Geschenke-Tipps für die Enkel

Weihnachten: Enkel lieben Geschenke. Warum Großeltern mit einem Zoobesuch statt dem x-ten Plüschtier oft höher punkten
von Annette Bieber, 13.12.2017

Kinder lieben Weihnachten

Thinkstock/istock

Egal ob Puppe oder Pony, Plüschbär oder Pokémon – Kinder haben meistens viele Wünsche. Trotzdem kann es für die Großeltern ganz schön schwierig sein, das richtige Geschenk zu finden. Denn das, was Kinderherzen höher schlagen lässt, passt nicht unbedingt in das (Erziehungs-)Konzept der Eltern. Damit die weihnachtliche Bescherung nicht gleich eine kleine Familienkrise heraufbeschwört, gibt die Kieler Psychologin Svenja Lüthge einen einfachen Ratschlag: "Sprechen Sie Ihre Geschenkideen für die Enkel rechtzeitig mit den Eltern ab."  

Elternwünsche respektieren

Tatsächlich ist eine munter plappernde Barbie oder die coole Colt-Attrappe unterm Weihnachtsbaum nicht jedermanns Sache. Wenn Eltern dazu Nein sagen, "müssen die Großeltern das akzeptieren, sonst ist der Ärger vorprogrammiert und die Stimmung schnell dahin", warnt Psychologin Lüthge. "Dicke Luft an Weihnachten braucht keiner wirklich, darunter leiden die Kinder besonders."

Der gute alte Wunschzettel hilft Enkeln wie Großeltern schon einmal, die Wünsche zu sortieren. Hält sich etwa die piepsende und blinkende Technikausrüstung oder das Luxus-Handy hartnäckig auf Platz eins, ist eine Abstimmung dringend empfohlen: "Das geht als Geschenk nur gut, wenn die Eltern damit einverstanden sind", so die Kieler Familienberaterin. Finden die Erziehungsberechtigten Hightech im Kinderzimmer einfach nur grässlich, sollten die Großeltern das ernst nehmen. Darüber reden hilft. Vielleicht gibt es ja einen Kompromiss, mit dem sich alle arrangieren können: "Die Großeltern verschenken das Elektronikspiel. Der Gebrauch ist aber an klar geregelte Zeiten gebunden."

Bei den Geschenken absprechen

Omas, Onkel, Patentante ... gerade an Weihnachten wollen viele Verwandte den Kindern eine Freude machen. "Da ist es legitim und wichtig, dass die Eltern die Koordination der Geschenkauswahl übernehmen", betont Lüthge. Wird der Geschenkeberg zu groß, sind vor allem die Kleinen schnell überfordert, weiß auch Ursula Lenz von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen: "Das einzelne Spielzeug verliert in der Masse an Wert."

Das Kinderzimmer quillt ohnehin schon über? "Schenken Sie doch Ihre Zeit und Aufmerksamkeit", rät Lenz."Unternehmen Sie etwas Besonderes mit Ihren Enkelkindern, davon haben sie oft mehr als von einem teuren Präsent." Das kann ein Ausflug in den Zoo oder der Besuch von Ritterspielen genauso wie ein gemeinsamer Töpferkurs sein, "je nachdem wo die Interessen liegen".

Geldgeschenk fürs Traumrad

Der größte Wunsch der Enkelin bleibt ein Pony? Den können Oma und Opa vermutlich nicht ganz, mit einem Tag auf dem Pferdehof oder drei Reitstunden aber zumindest ein Stück weit erfüllen. Und wenn der Enkel auf eine größere Anschaffung wie ein Mountainbike spart, wirkt auch ein Geldgeschenk nicht einfallslos: "Es sollte aber nicht dafür da sein, die Löcher im Taschengeld-Portemonnaie zu stopfen", meint Lenz.

Was wirklich schade wäre: Die Großeltern haben auf eigene Faust ein Geschenk besorgt, viel Zeit und Geld investiert und dann doch eine "Niete" gezogen. "Ermuntern Sie Ihre Enkel, zu sagen, wenn es nicht gefällt", so Ursula Lenz, "auch das gehört zu einer guten Beziehung." Und erspart vielleicht die nächste Enttäuschung.


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