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Matratze, Lattenrost: Darauf kommt es an

Höheres Bett, Lattenrost mit Fernbedienung, hochwertige Matratze: Von welcher Schlafzimmer-Ausstattung gerade Ältere profitieren

von Petra Haas, aktualisiert am 05.02.2020
Schlafende Frau

Eine hochwertige Matratze kann den Schlafkomfort erhöhen


1. Richtig anordnen

Das Bett steht idealerweise mit dem Kopfteil an einer Wand und ist von beiden Seiten gut erreichbar. Das erleichtert das Aufstehen, das Bettenbeziehen und Staubsaugen. Auch wer einen Rollator nutzt, tut sich so leichter. Auf einem Nacht­kästchen auf Matratzenhöhe finden Dinge wie Lesebrille, Bücher oder die Arzneibox Platz. Eine hohe Kante verhindert, dass sie herunterfallen. Ein Lichtschalter sollte sich mühelos im Liegen erreichen lassen. Alternativ kann man am Kopfteil eine dimmbare Bettleuchte oder am Rahmen eine Unterbettleuchte mit Bewegungssensor anbringen.

2. Höher betten

Hinlegen, aufstehen: Besitzt ein Bett die passende Sitz­höhe, spart das Kraft und schont die Gelenke. Die Höhe stimmt, wenn man vorne an der Bettkante sitzt, die Vorderfüße am Boden leicht aufliegen und der Innen­winkel der Kniegelenke etwas mehr als 90 Grad beträgt. Die Bettkante darf sich nicht in die Oberschenkelrückseite bohren. Ein Ehepaar mit unterschiedlicher Körpergröße braucht also jeweils andere Höhen. Ein neues, hohes Bettgestell ist dafür nicht un­bedingt ­nötig: Oft lassen sich die alten Bettfüße gegen höhere austauschen, oder der Schreiner kann die Beschläge versetzen. Es gibt nachrüstbare Sockel. Manche entscheiden sich für eine neue Matratze, die das Niveau auf die passende Sitzhöhe anhebt.

3. Komfortabel verstellen

In Sitzposition bequem fernsehen oder lesen. Bei Rückenschmerzen den Fuß- und Kniebereich höher stellen. Mit ­einem motorisch verstellbaren Latten­rost klappen diese Änderungen stufenlos per Knopfdruck. Solche Lattenroste lassen sich meist problemlos nachkaufen. Hochwertige sind leise und besitzen mehrere Motoren, über die Kopf-, Oberkörper-, Knie- und Fersenbereich einzeln angesteuert werden können. Ein verlängerter Rückenteil sowie ein Knie-Knick sorgen für ergonomisches Liegen. Hochwertige Pflegerahmen, die nicht von der Kasse bezahlt werden, besitzen eine Aufstehhilfe und einen Hebelift, mit dem sich die Liegefläche hochfahren lässt.

Extra-Tipp: Regelmäßig die Matratze wenden? Bei modernen, hochwertigen Unterlagen kann man sich das sparen, denn sie bilden in der Regel keinerlei Kuhlen mehr.

4. Beraten lassen

Bett zu niedrig, Lattenrost verschlissen? Nutzen Sie die Kompetenz eines Fachgeschäfts – ein gutes Haus legt Wert auf Terminvereinbarung, damit Sie sich in Ruhe beraten lassen können. Mit einem Fragebogen machen sich Mitarbeiter ein erstes Bild davon, welche Bedürfnisse Sie haben. Prinzipiell gilt beim Matratzenkauf: viel Zeit einplanen und – Probe liegen, am besten zu einer wenig für Einkäufe genutzten Zeit am Vormittag.

  • Kaltschaum­matratzen bieten eine hohe Elastizität und eine gute Haltbarkeit. Sie eignen sich für Menschen, die eher frieren, weil der Schaum die Wärme gut speichern kann.
  • Latexmatratzen bestehen oft aus einem Mix aus synthetischem Material und Naturlatex. Sie sind sehr punktelastisch und insgesamt fester als Kaltschaummatratzen. Nachteil: ihr höheres Gewicht. Senioren tun sich eher schwer, sie zu wenden.
  • Federkernmatratze: Wer viel schwitzt, liegt auf ihr am besten. Sie transportiert die Feuchtigkeit besser als etwa eine wärme­speichernde Latexmatratze. Auch wer eine Schlafstelle mit Bettkasten hat, ist mit einer Federkernmatratze gut beraten. Manche eignen sich aber nur bedingt für einen verstellbaren Lattenrost.

Manche Fachberater bieten an, die Schlafsituation zu Hause kostenlos und unverbindlich zu begutachten – und geben Tipps, welche Dinge Sie verändern können. Nach Bestellung wird geliefert, das alte Bettgestell bei Eignung umgebaut oder ein geeigneter Schreiner vermittelt. Meist nehmen die Mitarbeiter Altware und Verpackung gleich mit. Falls die Unterlage doch etwas zu hart oder weich sein sollte, bieten manche Fachgeschäfte die Möglichkeit, den Matratzenkern zu tauschen.

