Matratze, Lattenrost: Darauf kommt es an

Höheres Bett, Lattenrost mit Fernbedienung, hochwertige Matratze: Von welcher Schlafzimmer-Ausstattung gerade Ältere profitieren
von Petra Haas, 30.11.2017

Eine hochwertige Matratze kann den Schlafkomfort erhöhen

istock/IPG/Gutenberg UK LTD

1. Kissen verschlanken

Ein gutes Kissen füllt den Raum zwischen Kopf und Schulter so aus, dass die Halswirbelsäule in jeder Liegeposition gut entspannen kann. Experten raten zur Halbgröße 40 x 80 cm. Bei quadratischen Kopfkissen liegt oft die Schulter darauf und kann nicht tief genug in die Matratze einsinken.

2. Nach Maß füllen

Neben den Klassikern Enten- und Gänsefedern sind auch Hohlfasern, Schaumstoffflocken oder Schafschurwolle beliebt. Testen Sie ausgiebig! Gute Geschäfte bieten Probekissen für daheim an und befüllen das Wunschkissen grammweise. Wer ein Nackenstützkissen favorisiert, sollte ein eher weiches und in der Höhe variables Modell wählen.

3. Beraten lassen

Bett zu niedrig, Lattenrost verschlissen? Nutzen Sie die Beratungskompetenz eines Fachgeschäfts vor Ort. Mit einem Fragebogen machen sich Mitarbeiter ein erstes Bild davon, welche Bedürfnisse Sie haben. Manche bieten an, die Schlafsituation zu Hause kostenlos und unverbindlich zu begutachten – und geben Tipps, welche Dinge Sie verändern können. Ist das Bettgestell zu niedrig, helfen oft höher angebrachte Beschläge. Mehr Komfort bringt ein elektrisch verstellbarer Lattenrost mit Fernbedienung. Neue Matratze? Falls die Unterlage doch etwas zu hart oder weich sein sollte, bieten gute Fachgeschäfte die Möglichkeit, den Matratzenkern zu tauschen.

4. Wärme drosseln

Wer in den Wintermonaten clever heizt, schläft besser. 16 bis 18 Grad gelten im Schlafzimmer als ideal. Am besten eine Stunde vor dem Zubettgehen den Thermostat zurückdrehen – automatisch erledigt das ein programmierbarer Regler.

5. Auf Punktelastizität achten

Wenig Kraft, Schmerzen in Knie oder Hüfte? Bei Untergewicht oder körperlichen Einschränkungen fällt nicht nur das Hinsetzen und Aufstehen schwer – auch das nächtliche Umdrehen wird mühsam. Tipp: eine etwas härtere Matratze wählen, die dafür an Hüfte und Schulter gut nachgibt. Diese Eigenschaft heißt Punktelastizität. Wie gut die Matratze darin ist, kann man selbst testen. Mit der gespreizten Hand und mäßigem Druck auf die Unterlage drücken. Sie sollte an diesen Stellen nachgeben.

6. Qualität erkennen

Ärgerlich, wenn eine Matratze bereits nach kurzer Zeit eine Kuhle bildet. Experten-Tipp: Achten Sie auf die RG-Angabe auf dem Etikett! Das Raumgewicht, kurz RG, gibt an, wie viel Kilogramm Rohmasse in einem Kubikmeter Schaumstoff aufgeschäumt wurden. Je höher das Raumgewicht, desto schwerer der Schaumstoff und umso höher die Elastizität und Langlebigkeit der Matratze. Gute Qualität bekommt man ab einem Raumgewicht von 50. Alle zehn Jahre sollte eine Matratze erneuert werden. Bis dahin hat sie Tausende Liter Flüssigkeit aufgenommen und an Elastizität sowie Stützkraft verloren

7. Mit System liegen

Wer eine komplett neue Schlafstätte sucht, sollte nach einem Seniorenbett fragen. Eine Bettoberkante von mindestens 45 Zentimetern Höhe schont beim Aufstehen Kraft und Gelenke. Randverstärkte Matratzen erleichtern das Aufstehen und mindern die Gefahr, nachts aus dem Bett zu fallen. Auf Tastendruck bewegt ein Motor den Lattenrost behutsam in ergonomisch sinnvolle Positionen. Manche Betten bieten eine Höhenverstellung. Andere kann man wahlweise als Doppel- oder Einzelbett stellen. Je nach Ausstattung muss man für ein Seniorenbett ab etwa 1500 Euro rechnen.

8. Auf Hygiene achten

Morgens das Schlafzimmer gut durchlüften, Kissen aufschütteln, Decke zurückschlagen. Matratzenbezüge etwa dreimal pro Jahr bei 60 Grad reinigen. Praktisch sind zwei Reißverschlüsse, so lassen sich Matratzenober- und -unterseite selbst in kleineren Haushaltstrommeln waschen. Schutz vor Feuchtigkeit bieten atmungsaktive Schonbezüge aus Molton.

9. Probe liegen

Prinzipiell gilt beim Matratzenkauf: viel Zeit einplanen und – Probe liegen, am besten zu einer wenig für Einkäufe genutzten Zeit am Vormittag.

  • Kaltschaum­matratzen bieten eine hohe Elastizität und eine gute Haltbarkeit. Sie eignen sich für Menschen, die eher frieren, weil der Schaum die Wärme gut speichern kann.
  • Latexmatratzen bestehen oft aus einem Mix aus synthetischem Material und Naturlatex. Sie sind sehr punktelastisch und insgesamt fester als Kaltschaummatratzen. Nachteil: ihr höheres Gewicht. Senioren tun sich eher schwer, sie zu wenden. 
  • Federkernmatratze: Wer viel schwitzt, liegt auf ihr am besten. Sie transportiert die Feuchtigkeit besser als etwa eine wärme­speichernde Latexmatratze. Auch wer eine Schlafstelle mit Bettkasten hat, ist mit einer Federkernmatratze gut beraten. Manche eignen sich aber nur bedingt für einen verstellbaren Lattenrost.

Fachliche Beratung: Robert Bauernfeind, Berni Zauner, Fachverkäufer für Seniorenbetten und Matratzen in Fürth und Bad Reichenhall


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