Richtig heizen: So geht es

An kalten Wintertagen will man es zumindest zu Hause schön warm haben. Wer beim Heizen einige Tipps beherzigt, kann Energie und Kosten sparen, ohne auf Annehmlichkeiten zu verzichten
von Dagmar Fritz, 29.11.2017

Wohlige Wärme: Wer richtig heizt, schont die Umwelt

Thinkstock/iStockphoto

Der größte Energieverbraucher im Haushalt ist die Heizung: 75 Prozent der Haushaltsenergie werden benötigt, um die Wohnung warm zu halten. 800 Euro Heizkosten fallen so durchschnittlich für eine 70 Quadratmeter große Wohnung pro Jahr an. Wer beim Heizen ein paar einfache Regeln beachtet, kann Geld sparen und schafft ein besseres Raumklima.

Die Raumtemperatur genau einstellen

Jedes Grad Raumtemperatur macht sich beim Energieverbrauch bemerkbar: Wer in seiner Wohnung die Temperatur um ein Grad senkt, spart über das Jahr gerechnet etwa sechs Prozent an Heizenergie oder rund 50 Euro an Energiekosten. Im Kalten sitzen sollte man jedoch nicht: Bei Raumtemperaturen unter 16 Grad kühlen die Wände aus. Um die kalten Räume wieder auf Temperatur zu bringen, ist der Energieverbrauch viel höher als konstant durchzuheizen.

Lassen Sie Ihre Heizungsanlage regelmäßig von einem Fachmann warten und besprechen Sie mit ihm Ihre Heizgewohnheiten. Zeitgemäße Heizungsanlagen werden programmiert. So kann beispielsweise die Warmwasserbereitung an den Tagesrhythmus der Bewohner angepasst werden. Eine Nachtabsenkung der Heizung sollte selbstverständlich sein.

Unterschiedliche Temperaturen für unterschiedliche Räume

Nicht jeder Wohnraum muss gleich warm sein: Im Badezimmer sollte es – zumindest zu den Hauptbenutzungszeiten – am wärmsten sein. 22 bis 24 Grad sind hier optimal. Im Schlafzimmer ist es besser, wenn es deutlich kälter ist: Für einen guten Schlaf sind etwa 18 Grad am besten. In Wohnzimmer und Küche sind 20 Grad empfehlenswert. Bei herkömmlichen Thermostaten entspricht dies etwa Stufe 3. Gut zu wissen: Räume, in denen Teppichböden liegen, empfindet man als wärmer – sie können häufig weniger beheizt werden.

Drehthermostate richtig nutzen

Bei den meisten Zentralheizungen sind Thermostatköpfe zum Drehen montiert. Dabei entsprechen die einzelnen Skalenmarkierungen bestimmten Raumtemperaturen: Stufe 1 heizt den Raum auf etwa 12 Grad auf, Stufe 5 auf ca. 28 Grad. Von Stufe zu Stufe beträgt die Temperaturveränderung ca. 4 Grad. Von Teilstrich zu Teilstrich ist es ein Grad. Stufe 4 entspricht einer Raumtemperatur von ca. 24 Grad – höher sollte man seine Heizung nicht stellen. Das Schneeflockensymbol steht für Frostschutz und entspricht einer Raumtemperatur von 6 Grad. Dadurch ist geregelt, dass die Heizungsrohre im Winter nicht zufrieren – die Wohnung kühlt jedoch bei längerer Abwesenheit stark aus. Das Halbmondsymbol steht für Nachtabsenkung und entspricht einer Temperatur von 14 Grad.