5. Auf Punktelastizität achten

Schultern, Gesäß: Wenn eine Matratze überall dort nachgibt, wo sich Körper­teile in die Unterlage drücken, spricht man von Punktelastizität. Unterschiedliche Zonen machen bei einer Matratze also durchaus Sinn. Vor dem Kauf ausgiebig Probe liegen und vergleichen, dazu die Jacke ausziehen. Generell gilt: Die Matratze muss zum Körpergewicht passen und sollte gerade für Ältere nicht zu schwer sein. Schultern und Gesäß müssen gut einsinken, der Lenden­bereich sollte so gestützt werden, dass die Wirbelsäule schön entspannen kann. Praktisch sind Matratzen, bei ­denen sich zum Reinigen die Ober- und Unterseite separat abnehmen lässt.

6. Wärme drosseln

Wer in den Wintermonaten clever heizt, schläft besser. 16 bis 18 Grad gelten im Schlafzimmer als ideal. Am besten eine Stunde vor dem Zubettgehen den Thermostat zurückdrehen – automatisch erledigt das ein programmierbarer Regler.

7. Schmales Kissen wählen

Ein gutes Kissen füllt den Raum zwischen Kopf und Schulter so aus, dass die Halswirbelsäule in jeder Liegeposition gut entspannen kann. Experten raten zur Halbgröße 40 x 80 cm. Die Schulter liegt dann auf der Matratze – und nicht wie beim quadra­tischen Format mit auf dem Kissen. In der Seitenlage muss der Kopf so gestützt werden, dass er mit der Wirbelsäule eine gerade Linie bildet, vom Hals bis zum Becken. In der Rückenlage darf er weder abgeknickt noch überstreckt sein. Ob man richtig liegt, kann nur eine zweite Person beurteilen. Ein gutes Kopfkissen bietet zudem konstant dieselbe Höhe. Daunen als Füll­material machen wenig Sinn, sie besitzen keine Stützkraft. Gut ­eignen sich Gänse- und Enten­federn – aus Tierschutzgründen sollten Käufer auf das RDS-Siegel ("Responsible Down Standard") achten. Wer das Kissen oft waschen will, greift zu pflegeleichten Fasern oder Viscoschaum. Lieber ein Nackenstützkissen? Testen.

Extra-Tipp: Flexibler Lattenrost? Wer beim Lakenwechsel Kopf- und Fußteil gleichzeitig hochstellt, tut sich leichter.

8. Waschen und schützen

Rund einen halben Liter Feuchtigkeit verliert der Körper nachts – das meiste über die Haut. Deshalb morgens die Bettdecke zurückschlagen, Kissen aufstellen. Zimmer so lange durchlüften, bis der Beschlag auf den Fensterinnenseiten komplett verschwunden ist. Außerdem:

  • Bettwäsche aus atmungsaktiven, leicht waschbaren Materialien wie Baumwolle, Feinbiber oder Jersey wählen.
  • Mindestens alle vier Wochen die Bettbezüge und das Betttuch bei 40 Grad mit Vollwasch- mittel waschen.
  • Kissen und Zudecken gehören einmal pro Jahr in die Wäsche bzw. Reinigung.
  • Matratzenschonbezug kaufen, er schützt vor Nässe sowie Verunreinigung und lässtsich bei 60 bis 90 Grad waschen. Atmungsaktiv und weich ist etwa Naturgewebe wie Molton. Bei Blasenschwäche ist eine Polyurethan-Beschichtung sinnvoll.
  • Bettgestell einmal pro Woche mit einem feuchten Lappen abwischen.
  • Alle vier Wochen die Matratzenoberfläche mit dem Staubsauger bei geringer Saugstärke reinigen.
  • Hausstauballergie? Der Arzt kann bei nachgewiesener Allergie milbendichte Bezüge fürs Bettzeug verschreiben.
  • Matratze nach 8 bis 10 Jahren erneuern. Früher, wenn sie etwa müffelt.

Extra-Tipp: Mit einem modernen Doppelbett, das sich bei Bedarf in zwei Einzelbetten trennen lässt, ist man flexibler und kann trotzdem im selben Raum schlafen.

9. Optimale Position wählen

Chronisch krank? Wer auf der Seite schläft, entlastet möglicherweise das Herz. Refluxbetroffene, Schnarcher oder Menschen mit Atemwegs­erkrankungen tun sich oft mit etwas erhöhtem Oberkörper leichter. Ein aufgestelltes Fußteil ­dagegen begünstigt den Blutrückfluss und kann Druck von der Blase nehmen. Schlafmediziner empfehlen, vorab mit dem Hausarzt zu reden: Welche Position ist sinnvoll, und auf welche Weise erhöht man etwa den Oberkörper?

Extra-Tipp: Wenn der Lattenrost sich nicht verstellen lässt, kann man Hilfsmittel nutzen, etwa Keilkissen und Venenkissen zum Hochlagern der Beine. Shirts mit ­Schaumstoffeinsatz helfen, wenn man sich die Rückenlage abtrainieren will.

Fachliche Beratung:

Bjoern Steinbrink, Schlafberater, Wuppertal

Erich M. Rieder, Schlafberater, München

Schlafmediziner Dr. Marcus Schweitzer, Deggendorf


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