{{suggest}}


Organe: Es geht auch ohne Blinddarm oder Gallenblase

Ohne Blinddarm leben viele. Aber was, wenn die Gallenblase oder die Schilddrüse entfernt werden muss?

von Elke Schurr, 21.01.2019
Computertomographie

Die Schilddrüse:

Was macht sie? Ihre Hormone beeinflussen wichtige Körperfunktionen wie Herzschlag, Blutdruck, Darmbewegung und viele Stoffwechselvorgänge.

Warum raus? Etwa bei bösartigen oder überaktiven Knoten und bei einer ausgeprägten Schilddrüsenvergrößerung (Struma).

Was ändert sich? Patienten müssen lebenslang ein Schilddrüsen-Hormon einnehmen und regelmäßig ihre Blutwerte kontrollieren lassen.

Die Bauchspeicheldrüse:

Was macht sie? Das Drüsenorgan stellt Verdauungssäfte her, aber auch Hormone für den Zuckerstoffwechsel.

Warum raus? Bei einer schweren Entzündung oder bei Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Was ändert sich? Verdauungsenzyme müssen medikamentös ersetzt werden. Auch Insulingaben werden notwendig.

Der Dickdarm:

Was macht er? Eine seiner Aufgaben ist es, dem Speisebrei Wasser zu entziehen und so den Darm­inhalt zu verdicken.

Warum raus? Häufig werden Teile des Dickdarms wegen einer Krebserkrankung, auch wegen entzündlicher Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Divertikel entfernt.

Was ändert sich? Die Verdauung funktioniert trotzdem. Bei Problemen versuchen, ballaststoffreicher zu essen.

Die Gebärmutter:

Was macht sie? Es ist das Sexual-, Schwangerschafts- und Geburtsorgan der Frau. Nach den Wechseljahren bildet sich die Gebärmutter hormonbedingt leicht zurück.

Warum raus? Bei Krebs oder seinen Vorstufen raten Ärzte in aller Regel dazu. Ebenso bei einer starken Gebärmuttersenkung, die mit Blasenschwäche und Stuhlinkontinenz einhergeht.

Was ändert sich? Die Operation hat keine Auswirkungen auf die Sexualität. Ein Beckenbodentraining hält die anderen Beckenorgane in Position.

Die Gallenblase:

Was macht sie? Der Körper speichert hier den Fettverdauungssaft aus der Leber. Beim Essen wird der Gallensaft über ein Signal und damit ­koordiniert an den Darm abgegeben.

Warum raus? Bei einer Entzündung, bei Gallensteinen, die Schmerzen und Koliken verursachen, oder bei Krebs.

Was ändert sich? Fettes wird nicht mehr so gut vertragen. Daher nicht zu fettreich und nicht zu große Portionen auf einmal essen. Gut ist, Übergewicht abzubauen und sich ausgewogen zu ernähren.

Die Prostata:

Was macht sie? Prostata und Samenbläschen produzieren einen Teil des Spermas, Flüssigkeit für die Spermien. Zusammen mit dem Beckenboden stützt die Prostata auch die Blase.

Warum raus? Bei Krebspatienten unter 70 entfernen Ärzte das Organ in der Regel – je nach Befund – komplett. Im Einzelfall auch bei Älteren. Bei gutartiger Prostatavergrößerung schälen sie meist nur die wuchernden Teile heraus.

Was ändert sich? Potenz- und Inkontinenzprobleme sind mögliche Folgen des Eingriffs. Gezieltes Beckenbodentraining kann die Kontinenz verbessern.

Fachliche Beratung:

  • Dr. Thomas Gamstätter, Gastroenterologe, Dt. Gesellschaft für Innere Medizin;
  • Prof. Andreas Wiedemann, Urologe und Androloge, Dt. Gesellschaft für Geriatrie;
  • Prof. Barbara Schmalfeldt, Gynäkologin, Dt. Gesellschaft für Gynäkologie;

Newsletter abonnieren

Newsletter Senioren Ratgeber

Senioren Ratgeber - Newsletter