Intelligente Thermostate

Die neueste Generation an intelligenten Thermostaten stellt sich auf die Lebensgewohnheiten der Bewohner ein und regelt selbstständig die Wärme in den einzelnen Räumen – das spart Geld. Die modernen High-Tech-Thermostate sind programmierbar und über das Smartphone steuerbar. Sie lernen, wann der letzte Bewohner das Haus verlässt und zu welchen Zeiten vorwiegend das Bad benutzt wird. Sie erkennen sogar, wann man sich auf dem Heimweg befindet. Laut Herstellern kann man mit den computergestützten Thermostaten seine Heizkosten um bis zu 30 Prozent senken. Technikbegeisterte Wohnungsbesitzer können diese High-Tech-Thermostate auch nachrüsten lassen. 

Wer ohne GPS und Smartphone seine Heizung exakter steuern möchte, kann auf elektronische Thermostate ausweichen. Sie lassen sich sehr genau einstellen. Individuelle Heizzeiten je Raum kann man auch hier festlegen. Die Investition von etwa 15 Euro pro Thermostat kann sich also schnell bezahlt machen.

Richtig lüften

Gut gedämmte Häuser und mehrfach verglaste Fenster sparen Heizenergie. Sie verhindern aber auch, dass sich die Luft austauschen kann: Dadurch bleibt die Luftfeuchtigkeit im Raum und die Luftqualität nimmt ab. Kondensiert die feuchte Luft an Fenstern und Wänden, bildet sich schnell Schimmel. Mit einem Hygrometer, einem Gerät, das die Luftfeuchte misst, können Sie überprüfen, wie feucht die Raumluft ist. Zeigt das Hygrometer mehr als 65 Prozent relative Luftfeuchte, sollten Sie lüften.

Die beste Art Schimmelbildung vorzubeugen ist regelmäßiges Stoßlüften. Täglich zwei bis dreimal die Fenster für ein paar Minuten weit öffnen ist ideal. Die empfohlene Dauer hängt von der Jahreszeit ab. Dadurch tauscht sich die Luft im Raum aus. Noch schneller geht es, wenn man quer lüftet. Dabei öffnet man gegenüberliegende Fenster in der Wohnung und lässt die Zimmertüren offen. Durch den Luftzug erneuert sich die Luft binnen weniger Minuten.

Im Gegensatz dazu sollte man auf Kipplüften verzichten: Beim Kippen der Fenster entweicht vorwiegend die warme Heizungsluft und das Mauerwerk kühlt aus – ein Luftaustausch ist erst nach etwa einer Stunde gegeben.

Vorsicht: Schimmel!

Heizkosten sparen ist gut – doch übertreiben sollte man es nicht. Wird es kälter als 16 Grad in der Wohnung, kühlen die Wände aus. Luftfeuchtigkeit kondensiert dann an kalten Wänden und Möbeln und lässt sie feucht werden. Deshalb sollte man seine Wohnung in der kalten Jahreszeit auch während eines längeren Urlaubs oder Krankenhausaufenthalts trotzdem auf Temperatur halten und nicht unter 18 Grad auskühlen lassen.

Besonders im Schlafzimmer bildet sich schnell Feuchtigkeit. Pro Nacht gibt jeder Mensch ca. 250 ml Wasser an die Raumluft ab. Ist die Raumluft niedriger als 16 Grad, kondensiert das Wasser am Fenster und an den Wänden, es kann zu Schimmelbildung kommen.

In schlecht gedämmten Altbauten fühlen sich die Außenwände oft kalt an. Dann ist es am besten, die Möbel einige Zentimeter von der Wand weg zu rücken, damit die Luft zirkulieren kann und sich keine Feuchtigkeit an den Wänden bildet.

Wärme im Haus halten

Wer darauf achtet, nachts die Rollos zu schließen und die Vorhänge zuzieht, kann den Wärmeverlust, der durch die Fensterflächen entsteht, um bis zu 20 Prozent senken. Vor den Heizkörpern sollte man keine Vorhänge haben – sie verhindern, dass sich die warme Luft im Raum verteilt.

Abdichten lohnt sich besonders bei Holzfenstern. Sie neigen dazu, sich zu verziehen und sind daher etwas undichter. Mit selbstklebendem Dichtungsband kann man sich bei undichten Fenstern selbst helfen.


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