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Acht Irrtümer über Fuß- und Nagelpilz

Bei einer Pilzerkrankung ist Geduld gefragt. Wie Sie am besten vorgehen und vermeiden, sich immer wieder anzustecken

von Elke Schurr, aktualisiert am 24.03.2017
Paar liegt mit gut gepflegten Füßen im Bett

Füße gesund? Jeder Dritte leidet an Fußpilz


Knapp ein Fünftel aller Deutschen leiden an einem Nagelpilz, beim Fußpilz ist es sogar etwa jeder Dritte. Eine Erkrankung, die viele nicht so richtig ernst nehmen und die deshalb auch häufig bleibt. Das muss nicht sein. "Mit viel Geduld und Beharrlichkeit werden Sie den Pilz wieder los", betont Professor Martin Schaller von der Universitäts-Hautklinik Tübingen, "vorausgesetzt, Sie vermeiden ein paar Fehler."

Irrtum 1: Fußpilz bekommt nur, wer schon krank ist

Stimmt nicht ganz. Oft sorgen zwar Grunderkrankungen wie Diabetes, eine chronische Venenschwäche oder Fußfehlstellungen dafür, dass die Füße weniger gut durchblutet sind. Wenn die Haut rissig und verhornt ist, haben Pilzerreger leichtes Spiel. Aber auch an sich gesunde Menschen können sich infizieren. Bei älteren Menschen liegt es in der Regel an ihrem mit den Jahren schwächer werdenden Immunsystem.

Irrtum 2: Schuld ist mangelnde Hygiene

Pilzerkrankungen haben mit allgemeiner Körperhygiene nichts zu tun. Umgekehrt lässt sich die Ansteckungsgefahr durch ein paar Hygienetipps aber gezielt senken: Pilze mögen feuchtes Klima. Zehenzwischenräume deshalb trocken halten, nach dem Duschen am besten mit einem weichen Tuch trocken tupfen.

Cremen Sie Ihre Füße regelmäßig ein, und vermeiden Sie rissige Haut. Halten Sie Ihre Fußnägel immer kurz. Bevorzugen Sie an den Füßen atmungsaktive Materialien, zum Beispiel Baumwolle. Wechseln Sie häufig Ihre Schuhe, damit das benutzte Paar immer gut durchtrocknen kann. Auch hier gilt: Atmungsaktives Material wählen. Luftundurchlässige Turnschuhe fördern das Schwitzen und damit den Pilz.

Irrtum 3: Holt man sich immer im Schwimmbad

Zugegeben, überall dort, wo Menschen barfuß unterwegs sind, in Bädern und Gemeinschaftsduschen, droht Ansteckung. Aber es kann auch zu Hause passieren, etwa über die gemeinsame Wäsche. Socken und Handtücher des Pilzträgers deshalb separat bei mindestens 60 Grad waschen. Den Badezimmerteppich vorsorglich wegräumen – und gar nicht barfuß laufen. Wer einen Pilz hat, sollte sich zudem ein eigenes Pediküre-Set anschaffen, die Feilspäne nicht im Bad verteilen und die Fliesen nach der Pediküre am besten desinfizieren.

Irrtum 4: Fußpilz erkennt man sofort

Nicht unbedingt. Fußpilz zeigt sich manchmal nur mit weißlichen Schuppen oder Bläschen. Und eine Schuppenflechte am Nagel kann einem Pilz ähneln. Damit die Behandlung anschlägt, sollte ein Fachmann die Erkrankung zweifelsfrei identifizieren. Gehen Sie so bald wie möglich zu einem Hautarzt, der die Diagnose sichert. Das ist entscheidend für die richtige Therapie.

Irrtum 5: Fußpilz ist ansteckend, Nagelpilz nicht

Doch. Beide Formen werden von den gleichen Fadenpilzen ausgelöst. Meist beginnt die Erkrankung als Fußpilz zwischen dem vierten und fünften Zeh. Wenn das jedoch nicht ausreichend behandelt wird, kann die Erkrankung auf die Fußsohle, dann auf den Nagel übergehen.

Irrtum 6: Rezeptfreie Mittel reichen

Meist nicht. Gehen Sie zum Arzt! Bei einem Fußpilz wird Ihr Haut- oder Hausarzt in der Regel zunächst örtlich aufzutragende Salben, Gels oder Sprays verordnen. Gegen Nagelpilz gibt es wirkstoffhaltige Lacke oder Tinkturen, mit denen Sie den infizierten Nagel regelmäßig einpinseln. Bevor Sie das Mittel einmal wöchentlich, je nach Produkt manchmal auch täglich auftragen, ist es wichtig, erkranktes Nagelgewebe abzutragen: entweder mit einer Feile oder Sie lassen es durch eine professionelle Fußpflege abschleifen. Erst wenn Lacke und Tinkturen nichts ausrichten, kann der Arzt Tabletten verordnen. Antimykotika zum Einnehmen sind vor allem dann nötig, wenn schon mehr als die Hälfte eines Nagels infiziert ist oder gleich mehrere Nägel befallen sind. Die verschreibungspflichtigen Präparate helfen sowohl gegen Fußpilz als auch gegen hartnäckigen Nagelpilz.

Irrtum 7: Beschwerden weg, Pilz weg

Eben nicht. Fußpilz überlebt viele Monate. Die Fadenpilze bilden widerstandsfähige Sporen, die sehr lange überleben können. Als Pilzfäden ausgekeimt, dringen sie in die Haut ein – dort ernähren sie sich von Keratin, einem Eiweiß, das in der Haut vorkommt. Setzen Sie also die Behandlung fort, selbst wenn die typischen Beschwerden wie Juckreiz oder Schuppen bereits verschwunden sind. Die Tablettenbehandlung dauert beim Fußpilz mindestens vier Wochen. Parallel dazu sollten Sie aber die Salbe oder das Spray über mehrere Wochen weiter auftragen.

Irrtum 8: Nagelpilz heilt von allein

Leider selten. Ohne Therapie verschwindet der Pilz nicht. Dabei erzielt die Tablettenbehandlung meist bessere Ergebnisse als die komplizierte Lackbehandlung. Geduld braucht der Patient in jedem Fall. Bis zu ein Jahr, manchmal sogar länger dauert es, bis sich ein neuer, gesunder Nagel nach vorn schiebt und den befallenen Nagel verdrängt. Je älter der Patient, desto länger braucht der Körper dafür. Voraussetzung ist allerdings, dass der Nagel überhaupt noch wächst.


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