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Wieder aufstehen nach einem Sturz

Ein Sturz ist schnell passiert. Wie Sie danach wieder auf die Beine kommen – alleine oder mit Unterstützung eines Mitmenschen.

von Raphaela Birkelbach, Elsbeth Bräuer, aktualisiert am 21.01.2020

Blaue Flecke, Schmerzen, Beulen: Viele Patienten sprechen erst dann von einem Sturz, wenn Blut fließt. Dabei ist jeder Sturz ein Warnsignal: Ab dem 65. Lebensjahr fällt jeder Dritte mindestens einmal im Jahr hin.

Wichtig: Klagt der Gestürzte über Schwindel, heftige Schmerzen, Übelkeit oder blutet er stark, gleich den Notruf 112 wählen!

Was tun, wenn Sie nicht aufstehen können?

1. Laut rufen

Aber haushalten Sie mit Ihren Kräften, das strengt an. Rufen Sie laut, wenn Sie etwa jemanden in der Nachbarwohnung oder im Treppenhaus hören.

2. Notruf drücken

Falls Sie einen Hausnotruf haben, betätigen Sie ihn. Denken Sie daran, ihn stets bei sich zu haben, am Handgelenk oder um den Hals. Nie kurzfristig ablegen, etwa beim Duschen.

3. Klopfzeichen geben

Ziehen Sie einen Stock oder Ähnliches zu sich heran und schlagen Sie damit gegen die Heizung. Das macht Krach. Verabreden Sie solche Alarmzeichen mit den Nachbarn. Stellen Sie vorbeugend einen Stock neben die Heizung.

4. Zum Telefon robben

Gut, wenn Sie eine Anlage mit mehreren Anschlüssen zu Hause haben. Platzieren Sie auf Dauer ein schnurloses Telefon in einer Ecke am Boden. Kriechen Sie, falls möglich, im Notfall dahin.

5. Warm zudecken

Der Körper kühlt schnell aus, der harte Boden drückt. Wenn erreichbar, ziehen Sie ein Handtuch oder eine Decke zu sich heran, um Ihre missliche Lage etwas bequemer zu machen.

6. Kissen unterlegen

Betten Sie so Ihren Kopf, damit er nicht überstreckt und bald auch der Nacken wehtut.

7. Nasses entfernen

Bei längerem Liegen kann es passieren, dass Sie in die Hose machen. Versuchen Sie, aus dem Nassen zu kriechen, der Körper kühlt sonst schnell aus.

8. Etwas trinken

Halten Sie gegen drohende Austrocknung im Zimmer eine Wasserflasche vor, zu der Sie in der Not hinrobben können.

Das können Sie selbst tun, um Stürzen vorzubeugen

  • Warnzeichen erkennen: Wer öfter stolpert oder beim Spaziergang zu zweit stehen bleiben muss, weil Sprechen und Laufen gleichzeitig nicht mehr klappt, sollte unbedingt dem Hausarzt davon berichten.
  • In Bewegung bleiben: Das stärkt Kraft und Selbstvertrauen und senkt das Sturzrisiko. Für Rollatornutzer: Gehhilfe individuell anpassen, vom Profi schulen lassen.
  • Kurs besuchen: Gutes Anti-Sturz-Training fördert Gleichgewicht, Kraft und Ausdauer – inklusive Gangschulung! 
  • Stolperfallen meiden: Dicke Teppiche, Kabel oder wacklige Möbel entsorgen oder etwa mit Anti-Rutschmatten sicherer machen. An Spielzeug des Enkels und Haustiere denken! 
  • Für gute Sicht sorgen: Senioren brauchen im Schnitt zwei- bis dreimal so viel Licht wie früher. Bewegungsmelder beleuchten nachts den Weg zur Toilette. Und: regelmäßig die Sehkraft checken lassen!  
  • Auf Schuhe achten: Keine Schlappen! Für mehr Halt sollten Schuhe die Ferse umschließen, gut passen und ein griffiges Profil besitzen. 
  • Arznei checken: Einzelne Medikamente können die Sturzgefahr erhöhen. Den Apotheker um Rat fragen!

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