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Weißer Hautkrebs: So erkennen Sie ihn rechtzeitig

Auch kleine, nicht abheilende Krusten sollte der Hautarzt abklären. Wer zur Früherkennung geht, muss keine Angst vor der Diagnose haben, sagt Haut-Expertin Dr. Anja Gesierich im Interview.

von Orla Finegan, 27.07.2020

Dr. Anja Gesierich ist Oberärtzin am Hautkrebszentrum der Uniklinik Würzburg.

Ein Knubbel, eine Warze, eine Narbe – wie erkenne ich, ob eine Hautveränderung bedenklich ist?

Dr. Anja Gesierich: Wenn die Hautveränderung neu ist, wächst, juckt oder blutet, sollte man sie abklären lassen. Im Laufe des ­Lebens treten bei den meisten Menschen harmlose Alterserscheinungen wie Alterswarzen auf. Nicht jede verdächtige Stelle ist gleich Hautkrebs, aber im Alter sollte man trotzdem daran denken.

Ist eine raue Hautstelle auch schon verdächtig?

Eine Krebsvorstufe, die aktinische ­Keratose, zeigt sich als raue, gerötete Stelle. Fährt man mit den Fingern über die Haut, fühlt es sich an wie Schmirgelpapier. Daraus kann ein richtiges Karzinom entstehen.

Wie wird weißer Hautkrebs behandelt?

Die Vorstufen können mit speziellen Cremes, Lösungen, Licht- oder Laser­­therapie behandelt werden. Muss operiert werden, reicht oft eine lokale Betäubung.

Ich muss für die Behandlung nicht ins Krankenhaus?

Kleine Veränderungen kann der Hautarzt ambulant operieren. Wenn der Hautkrebs größer ist oder an einer schwierig zu operierenden Stelle liegt, wie etwa nah am Auge, wird der Patient an eine Klinik überwiesen.

Folgt auf weißen Hautkrebs der schwarze?

Nein, schwarzer Hautkrebs entsteht aus anderen Zellen. Beim weißen Hautkrebs unterscheidet man zwei Arten: Das Basalzellkarzinom macht etwa drei Viertel der Fälle aus und bildet keine Metastasen. Aber es wächst in die Tiefe und kann den Muskel und Knochen unter der Haut zerstören. Das Plattenepithelkarzinom dagegen kann streuen. Beide Arten sollten in einem frühen Stadium vollständig entfernt werden.

 

Wie schnell kann weißer Hautkrebs wachsen?

Er wächst sehr langsam, man merkt es fast gar nicht.

Reicht es, wenn der Hautarzt erst in drei Monaten einen Termin freihat?

In der Regel reicht das aus, ja. Wenn man aber in kurzer Zeit eine Veränderung bemerkt, die einen beunruhigt, sollte man Druck machen oder auch den Hausarzt daraufschauen lassen. Es gibt ja auch an­dere, aggressive Tumore.

Dr. Anja Gesierich

Wie kann ich mich schützen?

Sehr wichtig ist ein UV-Schutz mit mindestens Lichtschutzfaktor 30. Wer schon Vorstufen hatte, sollte zu Sonnencreme mit Faktor 50 greifen. Die Schäden sammeln sich zwar im Lauf des Lebens an – aber auch im Alter lohnt sich der Schutz.

Gibt es noch andere Risikogruppen?

Ja, wer viel Zeit im Freien verbracht hat oder ein heller Hauttyp ist. Aber auch Menschen nach einer Organtransplantation oder mit einer hämatologischen Grund­erkrankung wie Leukämie.


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