Tipps für eine jüngere Haut

Wer sich um reife Haut richtig kümmert, wird mit einem frischeren Teint belohnt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Hautpflege im Alter
von Petra Haas, 13.02.2017

Reife Haut neigt zu Trockenhaut und benötigt deswegen etwas Extra-Pflege

W&B/Forster & Martin

Weshalb braucht reife Haut spezielle Pflege?

Sie stellt höhere Ansprüche. Reife Haut enthält weniger Fett, weniger Elastine und kollagene Fasern. Dadurch wird sie trockener, dünner, schlaffer und neigt leichter zu Rötungen. Zudem kann ältere Haut sich weniger gut regenerieren als in jungen Jahren.

Was kann Anti-Aging-Pflege?

Mit einem Plus an Feuchtigkeit, Lipiden und aufbauenden Wirkstoffen wie Vitaminen kann gezielte Pflege der Haut das geben, was ihr fehlt. Hyaluronsäure etwa mildert Fältchen. Der Apotheker vor Ort berät Sie professionell und kostenlos.

Wie viele Cremes braucht die Haut?

Selbst anspruchslose, unkomplizierte Haut braucht wenigstens zwei: Die Tagescreme spendet in erster Linie Feuchtigkeit und schützt die Haut etwa vor Austrocknung durch Heizungsluft. Die mit einem höheren Fettanteil angereicherte Nachtcreme unterstützt dagegen Rege­­nerationsprozesse.

Raue Lippen, was nun?

Lippen besitzen keine Talgdrüsen, sie sind Wetterkapriolen besonders stark ausgesetzt. Vor spröden Lippen schützt ein Pflegestift. Es gibt 2-in-1-Lippenstifte, die im Inneren einen Kern aus entzündungshemmendem Panthenol bereithalten.

Was ist an Crememasken besonders?

Reste dieser Masken werden nach der Einwirkzeit nicht mit Wasser abgewaschen, was der Haut wieder Feuchtigkeit entziehen würde, sondern mit Wattepads sanft entfernt. Wirkstoffe in Crememasken sind zudem gut an die Bedürfnisse trockener Haut angepasst. Sie enthalten Öle aus Mandel, Avocado oder Jojoba sowie hautähnliche Lipide. Experten raten zweimal wöchentlich dazu, am besten abends.

Wann ist ein Sonnen-Kälteschutz nötig?

Ein langer Spaziergang bei eisigem Wind und Sonne? Dann ist eine solche Kombi-Creme ideal, denn sie hüllt die Haut schützend ein. Im Gebirge sollte der Lichtschutzfaktor 30 betragen.

Wie schminkt man sich jünger?

1. Gesicht mit einer milden Emulsion reinigen.


2. Augencreme auftragen – oder gleich die Tagescreme.


3. Augenschatten, rote Äderchen? Concealer mit Fingerkuppen einklopfen, Ränder verblenden.


4. Dünn Make-up für trockene Haut auftupfen und mit Kosmetikpinsel verteilen.


5. Danach individuell schminken.


Auf welche Stoffe sollte man besser verzichten?

Bestimmte Konservierungsstoffe stehen im Verdacht, den Hormonhaushalt zu beeinflussen. Immer mehr Hersteller setzen alternativ auf ätherische Öle oder auf Cremes im luftdichten Spender – das hält Keime fern. Fragen Sie danach.

Ist Naturkosmetik besser?

Keine Tierversuche, pflanzliche Rohstoffe. Jede dritte Frau ab 65 entscheidet sich dafür. Doch hinter den Siegeln stecken unterschiedliche Ansätze. Welche Vorteile Naturprodukte haben, weiß der Apotheker.

Wie werden raue Hände zart?

Lang anhaltend pflegen Intensiv-Handcremes mit Glycerin, Harnstoff sowie mit Ölen aus Macadamianuss und Karitébutter. Zum Händewaschen ein Syndet verwenden. Draußen Handschuhe gegen die Kälte tragen.

Braucht das Dekolleté besondere Pflege?

Ja, aber keine spezielle. Ob Nachtcreme oder Crememaske – Hals und Dekolleté in die tägliche Gesichtspflege mit einbeziehen. Beim Eincremen stets von unten nach oben streichen. Bei Trockenheitsfältchen haben sich Zubereitungen mit nährenden Wirkstoffen wie Nachtkerzenöl bewährt. Einmal pro Monat kann ein mildes Peeling sinnvoll sein.

Sind Augencremes nötig?

Die extrem dünne Haut um die Augen ist ein Sensibelchen. Gute Augencremes ziehen rasch in die Haut ein. Sie enthalten keine Duft- oder Farbstoffe, die die Schleimhäute leicht irritieren. Wirkstoff-Formeln aus Hyaluronsäure, Glycerin, Bisabolol und Vitamin E spenden extra Feuchtigkeit gegen Fältchen.

Kann man Altersflecken wegcremen?

