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Fieber: 9 wichtige Fragen und Antworten

Ab wann spricht man bei älteren Menschen von Fieber? Und warum ist die Temperatur abends höher als morgens? Wir klären auf.

von Elke Schurr, aktualisiert am 25.03.2020
Frau misst Fieber

Wer sich fiebrig fühlt, sollte die Körpertemperatur messen


1. Wozu steigt die Körpertemperatur überhaupt an?

Vergleichbar einer Heizung, die aufgedreht wird, stellt der Körper über einen zentralen Regler im Gehirn den Temperatur-Sollwert höher. So wehrt der Organismus Infekte besser ab. Zunächst drosselt der Körper dabei die Durchblutung an Beinen und Armen, damit es im Körperinneren wärmer wird – deshalb die kalten Füße und Hände. Fieber ist Abwehrarbeit auf vollen Touren.

2. Ist die Temperatur abends höher?

Im Lauf des Tages schwankt die normale Körpertemperatur leicht. Morgens ist sie rund ein Grad niedriger als abends. Auch nach Mahlzeiten oder nach Sport kann sich die Körpertemperatur ändern. Bei Fieber schwanken die Werte ebenfalls tageszeitabhängig.

3. Ab welcher Temperatur ist es Fieber?

37 °C beträgt die normale durchschnittliche Körperkerntemperatur. "Von Fieber sprechen Ärzte in der Regel ab 38 °C", sagt Dr. Sabine Gehrke-Beck vom Institut für Allgemeinmedizin der Charité Berlin, "bei Älteren aber schon ab 37,8 °C": Senioren haben von Haus aus eine niedrigere Körpertemperatur.

Körpertemperatur

4. Fieber: Erkältung oder Covid-19?

Fieber ist eine Begleiterscheinung vieler Infektionskrankheiten, etwa einer Blasen- oder Nierenentzündung, eines grippalen Infektes oder einer Lungenentzündung. Aktuell muss man bei Fieber natürlich auch an eine durch das Coronavirus hervorgerufene Lungenentzündung denken - insbesondere wenn weitere Symptome wie Atemnot auftreten und Kontakt zu einem Infizierten bestand.

Mess-Tipps bei Fieber:

  • Zur gleichen Zeit: Wenn Sie morgens, mittags und abends messen, vergleichen Sie nur die Werte der gleichen Tageszeit.
  • Am selben Ort: Sichere Ergebnisse liefern Messungen unter der Zunge oder im Ohr mit einem Spezialgerät. Am verlässlichsten ist es immer noch, im After zu messen.
  • Zweimal: Nacheinander messen. Im Zweifelsfall gilt der höhere Wert. 

5. Ist es sinnvoll, fiebersenkende Medikamente einzunehmen?

Fieber beschleunigt die Infektabwehr. Das ist im Grunde gut und Sinn der hohen Temperatur. "Trotzdem belastet Fieber den Kreislauf", warnt Gehrke-Beck. Herzkranke sollten es deshalb sofort senken, etwa mit Paracetamol. Bei ansonsten gesunden Menschen reicht es, ab 39 °C gegenzusteuern."

6. Wann ist einfach abwarten erlaubt?

Im Normalfall gilt: "Nur bei denjenigen, die ansonsten gesund sind und keine Herzerkrankungen haben", warnt die Berliner Allgemeinmedizinerin Gehrke-Beck, "und wenn klar ist, dass das Fieber eine Erkältung begleitet. Dann können Sie ein bis zwei Tage abwarten, bevor Sie den Arzt zurate ziehen." Achtung: Da Fieber derzeit aber auch auf eine Coronavirus-Infektion hindeuten könnte, sollten Sie Ihren Hausarzt zu Rate ziehen und ihn sicherheitshalber anrufen.

7. Wann sollte man sofort den Arzt kontaktieren?

Ihnen ist nicht klar, woher das Fieber kommt? Sie hatten eine Herzklappen-Operation oder leiden bereits unter einer Lungenerkrankung oder Sie fürchten, sich mit dem Corona-Virus angesteckt zu haben? Dann sollten Sie möglichst sofort Ihren Arzt kontaktieren. Um andere Menschen vor einer Ansteckung zu schützen, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt anrufen und nicht ohne Termin in die Praxis gehen. 

8. Wie ist es mit Sport?

Die erste Regel lautet: schonen. Also kein Sport, keine schweren Belastungen. Am besten sich zu Hause hinlegen, warm einpacken und ruhen. Denken Sie daran, genügend zu trinken, Wasser oder warmen Tee.

9. Je höher das Fieber, desto schlimmer?

Wie ein Infekt abgewehrt wird, ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Deshalb ist Fieber nicht das einzige Warnsignal. Wie hoch das Thermometer klettert, ist manchmal weniger bedeutend als die Frage, wie Sie sich fühlen, ob Sie Luft bekommen. Selbst wer kein Fieber hat, sich aber elend fühlt, sollte zum Arzt!


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