Was tun, wenn die Bankfiliale schließt?

Banken und Sparkassen schließen immer mehr Filialen vor Ort. Wie können betroffene Kunden damit umgehen?
von Silke Becker, 06.10.2017

Online-Banking: Alternative zur Bankfiliale

Shotshop/Monkey Business

Vor allem auf dem Land kommt es häufig vor: Die einzige Bank am Ort wird bald geschlossen. Kein Einzelfall, denn die Geldinstitute haben nach Angaben des Bankenverbands allein zwischen 2005 und 2015 mehr als 10.000 Filialen dichtgemacht.

Doch wie können Betroffene dann ihre Geldangelegenheiten regeln? Der Bankexperte Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-West­falen rät, zunächst bei der Bank nachzufragen, was genau geplant ist. "Oft bleibt ein Selbstbedienungs-Center bestehen", so der Experte. Dort stehen dann nicht nur Geldautomaten, sondern auch spezielle Geräte, an denen man Überweisungen und Ähnliches durchführen kann. In manchen Regionen kommt sogar ein Bus vorbei, der als rollende Bankfiliale ausgestattet ist.

Teure Geldautomaten

Ist nichts Derartiges geplant, sollte man sich erkundigen, wo der nächste Geldautomat steht. Damit kommt man wenigstens an Bargeld. Vorsicht! Bei Automaten einer anderen Bank werden oft saftige Gebühren fällig. "Gibt es nur diesen einen Automaten, sollte man über einen Bankwechsel nachdenken, um die Kosten fürs Geldabheben zu vermeiden", rät Markus Feck. Weil bei dem neuen Institut aber manchmal die Kontoführung teurer ist, sollte man genau durchrechnen, ob sich der Wechsel wirklich lohnt.

Wer bei seiner bisherigen Bank bleiben will, spart Gebühren, indem er an Fremdautomaten seltener, aber dafür höhere Summen abhebt. "Allerdings sollte man aus Sicherheitsgründen nicht zu viel Geld im Haus haben", so der Experte. Außerdem braucht man insgesamt weniger Bargeld, muss also seltener Geld holen, wenn man Einkäufe so oft wie möglich mit der EC-Karte zahlt.

Geld abheben an der Supermarktkasse

"Viele wissen nicht, dass auch zahlreiche Supermärkte, Postshops und Tankstellen Geld vom Bankkonto auszahlen", so der Tipp des Experten. Oft ist dieser Service sogar gratis. Es macht also Sinn, beim nächsten Einkauf einfach mal an der Kasse nachzufragen. "Wie beim Geldautomaten sollte man darauf achten, dass niemand bei der Eingabe der PIN zuschaut", rät der Verbraucherschützer.

An Bares kommt man meistens noch heran. Schwierig wird es dagegen, wenn mal eine Überweisung nötig ist. Gibt es vor Ort keinen entsprechenden Automaten, muss man für solche Erledigungen doch noch in die nächstgelegene Filiale fahren. "Ist sie zu weit entfernt, kann man sich bei vielen Instituten auch zum Telefonbanking anmelden", so der Tipp von Markus Feck. Dann kann man nach der Eingabe spezieller Sicherheitscodes per Telefon Geld überweisen.

Und natürlich gibt es bei jedem Kreditinstitut die Möglichkeit zum Online-Banking. "Diese Verfahren sind sehr sicher, aber nur, wenn man alle Sicherheitsregeln genau einhält", sagt Verbraucherschützer Markus Feck. Deshalb ist Online-Banking nur für erfahrene Internetnutzer zu empfehlen.

Geld abheben: Fallen Kosten an?

Ist unklar, ob ein Geldautomat Gebühren verlangt, kann man das ganz einfach herausfinden. Zuerst beginnt man, wie üblich Geld abzuheben. Keine Angst: Dadurch wird noch nichts abgebucht! Ist die Abhebung kostenpflichtig, muss vor der Auszahlung des Geldes ein klarer und deutlicher Hinweis auf dem Bildschirm erscheinen, wie viel die Bank zusätzlich berechnet. Fehlt dieser Hinweis, darf die Bank keine Gebühren verlangen. Will man den angezeigten Betrag nicht bezahlen, kann man einfach auf "Abbrechen" bzw. "Nicht fortsetzen" drücken. Dadurch wird der gesamte Vorgang kostenlos abgebrochen.


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