Wirkstoffe wie Vitamin C, B-Resorcinol oder Tyrosinasehemmer können die übermäßige Produktion des hauteigenen Melanins eindämmen, das die Flecken verursacht. Leichte Fruchtsäuren bleichen Flecken sanft. Fragen Sie vor Gebrauch den Apotheker, was es zu beachten gibt. Wichtig es etwa, das jeweilige Produkt regelmäßig anzuwenden und betroffene Hautstellen vor übermäßiger Sonne zu schützen. Zuvor sollte ein Dermatologe bestätigen, dass die Altersflecken ein harmloses Zeichen der Hautalterung sind.

Wasser und Seife zum Reinigen?

Wie ein Film legen sich tagsüber Staub, Schmutz und Schweiß, nachts Talge auf der Haut ab. Zweimal pro Tag sollte das Gesicht gereinigt werden. Doch nicht mit Wasser und Seife. Jeder Wasserkontakt entzieht der Haut Feuchtigkeit. Seifen und andere alkalische Produkte zerstören die Hautschutzbarriere über viele Stunden. Sanft zu Leibe rückt man diesem Film mit einer milden, rückfettenden Reinigungsmilch speziell für trockene Haut. Die Emulsion anschließend sanft mit Wattepads abnehmen.

Warum zur Beratung in die Apotheke?

Wie viel Hyaluronsäure steckt in dem Serum? Wer übersetzt die Inhaltsstoffe? Immer mehr Apotheker und PTAs sind Profis in Sachen Hautpflege. Zudem ist ein Großteil der Apothekenkosmetik auf Hautprobleme zugeschnitten. Vor allem Ältere nutzen solche Vorteile. Danach hat jede vierte 70-jährige Frau in den vergangenen drei Monaten ihre Gesichtspflegeprodukte in der Apotheke gekauft, ergab eine GfK-Umfrage im Auftrag des Senioren Ratgeber.

Was heißt dermatologisch getestet?

Das Siegel ist auf vielen Kosmetikprodukten abgebildet. Bevor etwa eine Creme in den Handel kommt, lassen Hersteller Tests zur Hautverträglichkeit durchführen. Festgelegte Standards hierfür fehlen jedoch, deshalb ist das Siegel wenig aussagekräftig und ersetzt keineswegs eine Beratung.

Wie findet der Apotheker die passenden Pflegeprodukte?

Welche Pflege benutzen Sie bisher, wie zufrieden sind Sie damit? Spannt die Haut tagsüber? Wie reinigen Sie Ihre Haut? Bio, Duft, Allergien, worauf achten Sie? Der Profi stellt viele Fragen. Auch zu gesundheitlichen Aspekten. Viele Produkte kann man gleich vor Ort testen. Oft entscheiden ganz subjektive Dinge, etwa ob die Creme angenehm riecht. Tipp: Nach einer Probe fragen, die man in Ruhe zu Hause ausprobieren kann.

Sind Ampullen ihr Geld wert?

Ob Algenextrakt, Weinrauke oder Squalan: Seren und Ampullen enthalten Anti-Aging-Wirkstoffe oft höher konzentriert als Cremes, was ihren relativ hohen Preis erklärt. Doch welcher Wirkstoff hält sein Versprechen, wie viel steckt drin? Der Apotheker weiß Rat.

Gibt es Nachhilfe beim Schminken?

Kaschieren, aber nicht abdecken. Trockene Haut so zu schminken, dass sie ebenmäßig, aber keineswegs maskenhaft erscheint, dafür sind die richtigen Produkte und Handgriffe nötig. Apotheken machen fit darin: Fragen Sie nach Hautaktionstagen, manche bieten Kosmetikbehandlungen.

Große Poren: Was hilft?

40 Prozent der 60- bis 69-Jährigen klagen darüber, so das Ergebnis einer GfK-Umfrage des Senioren Ratgeber. Fragen Sie nach Pflegeprodukten mit geringem Fruchtsäureanteil oder sanften Peelings mit Enzympräparaten, die das Hautbild verfeinern können.

Muss gute Pflege teuer sein?

Nein. Apothekenkosmetik bietet die gesamte Bandbreite – von einer hochwertigen Basispflege bis hin zu Produkten speziell für die empfindliche oder erkrankte Haut.

Fachliche Beratung:

Verena Bauer, Fach-PTA für Dermopharmazie aus Bad Reichenhall; Christine Radke, Ausbilderin zur Fach-PTA für Dermopharmazie; Birgit Sterns, Apothekerin aus Holzkirchen


Lesen Sie auch:

Seniorin mit Altersflecken im Gesicht

Das hilft gegen Altersflecken »

Viele ältere Menschen empfinden Altersflecken als störend. Aber sind sie auch gefährlich? Und wie lassen sie sich behandeln und entfernen? »

ReadSpeaker

So lassen Sie sich unsere Artikel vorlesen  »

Seniorin am Laptop

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Jetzt schon Lebkuchen kaufen?

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages