Was Sie jetzt über die Grundrente wissen müssen

Was ändert sich mit der neuen Grundrente? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

von Silke Becker, 18.12.2020

Ab wann gibt es die Grundrente?

Die Grundrente gibt es rückwirkend ab 1. Januar 2021. Die ersten Auszahlungen erfolgen voraussichtlich ab Juli 2021. Bis alle Berechtigten ihre Grundrente erhalten, wird es aber bis zum Jahr 2022 dauern. Grund ist die sehr aufwendige Umstellung aller Rentenkonten.

Muss ich einen Antrag stellen?

Nein, die Grundrente wird automatisch ausgezahlt.

Wie hoch ist die Grundrente?

Die Grundrente ist keine einheitliche Rente für alle, sondern ein individueller Zuschlag auf die bisherige Rente. Die Höhe wird nach einem komplizierten Verfahren berechnet und hängt vom Durchschnittseinkommen während des Erwerbslebens ab. Einen Anspruch haben nur Rentner, die mindestens 33 Jahre versichert waren und in dieser Zeit ein gewisses Mindesteinkommen erzielt haben.

Spielt die Art der Rente eine Rolle?

Nein. Egal, ob Altersrente, Erwerbsminderungsrente oder Witwenrente – Anspruch hat jeder Rentner, der die Voraussetzungen erfüllt.

Wird eigenes Einkommen angerechnet?

Ja, weitere Einnahmen, etwa eine Betriebsrente, eine Riester-Rente, Mieteinnahmen o. ä. werden berücksichtigt. Das zusätzliche Einkommen wird von den Finanzämtern automatisch an die Rentenversicherung gemeldet. Einschließlich der bisherigen Rente darf das Gesamteinkommen nicht mehr als 1250 Euro (bei Ehepaaren 1950 Euro) pro Monat betragen. Liegt es darüber, wird die Grundrente gekürzt.

Muss jetzt jeder Rentner eine Steuererklärung machen?

Nein, an den Regeln für die Steuererklärung ändert sich nichts.

Was ist mit dem Vermögen?

Das Sparkonto, Immobilien und anderes Vermögen spielen bei der Berechnung der Grundrente keine Rolle.

Können sich Rentner durch einen Nebenjob noch Anspruch auf die Grundrente erarbeiten?

Bei Erwerbsunfähigkeitsrenten ist dies möglich. Wer dagegen bereits eine Altersrente erhält, kann sich keinen Anspruch auf Grundrente mehr erarbeiten. Verwitwete können die Hinterbliebenenrente nicht mehr verändern, wohl aber ihre eigene Rente, solange sie selbst noch keine Altersrente beziehen.

Was bringt ein 450-Euro-Minijob für die Grundrente?

Ein 450-Euro-Minijob zählt bei Berechnung der 33 Mindestversicherungsjahre mit, wenn man dabei Rentenversicherungsbeiträge bezahlt. Die Grundrente steigt dadurch jedoch nicht. Wer durch den Nebenjob die Grundrente erhöhen will, muss derzeit mindestens 1013 Euro brutto pro Monat verdienen. Erwerbsminderungsrentner sollten gegebenenfalls durchrechnen lassen, ob dann ihre bisherige Rente gekürzt wird.

Was gilt bei Sozialleistungen?

Bislang wurde bei Empfängern von Sozialleistungen wie Wohngeld oder Grundsicherung die gesamte Rente als Einkommen berücksichtigt. Für Rentner, die die 33 Grundrentenjahre erreicht haben, werden jetzt 100 Euro der Rente überhaupt nicht mehr angerechnet, die restliche Rente nur teilweise. Es gibt dadurch in vielen Fällen höhere Leistungen als vorher.