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So schonen Sie Ihre Gelenke bei Rheuma

Die Finger und Hände schmerzen bei jeder Bewegung – diese Symptome machen den Alltag bei Rheuma zur Qual. Unsere Tipps helfen Ihnen, sich und Ihre Gelenke schonen

15.09.2011
Senioren wandern

Fest im Griff: Wanderstöcke sind bei Gelenkproblemen sinnvoll


Geht der Hausputz wirklich ohne fremde Hilfe? Wie schleppe ich den Einkauf nach Hause, ohne dass mir hinterher alles wehtut? Viele Patienten mit chronisch geschädigten oder entzündeten Gelenken wollen im Alltag aktiv bleiben und gleichzeitig den ärztlichen Rat "Gelenke schonen!" befolgen. Ein Dilemma, denn: Gelenke brauchen Bewegung. Nur dann werden die Gelenkknorpel ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Wird ein Gelenk jedoch zu viel und falsch belastet, kann das die Gelenkschäden noch weiter verschlimmern.

Rat vom Profi: wenn möglich auf Rezept

In Einzel- oder Gruppenberatung klären Ergotherapeuten Rheumapatienten auf, wie sie mit Tricks, geeigneten Hilfsmitteln und ohne Kraftaufwand Tätigkeiten wie Einkaufen, Putzen oder Kochen bewerkstelligen. Fragen Sie Ihren Arzt, ob er Ihnen eine ergotherapeutische Beratung auf Rezept verordnet. Die "Experten für Arbeit und Alltag" gehen auf spezielle Bedürfnisse ein und zeigen Ihnen individuell, was Sie in Ihrem Alltag verbessern können.

Tipps für Unterwegs:

  • Nehmen Sie beim Wandern zwei Stöcke mit. Sie mindern die Belastung der Kniegelenke besonders beim Bergabgehen oder wenn Sie die Treppen hinuntersteigen
  • Tragen Sie nichts, was sich rollen lässt: Rollkoffer sind sperrigen Taschen überlegen. Nutzen Sie konsequent Aufzüge und Rolltreppen. Scheuen Sie sich nicht, andere Menschen um Hilfe zu bitten.
  • Verteilen Sie Ihr Gepäck auf mehrere Gepäckstücke.
  • Wer keine Schulterprobleme hat, ist mit einem Rucksack gut bedient. Die Tragegurte sollten breit und gepolstert sein und sich leicht verstellen lassen.
  • Verwenden Sie beim Einkaufen am besten einen Rollwagen, oder verteilen Sie die Last auf mehrere leichte Stoffbeutel. Tragen Sie sie nicht über dem Handgelenk, sondern am Unterarm.
  • Tragen Sie möglichst flache Schuhe mit breitem Absatz. So verteilt sich das Körpergewicht auf den ganzen Fuß.

Tipps für den Haushalt:

  • Meiden Sie Überforderung. Putzen Sie pro Tag nur ein Fenster, gönnen Sie sich Pausen.
  • Wechseln Sie schwere Arbeit mit leichter ab, sitzende mit stehender Tätigkeit. Beim Bügeln oder bei Küchenarbeiten empfinden viele Patienten eine Stehhilfe (hoher Hocker) als Erleichterung.
  • Wechseln Sie zwischen verschiedenen Bewegungsabläufen. Schälen Sie eine Kartoffel, schneiden Sie sie klein, bevor Sie die nächste schälen.
  • Achten Sie bei Neuanschaffungen darauf, dass Töpfe oder Pfannen leicht sind und zwei Griffe haben.
  • Verwenden Sie elektrische Geräte, zum Beispiel Messer, Zitruspresse, Mixer. Noch besser: eine Küchenmaschine, die nicht festgehalten werden muss.
  • Besteck, Kochlöffel und Schreibgeräte mit verdickten Griffen lassen sich leichter fassen.
  • Meiden Sie Drehbewegungen im Handgelenk. Wringen Sie Putzlappen nicht mit der Hand aus, sondern nutzen Sie Eimer mit Gittereinsatz, in denen der Lappen leicht ausgedrückt werden kann.
  • Achten Sie bei Schraubverschluss oder Dosenöffnern auf leichte Handhabung. Sanitätshäuser führen ein Sortiment an benutzerfreundlichen Alltagshilfen. Probieren Sie die Geräte aus.
  • Arbeiten Sie immer zum Körper hin, wenn Sie bügeln, Staub oder den Tisch abwischen. Bei einer chronischen Entzündung der Fingergelenke weichen die Finger nach außen, zur Kleinfingerseite, ab. Als Rechtshänder sollen Sie beispielsweise das Rührgerät gegen den Uhrzeigersinn führen.
  • Tragen Sie bei Belastungen eine Bandage oder Schiene, um Gelenküberstreckungen zu vermeiden. Von einer Daueranwendung raten Ergotherapeuten aber ab: Patienten sollen das Bewusstsein für gelenkschonendes Verhalten schulen und sich nicht auf den Schutz der Schienen verlassen.

Tipps für die Körperpflege:

  • Die elektrische Zahnbürste vermeidet Drehbewegungen im Handgelenk und spart Kraft. Außerdem liegt der meist dicke Griff besser in der Hand.
  • Achten Sie beim Föhn darauf, dass er leicht und gut zu handhaben ist.
  • Wer in seiner Beweglichkeit stark eingeschränkt ist und sich nicht mehr bücken kann, kommt mit einem Strumpfanzieher auch ohne fremde Hilfe in seine Socken oder Strumpfhosen.
  • Achten Sie beim Kauf von Kosmetika in Tuben, Tiegeln oder Flaschen auf Verschlüsse, die sich leicht öffnen und schließen lassen.
  • Armaturen am Waschbecken lassen sich leichter auf- und zudrehen, wenn Sie Hebel anbringen, zum Beispiel Einhebelmischbatterien für Küche und Bad.
  • Bei Rückenproblemen kann eine Toilettensitzerhöhung das Aufstehen erleichtern.

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