Rauchmelder: "Kleine Lebensretter"

Rauchmelder schlagen bei einem Brand Alarm und sind gar nicht so schwer zu montieren. Ein Gespräch mit Carsten Wege vom Bundesverband Brandschutz-Fachbetriebe
von Petra Haas, 04.12.2017

Carsten Wege ist Geschäftsführer vom Bundesverband Brandschutz-Fachbetriebe

W&B/Andreas Müller

Herr Wege, der Einbau von Rauchmeldern in Wohnungen und Häusern ist mittlerweile in fast allen Bundesländern geregelt. Warum?

Seit der Einführung der ersten Rauchwarnmelderpflicht im Jahr 2003 in Rheinland-Pfalz ist die Zahl der Brandtoten und Brandverletzten zurückgegangen. Moderne Geräte erkennen frühzeitig feinste Rauchpartikel und warnen mit einem lauten, schrillen Ton. Wertvolle Zeit, sich und andere in Sicherheit zu bringen.

Brandtote sind Rauchtote?

Ja, zwei Drittel aller Betroffenen werden nachts im Schlaf davon überrascht. Das größte Risiko sind die Rauchgase. Bereits wenige Atemzüge können bewusstlos machen.

Wo müssen Rauchmelder hin?

In alle Schlafräume, in den Flur und ins Treppenhaus. Wir empfehlen, zusätzlich einen Melder im Wohnzimmer sowie in Aufenthaltsräumen wie etwa Hobbykellern anzubringen. Funkvernetzte Geräte sind prima für große Wohnungen oder Häuser. Brennt es im Keller, werden Schlafende in den oberen Geschossen dadurch frühzeitig alarmiert.

Manchen stören beim Einschlafen die blinkenden LEDs.

Damit zeigt ein Gerät an, dass es funktionstüchtig ist. Es gibt mittlerweile Rauchmelder, die ohne dieses störende Blinken auskommen.

Gibt es Geräte für Schwerhörige?

Ja, Melder für Hörgeschädigte oder Gehörlose geben bei einem Brand grelle Lichtblitze ab. Manche haben ein zusätzliches Vibrationskissen, das man unter das Kopfkissen legt. Einige gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür, am besten vorab nachfragen.

Ist das Anbringen kompliziert?

Nein, das kann jeder, der mit Schrauben, Dübeln oder Klebepads zurechtkommt. Die Geräte waagrecht und mittig an der Zimmerdecke befestigen, zur Not den Fachmann fragen. Praktisch sind Melder mit Lithium-Langzeitbatterien, die circa zehn Jahre halten.

Was ist die häufigste Ursache für einen Zimmerbrand?

Oft ist eine fehlerhafte oder überlastete Elektrik schuld. Ob Heizdecke oder Wasserkocher: Geräte mit beschädigtem Kabel oder Wackelkontakt deshalb austauschen. Kerzen nie unbeaufsichtigt brennen lassen – daran sollte man gerade in der Adventszeit denken. Und sind bei Lichterketten die Isolierungen brüchig oder wurde schon daran herumgebastelt, besser weg damit!

Für wen sind zusätzliche CO-Melder sinnvoll?

Das Gas CO, also Kohlenmonoxid, ist giftig, aber unsichtbar und geruchlos, das macht es so gefährlich. Es kann aufgrund blockierter Kamine oder defekter Abluftanlagen entstehen. Ratsam ist ein CO-Melder in Räumen mit Ofen, Durchlauferhitzer, Gastherme oder Gasherd.

Was tun, wenn es brennt?

Man muss sich und Mitbewohner an einen sicheren Ort bringen, das kann der Garten oder die Hofeinfahrt sein. Dann die 112 verständigen. Gut ist, wenn man sich vorher schon mal in Ruhe mit den Fluchtwegen vertraut gemacht hat. 

Was wird oft falsch gemacht?

Wenn möglich, nicht in die oberen Stockwerke flüchten. Rauch zieht nach oben. Niemals zurück in die Wohnung laufen, um Papiere zu retten. Für Dokumente gibt es feuerfeste Boxen.


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