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Schöne, volle Haare

Haarausfall!? Mit der Zeit werden die Haare immer weniger und dünner. Wie sie mehr Fülle und Glanz erhalten

von Cornelia Menner, Claudia Röttger, 16.09.2019
Graue Haare

Was oft dahintersteckt, wenn sich das Haar lichtet

1. Informationen im Erbgut

Während Männer Geheimratsecken oder eine Glatze am Hinterkopf bekommen, klagen betroffene Frauen über schüttereres Haar, besonders im Scheitel­bereich und an den Seiten. Die Ursache sind unsere Gene. Unter dem Einfluss körpereigener Hormone stellen die Haarwurzeln allmählich ihre Arbeit ein.

2. Krankheiten

Ein Mangel an Nährstoffen wie Eisen, Zink, Vitamin A, B oder C, Stress, eine kranke Schilddrüse, Diabetes und andere Stoffwechselleiden können den Schopf lichten. Auch nach einer Grippe oder beim Saisonwechsel von Winter auf Sommer oder umgekehrt lässt die Haardichte oft vorüber­gehend nach.

3. Fehlgeleitete Abwehr

Am Kopf entwickeln sich in kurzer Zeit wie aus­gestanzt wirkende kahle Stellen? Der Grund kann eine Autoimmunerkrankung sein. Dabei greift das körpereigene Abwehr­system die Haarwurzeln an. An dieser sogenannten Alopecia areata erkranken hauptsächlich Kinder und junge Erwachsene.

Täglich 100 weniger? Ganz normal!

Jedes Haar durchläuft einen Zyklus. Irgendwann hört es auf zu wachsen und fällt aus. Das ist ganz normal. Wie viele Haare wir täglich verlieren? Bis zu 100, doch die Zahl schwankt bei jedem. Mit den Jahren lichtet sich unser Schopf ohnehin und bekommt eine feinere Struktur. Doch wenn Haare büschelweise in der Bürste oder im Duschbecken bleiben und der Scheitel sichtbar ausdünnt, ist Ursachenforschung angesagt.

Wie der Arzt nachforscht

1. Patientengespräch

Wenn der Haarausfall den normalen Schwund übersteigt, ist der Gang zum Hausarzt auf jeden Fall sinnvoll. Den Arztbesuch nicht zu lange hinauszögern! "Sind die Haarwurzeln noch intakt, kann man das Wachstum schneller und ­effektiver beeinflussen", sagt Dr. Christian Merkel, Dermatologe und Haarspezialist aus München. Im Gespräch fragt der Arzt etwa nach Vorerkran­kungen, anderen Beschwerden und Medikamenten, die der Patient regelmäßig einnimmt.

2. Blutcheck

Die Untersuchung kann Aufschluss geben über eventuelle gesundheitliche Probleme wie einen Nährstoffmangel oder eine Funktionsstörung der Schilddrüse. Bei Bedarf folgt darauf eine Überweisung zu einem entsprechenden Spezialisten, der die eigent­liche Ursache für den Haarausfall behandelt.

3. Kopfhaut-Analyse

Zum Check beim Hautarzt gehört ein Blick auf die Kopfhaut. Sie versorgt unter anderem die Haarwurzeln. "Ist sie zu trocken oder schuppig, kann das zu Haarausfall führen", weiß Dermatologe Merkel. Trockene Luft, eine Klimaanlage, auch ein stark entfettendes Shampoo kommen als Ursache infrage. "Manchmal reicht schon ein Schuppen-Shampoo, um die Kopfhaut klarzukriegen", so Merkel. Deutlich aufwendiger und mit größeren Risiken verbunden sind Mikroinjektionen in die Kopfhaut, etwa mit Eigenblut oder Stammzellen, um das Haarwachstum anzuregen. Sie gehören aber zu den IGeL-Leistungen, die der Patient selbst bezahlen muss.

Täglich bürsten!

Der sanfte Druck der Borsten fördert die Durch­blutung der Kopfhaut. Die Bürstenstriche verteilen auch den Talg von der Kopfhaut in die trockeneren Längen und bringen mehr Glanz ins Haar. Besonders schonend sind Naturborsten. Wichtig: nicht reißen, vor allem in nassem Haar!

An Sonnenschutz denken!

Sonnenstrahlen dringen bis zur Kopfhaut. Wer einen lichten Scheitel hat, sollte sich deshalb besonders in Acht nehmen. Eine Kopf­bedeckung und ein Lichtschutzspray mit chemischen Filtern schützen Haut und Haare vor aggressiven UV-Strahlen. Gerade Menschen mit grauen oder weißen Haaren sollten da­rauf achten. "Silberfarbigem Haar fehlen schützende Pigmente", erklärt Hautarzt Dr. Merkel. Die unschöne Folge: raue, matte Strähnen, die leicht verfilzen. "Wer auf Lichtschutz achtet, beugt Haut- und Haarschäden vor."

Haare waschen: So ist es richtig

  • Mildes Shampoo verwenden, das für trockene und empfindliche Kopfhaut gedacht ist
  • Haare erst anfeuchten, dann einmal eine kleine Portion Shampoo einmassieren
  • Shampooreste gut ausspülen, am besten mit lauwarmem Wasser.Wenn man denkt, es reicht, noch einmal langsam von 20 bis 0 rückwärts zählen. Das ist wichtig, um die Kopfhaut sauber zu halten
  • Nur mit geringer Hitze föhnen; so oft es geht, lufttrocknen
  • Nach jedem Waschen eine Spülung? Besser ist alle zwei, drei Wochen eine Feuchtigkeitskur, die die Haare elastisch hält
  • Täglich Haarspray oder -gel verwenden? Gerade dünnere Haare verkleben dann leicht. Weniger ist da mehr

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