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Corona: Das gilt jetzt im Pflegeheim

Gesundheitsminister Spahn hat ein Maßnahmenpaket vorgestellt, um Pflegebedürftige während der Coronakrise zu schützen. Was Sie wissen sollten.

von Tina Haase , 20.03.2020
Seniorin Bettlägerig Altenpflege Häuslich

Während der Corona-Pandemie gelten in Heimen andere Regeln.


In der Pflege werden zu Zeiten von Corona manche Regelungen vorübergehend außer Kraft gesetzt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stellte am Donnerstag ein Maßnahmenpaket vor, um Pflegekräfte zu entlasten und Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zu schützen. Das vereinbarten Spahn und der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, mit Pflegekassen und -verbänden. Das Paket sieht unter anderem eine befristete Aussetzung bürokratischer Anforderungen vor.

Begutachtung aus der Ferne

Um den Pflegegrad zu beurteilen, kommen Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen (MD) normalerweise zu den Pflegebedürftigen nach Hause oder ins Pflegeheim. Das ändert sich nun: Körperliche Untersuchungen finden bis auf Weiteres nicht statt. Stattdessen beurteilen MD-Mitarbeiter auf Grundlage von Akten und eines Gespräches per Telefon oder Videoschaltung mit dem Pflegebedürftigen und/oder den Angehörigen. Weitere Informationen dazu hier.

Coronavirus SARS-CoV-2: Kontakte vermeiden

Das hat zwei Gründe: Erstens sollen persönliche Kontakte vermieden werden, um das Coronavirus nicht weiter zu verbreiten. MD-Mitarbeiter, Pflegebedürftige und Angehörige werden so geschützt. Zweitens können Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes ihre Arbeitskraft so dort zur Verfügung stellen, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Die etwa 4000 Pfleger und etwa 2000 Ärzte, die bundesweit für den MD arbeiten, sollen Gesundheitsämter, Krankenhäuser und Pflegeheime unterstützen, sagte Spahn.

Wiederholungsbegutachtungen finden nicht statt

Wiederholungsbegutachtungen des MD, die oftmals nach zwei Jahren erfolgen, finden im Moment nicht statt. Das bedeutet, dass der Pflegegrad – bis zum nächsten vom MD angesetzten Termin – unverändert bleibt.

Beratungsbesuche kein Muss

Die vorgeschriebenen Besuche der ambulanten Dienste bei Pflegegeldbeziehern können während der Coronakrise ausgesetzt werden. Die Pflegekassen verzichten bis zum 30. September 2020 auf Beratungsbesuche. Auch eine rückwirkende Entziehung oder Kürzung des Pflegegeldes soll ausgeschlossen werden. Der Anspruch der Pflegebedürftigen und deren Angehörige auf einen Beratungsbesuch bleibt bestehen. Die Beratung kann auch am Telefon oder über Videoanruf erfolgen.

Wegen Corona: Pflege-TÜV ausgesetzt

Der Pflege-TÜV zur Überprüfung der Qualität von Pflegeeinrichtungen wird ausgesetzt. Die dafür zuständigen Mitarbeiter sollen z.B. in Pflegeheimen helfen, wo jede helfende Hand gebraucht wird. Hinweisen auf Missstände solle aber weiter nachgegangen werden, so der Gesundheitsminister.

Personalprobleme in Heimen

Befristet ausgesetzt werden sollen auch Personalschlüssel und andere Vorgaben – zum Beispiel der Anteil von ausgebildeten Fachkräften – , ohne dass Vergütungen für die Heime gekürzt werden. Bekommen Heime Personalprobleme, weil sich Mitarbeiter mit dem Coronavirus angesteckt haben, sollen sie das an die Pflegekassen melden. Diese müssen dann Ersatz organisieren – zum Beispiel Pflegekräfte aus Tagespflegeeinrichtungen, die im Moment geschlossen sind.

Welche Besuchsregelungen gelten in welchem Bundesland? Der BIVA Pflegeschutzbund hat eine Übersichtsseite erstellt. Hier klicken.

Notfallplan für häusliche Pflege 

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz begrüßte die Sonderregelungen. "Damit können sich die Pflegekräfte auf ihre Arbeit am Menschen im Heim konzentrieren", sagte Vorstand Eugen Brysch. Jens Spahn müsse aber auch konkrete Hilfen für die 2,6 Millionen Pflegebedürftigen daheim auf den Weg bringen. Der allergrößte Teil der Pflegebedürftigen wird nämlich zu Hause versorgt. Angesichts der Coronakrise sei deshalb auch ein deutschlandweiter Notfallplan für pflegende Angehörige, Pflegekräfte und ambulante Pflegedienste erforderlich.


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