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Richtig gewickelt

Wickel, Auflagen und kleine Kompressen wirken nicht nur über Kälte oder Wärme: Auch ihre Zusätze lindern so manche Beschwerden.

von Elke Schurr, 03.02.2020
Hausmittel Gesundheitsförderung

Ob Kartoffel- oder Quark: Wickel können Schmerzen lindern


Bei Blähungen legen Sie ein Heusäckchen auf, bei Verstauchungen sorgt eine Arnika-Kompresse für Linderung, und wenn Sie einen Insektenstich beruhigen wollen, hilft eine Quarkauflage", weiß Barbara Prinz, Pflegedienstleiterin im Krankenhaus für Naturheilweisen in München-Harlaching.

"Wickel können Sie also quasi bei Beschwerden von A bis Z anwenden." Freunde traditioneller Hausmittel schwören auf solch naturheilkundliche Erfahrung. "Sie regen die körpereigene Regula­tion an", betont Prinz. "Das ist das ­Geheimnis ihrer Erfolgsgeschichte."

Quark, Zwiebel und Co. Natürliche Zusätze für einen Wickel gibt es viele:

  • Quarkwickel: Kühler Quark  entzieht dem Gewebe Wärme, lindert Gelenkentzündungen, Sonnenbrand, Insektenstiche.
  • Kohlblätterwickel: Kann Gelenkschmerzen bei Arthrose lindern. Rohe Blätter (ohne Strunk, gewaschen, am besten Bioware) einzeln mit Nudelholz auswalzen. Dachziegelartig auf das Gelenk legen und mit Binde oder Tuch fixieren. Über Nacht einwirken lassen.
  • Kartoffelwickel: Gekochte Kartoffeln zerstampfen, etwas abkühlen lassen
    Den Brei in ein Tuch füllen, von zwei Seiten zuschlagen. Wickel auf die freie Brust legen. Mit Decke oder Schal abdecken, befestigen. Wirkt bei Husten und Bronchitis schleimlösend und wärmend, kann auch bei Schulter-Nacken-Verspannungen wohl­tuende Dienste leisten.

Schicht für Schicht

Der traditionelle Wickel besteht aus mindestens zwei Schichten. Innentuch: Es wird mit dem entsprechenden Zusatz gefüllt, beträufelt oder getränkt. Baumwoll- oder Leinentücher – etwa ein Geschirrtuch – eignen sich gut dafür. Bei Kompressen, die meist viel kleinere Körperareale abdecken, wie etwa Auge, Ohr und Blase, reicht als Innentuch auch ein Mullstück oder Säckchen.

Das Außentuch dient dazu, die behandelten Körperstellen zu wärmen, den Wickel abzudichten, ihn auch zu fixieren. Dafür nehmen Sie ein größeres Frottee-, Flanell- oder Wolltuch. Obendrein schützt es Ihre Kleidung oder das Bett vor Nässe oder klebrigen Zusätzen.

Zwischentuch: Bei Bedarf schafft es zusätzlich eine Barriere zwischen dem Innen- und Außentuch. Kälte oder Wärme können dadurch noch besser gespeichert werden. Zusätze wie ätherische Öle gelangen nicht nach außen.

  • Zwiebelkompresse: Der Klassiker bei Ohrenschmerzen. Zwiebeln roh und etwas erwärmt oder kurz angedünstet in ein Säckchen packen, leicht zusammendrücken und aufs Ohr legen. Soll Schmerzen lindern und antibakteriell wirken.  
  • Eukalyptuskompresse: Ergänzendes Hausmittel bei Blasenentzündung. Das ätherische Öl auf ein kleines Tuch tröpfeln, auf die Blase legen und mit einem Außentuch abdecken. Eine Wärm­flasche verstärkt die Wirkung.
  • Bockshornkleewickel: Samen oder Pulver des Bockshornklees mit heißem Wasser anrühren und auf ein Tuch streichen. Feuchtheiß bei Muskelverspannungen, abgekühlt gegen Blut­ergüsse und Schwellungen.

Die Temperatur-Frage

Ob Sie kühle oder warme Wickel brauchen, hängt von Ihren Beschwerden ab.
Kälte Entzündungen an Gelenken, Verstauchungen, geschwollene Beine oder Knie verlangen eher nach Kälte.

Wärme fördert die Durchblutung und regt den Sekretfluss an. Das lindert schmerzhafte Verspannungen im Rücken sowie Hals-, Ohren- oder Blasenschmerzen. Eine zusätzliche Wärmflasche auf der Kompresse kann deren Wirkung verstärken. Vorsicht! Um Verbrennungen zu vermeiden, Wickel bitte nie zu heiß anwenden (max. 40 Grad).

So geht ein Kartoffel-Wickel:

Die bequeme Lösung  

Wer keinen Sud zubereiten will oder nicht immer Quark zuhause hat, kann auch zu Mischungen aus der Apotheke greifen und damit den Wickel bestreichen. "Das ­Angebot ist vielfältig", versichert Apothekerin Ina Bartels. ­Lösungen mit verschiedenen ätherischen Ölen oder Umschlagpasten mit Zink lindern Entzündungen und wirken abschwellend. "

Auch gebrauchsfertige Kompressen – etwa mit Arnika – bieten sich als bequeme Alternative an", so die Apothekerin aus Hannover. Wohltuende Wärme liefern Fangoparaffin-Platten, die im Backofen erwärmt werden, Leinensäckchen mit Moor zum Abkochen oder Wärmepflaster, die sich an der Luft selbst erwärmen.  


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