Hyaluronsäure: Polsterstoff für die Haut

Wundermittel Hyaluronsäure? Sieben Fakten über den Schönmacher

von Annett Zündorf , 27.07.2018
Seniorin

1. Hyaluronsäure steckt überall in unserem Körper.

Zum Beispiel in Augen, Gelenken und vor allem im Bindegewebe. Würde man alles zusammen auf eine Waage legen, käme man auf etwa 15 Gramm.

2. Hyaluronsäure bindet Wasser.

Und zwar das 6000-fache ihres eigenen Gewichts. "Deshalb ist Hyaluronsäure wichtig für die Spannkraft der Haut", erklärt Apothekerin Christiane Prüfer aus Ilmenau. Und da steckt auch gleich das Problem: Das riesige Molekül Hyaluronsäure wird ständig abgebaut und muss immer wieder neu gebildet werden. Leider lässt die Produktion bereits ab dem zarten Alter von 25 Jahren nach. Zu wenig Hyaluronsäure bedeutet zu wenig gebundenes Wasser – und das wiederum bedeutet, dass die Haut sich in Falten legt. 

3. Früher wurde Hyaluronsäure aus Hahnenkämmen gewonnen.

Jetzt lässt sie sich biotechno­logisch herstellen. "Die indus­triell hergestellte Hyaluronsäure ist der körpereigenen komplett identisch", erläutert Apothekerin Prüfer. Um dennoch allergische Hautreaktionen zu vermeiden, rät die Expertin, darauf zu achten, welche weiteren Stoffe in Cremes mit Hyaluronsäure enthalten sind.

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4. Hyaluronsäure besteht aus vielen Bauteilen.

Hersteller von Kosmetikprodukten zerlegen das große Molekül deshalb in kleine Teile, die in die Haut eindringen können. "In den tieferen Schichten wirken die Bruchstücke langfristiger", sagt Prüfer. Das Problem: Die meisten Hersteller kennzeichnen nicht, 
ob kurz- oder langkettige Stücke der Hyaluronsäure in ihrer Creme stecken. Der Ausweg: Lassen Sie sich vom Apotheker beraten.

5. Der Feuchtigkeitsbinder steckt in Cremes, Ampullen und Augenpflegeprodukten.

Häufig wird er mit anderen Feuchthaltefak­toren wie Harnstoff kombiniert. In Anti-Aging-Produkten wirkt er oft gemeinsam mit Vitaminen und Q10. Bewährt hat sich auch die Kombination mit Kollagen und Elastin. Sie bilden ein Gerüst, in das sich die Hyaluronsäure einlagert.

6. Die Haut fühlt sich nach der Anwendung frischer, feuchter und glatter an.

Nach spätestens 24 Stunden ist die aufgetragene Menge jedoch abgebaut. Und dann sind auch kleinere Falten wieder stärker zu sehen. "Die Wirkung der Hyaluronsäure sehe ich sofort. Aber nur für eine bestimmte Zeit. Deshalb ist die regelmäßige Anwendung wichtig", rät Apothekerin Prüfer.

7. Auch in der ästhetischen Dermatologie kommt der Polsterstoff zum Einsatz.

Für einen nachhaltigen Effekt muss er aber regelmäßig neu gespritzt werden. Die dickflüssigen Filler für die Nasolabialfalte zwischen Nase und Mund halten etwa zwei Jahre, die dünnflüssigeren für die Lippen sechs bis neun Monate. "Der Abbau ist ein Vorteil", erklärt Professor Christian Raulin, Dermatologe aus Karlsruhe. "Mit regelmäßigem Spritzen können wir immer die richtige Menge an die richtige Stelle bringen."

Doch auch wenn die Hyaluronsäure vom Schönheitschirurgen der körpereigenen sehr ähnelt, wird eine fremde Substanz in den Körper eingespritzt. Jeder Eingriff birgt Risiken. So können etwa Infektionen oder allergische Reaktionen auftreten. 

 


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