigen lässt sich da nichts. Einige Forscher schreiben Kaffee aber eine gewisse leberschützende Wirkung zu.

5. Vertragen Frauen wirklich weniger?

Weil Alkohol sich im ganzen Körper verteilt, spüren leichtere Menschen seine Wirkung früher. Frauen erreichen schneller die Promille-Grenze als Männer, weil sie mehr Körperfett und weniger Wasser haben – und nur im Wasser verteilt sich der Alkohol. Zudem bauen sie Alkohol langsamer ab. Das heißt, seine Wirkung hält länger an. 

6. Eher betrunken mit Strohhalm?

Bereits im Mund gelangt der erste Alkohol ins Blut, aber verglichen mit dem Darm sehr wenig. Daher macht der gleiche Drink mit Halm genossen trotz der stärkeren Benetzung der Mundschleimhaut nicht schneller betrunken.


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