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Diese Gesundheitsbegriffe führen in die Irre

Schaufensterkrankheit, Verstopfung, Blutarmut: Bei diesen Wörtern glaubt man sofort zu wissen, was im Körper gerade schief läuft. Zu Unrecht. Wir klären sechs Irrtümer auf

von Heidi Loidl, 21.06.2017
Frau beim Einkaufen

Schaufensterkrankheit: Was verbirgt sich hinter diesem Ausdruck?


1. Entschlacken

So denkt man: Auch im Stoffwechsel des Menschen entstehen schädliche Rückstände, die man von Zeit zu Zeit durch  Fasten entfernen sollte.

So ist es: Bisher konnte kein Wissenschaftler benennen, wo im Körper diese "Schlacken" sitzen und woraus sie bestehen sollen.

2. Schaufensterkrankheit

So denkt man: Die Kauflust ist bei Betroffenen so übermächtig, dass es schon krankhaft ist.

So ist es: Mit Shoppen hat das rein gar nichts zu tun. Vielmehr handelt es sich um eine Durchblutungsstörung insbesondere der Beine. Die Folge sind Schmerzen beim Gehen und Treppensteigen, die im Stehen rasch nachlassen. Betroffene gehen von Schaufenster zu Schaufenster, um unauffällig eine Pause einzulegen.

3. Blutarmut

So denkt man: Bei Menschen mit Blutarmut kursieren im Gefäßsystem aus irgendeinem Grund weniger als die normalen fünf bis sechs Liter Blut.

So ist es: Die Patienten haben nicht weniger Blut. Ihnen fehlt es aber an dem Blutfarbstoff Hämoglobin und an roten Blutkörperchen. Weil diese den Sauerstoff in die Organe und die Haut transportieren, äußert sich ein Mangel als Blässe, Müdigkeit und Leistungsschwäche.

4. Verstopfung

So denkt man: Es gibt kein Vor oder Zurück, weil sich das Essen im Darm querlegt.

So ist es: Ursache ist sehr oft ein Darm, der zu langsam arbeitet. Experten sprechen dann lieber von "Darmträgheit". Deren Folge: Man geht weniger als dreimal in der Woche zur Toilette, setzt harten oder klumpigen Stuhl ab und quält sich dabei. Dass der Darm tatsächlich "verstopft", kommt äußerst selten vor; dann gesellen sich meist noch weitere Symptome dazu.

5. Blutverdünner

So denkt man: Das Medikament verwässert das Blut.

So ist es: Ein Medikament zum Einnehmen bremst die Blutgerinnung und hält so das Blut flüssig. Der Herzspezialist Professor Thomas Meinertz von der Deutschen Herzstiftung hat den Begriff aus seinem Wortschatz gestrichen, besser findet er "Gerinnungshemmer".

6. Blasenschwäche

So denkt man: Das kleine Urinsammelorgan ist schlapp und schafft es nicht, dicht zu halten. Deshalb geht ungewollt Harn ab.

So ist es: Ursache des Urinverlusts ist nicht die Blase, sondern meist eine schwache Beckenbodenmuskulatur. Die Beckenbodentherapeutin Eva Wilpert spricht lieber von Harninkontinenz, "weil das die Krankheit wertfrei beschreibt".


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