Was tun bei Herpesbläschen auf der Lippe?

Auf der Lippe zeigen sich plötzlich lästige Bläschen. Was sind die Ursachen und wie lässt sich Herpes behandeln? Apothekerin Elke Wanie weiß Rat

von Elke Schurr, aktualisiert am 13.01.2017

Mehr als 80 Prozent der Menschen tragen Herpeserreger seit den Kindheitstagen in sich. Aber nur bei knapp jedem Zweiten bricht die Virusinfektion tatsächlich aus.

Stress aktiviert die Herpesviren, theoretisch kann das ein Leben lang immer wieder passieren. Dann wandern sie entlang der Nervenbahnen Richtung Oberhaut. Wer sich etwa zu viel der Sonne oder starker Kälte aussetzt, wer eine Erkältung bekämpft oder unter psychischem Druck steht, spürt schon bald das typische Brennen, Kribbeln oder Ziehen am Mund.

Zeigen sich flüssigkeitsgefüllte Bläschen, ist das der richtige Moment, mit Aciclovir- oder Penciclovir-Salben die Vermehrung der Erreger zu stoppen. Auch konzentrierter Melissenextrakt bremst den Virenausbruch nachweislich ab. Hauptsache, Sie reagieren so schnell wie möglich.

Später, wenn nur noch eine kleine Wunde bleibt, empfehle ich, über Nacht die Lippen mit einer dexpanthenolhaltigen Heilsalbe einzucremen, das hält sie weich.

Achten Sie vorbeugend auf ausreichenden Sonnenschutz für die Lippen! Und mein persönlicher Tipp zur Abwehrstärkung: Kombinationspräparate aus Zink, Vitamin C und Lysin.

Gehen Sie zum Arzt, falls Augenbeschwerden dazukommen, der Ausschlag sich ausbreitet oder öfter als sechs Mal im Jahr auftritt.