Übungen gegen akute Schmerzen

Verkrampfte Muskeln, abgenutzte Gelenke? Was hinter akuten Schmerzen an Nacken, Knie und Rücken steckt – und was Sie selbst tun können
von Petra Haas, 16.05.2017

Verspannungen lassen sich oft mit einfachen Übungen lösen

W&B/Marcel Weber

Millionen Deutsche werden von Zeit zu Zeit von akuten Schmerzen überrascht – ob Kopf, Schulter oder Knie. So klagen nach einer repräsentativen Umfrage der GfK im Auftrag des Senioren Ratgeber drei Viertel der Älteren ab und zu über Rückenschmerzen.

Akute Beschwerden: Tupfen, dehnen, loslassen

Oft ist es Verschleiß, der im Lauf des Lebens etwa dem Knorpel im Knie oder den Sehnen an der Schulter zu schaffen macht. Starke Verspannung oder mangelnde körperliche Aktivität steckt am häufigsten dahinter, wenn der Rücken zwickt. Dem Kopf wiederum setzt eine Daueranspannung durch Ängste und Sorgen zu.

Wer gezielte Strategien zur Hand hat, kommt damit besser klar. Ein paar Tupfer verdünntes Minzöl gegen den Kopfdruck auf die Stirn reiben. Bei Kreuzweh den Rücken dehnen, so wie man es in der Turnstunde gelernt hat. Sich nach einem anstrengenden Tag Zeit nehmen für eine Entspannungstechnik.

Aktiv werden gegen Schmerzen

Die Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie Dr. Heike Mentrup vom Ärztezentrum Tegernsee ermutigt Ältere in der Sprechstunde, "Schmerzen nicht einfach auszuhalten, sondern gerade dann aktiv zu werden". In der Regel seien Selbsthilfestrategien bei Beschwerden bekannter Herkunft eine sehr gute Wahl. Dazu gehören auch die kleinen Lockerungs- und Dehnübungen, die die Münchner Sportwissenschaftlerin Carolin Heilmann für den Senioren Ratgeber entwickelt hat.

Super für zwischendurch, sooft es einem guttut. Ob Erste Hilfe bei akutem Schmerz oder vorbeugende Therapie: Lesen Sie, was sich bei typischen Problemen bewährt hat – und warum ältere Menschen auch bei rezeptfreien Schmerzmitteln Vorsicht walten lassen und den Rat ihres Arztes oder Apothekers einholen sollten.

Woher kommt der Schmerz?

Um die Beschwerden wirksam lindern zu können, sollte die Ursache gerade bei älteren Patienten ärztlich abgeklärt sein. Bei ungewöhnlich starken, neu auftretenden oder sich verschlechternden Beschwerden unbedingt erst zum Arzt gehen!


W&B/Marcel Weber

Schultern kreisen

So geht’s: Fingerspitzen auf die Schultern legen und die Ellenbogen groß kreisen lassen. Erst vorwärts und dann rückwärts.

Was noch guttut: Entzündungshemmende Salbe, schmerzstillendes Gel? Apotheker fragen. Manchen tut im Akutfall Wärme, anderen eher ein Kältepad gut – ausprobieren.

 


W&B/Marcel Weber

Kopf entlasten

So geht’s: Finger an den Hinterkopf legen. Dann Kopf mit leichtem Zug behutsam nach vorne führen.

Was noch guttut: Stress abbauen! Regelmäßige Bewegung an frischer Luft, Entspannungsverfahren ausprobieren, sich ab und an eine Rückenmassage gönnen. Im Akutfall Stirn mit Minzöl betupfen. Genug trinken!

 


W&B/Marcel Weber

Knie lockern

So geht’s: Auf eine Stufe stellen. Gewicht auf ein Bein verlagern und das andere Bein locker nach vor und zurück baumeln lassen. Dann Seite wechseln.

Was noch guttut: Bewegen ohne belasten, etwa Radfahren in der Ebene mit niedrigen Gängen oder Training auf dem Ergometer. Gutes, dämpfendes Schuhwerk. Übungen, die die Beinmuskulatur stärken und die Kniescheibe zentrieren. Beim Bergwandern hinauf gehen, hinab besser die Seilbahn nehmen.

 


W&B/Marcel Weber

Nacken dehnen

So geht’s: Kopf behutsam zur Seite neigen. Die Gegenhand zieht zum Boden. Dann die andere Seite.

Was noch guttut: Wärme hilft, die verspannte Nackenmuskulatur zu lockern. Prima für unterwegs sind spezielle Wärmeauflagen für den Nacken aus der Apotheke.

 


Was dem Rücken noch guttut: Wärme, schmerzstillende Salbe, leichte Gymnastik. Langfristig ist eine individuelle Therapie nötig, etwa Physiotherapie und gezielte Kräftigung der Muskulatur.


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