Gratismasken: Apotheken bitten Kunden um Geduld

Seit dem 15.12. können sich Ältere ab 60 und Jüngere mit bestimmten chronischen Erkrankungen jeweils drei Gratis-FFP2-Masken in ihrer Apotheke holen. Die Apotheker appellieren an alle Berechtigten, nicht gleich in den ersten Tagen die Apotheken zu stürmen. Ab Januar sollen die Masken wohl auch verschickt werden können.

von Petra Haas, aktualisiert am 17.12.2020

Seit dem 15.12.2020 können sich Menschen ab 60 und Jüngere mit bestimmten chronischen Erkrankungen jeweils drei Gratis-FFP2-Masken in ihrer Apotheke holen. Der Apotheker Dr. Hans-Peter Hubmann, der auch Vorsitzender des Bayerischen Apothekenverbandes und Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der ABDA* ist, appelliert an alle Berechtigten, Ruhe zu bewahren.

"Um Gedränge zu vermeiden, rate ich Kunden, erst ein paar Tage abzuwarten, bis sie deswegen in ihre Apotheke gehen. Die Ausgabe muss so organisiert werden, dass der nötige Abstand unserer Kunden gewahrt werden kann und wir auch auf Kunden mit anderen Bedürfnissen ausreichend eingehen können." Fürs Abholen sei Zeit bis 6. Januar 2021.

Wer hat Anspruch auf Gratismasken?
Bundesbürger, die das 60. Lebensjahr vollendet haben. Sowie Jüngere, die eine der folgenden Erkrankungen/Risikofaktoren haben, darunter:

  • COPD
  • Asthma 
  • chronischer Herz- oder Niereninsuffizienz
  • Zerebrovaskulärer Erkrankung, insbesondere Schlaganfall
  • Typ-2-Diabetes
  • fortschreitender oder metastasierter Krebserkrankung
  • Patienten, die eine Therapie durchlaufen, die die Immunabwehr beeinträchtigen kann oder eine Organ- oder Stammzellentransplantation hatten
  • Risikoschwangerschaft
  • Demenz

Eine Bitte, die auch der Präsident der ABDA, Friedemann Schmidt, in einer Presseerklärung äußert. "Logistisch ist es eine Herkulesaufgabe, noch bis Jahresende über 27 Millionen Patienten mit jeweils drei FFP2-Masken zu versorgen. Wir Apotheker geben unser Bestes und appellieren an die Menschen, nicht alle am ersten Tag die Apotheken zu stürmen." Die Apotheken könnten zudem nur die Masken verteilen, die sie auf dem Markt beschaffen konnten. "Das geht nicht alles an einem Tag", so Schmidt.

*ABDA: Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände

In die Stammapotheke gehen

Menschen, die Anspruch auf solche Gratismasken haben, rät Hubmann, ihre Stammapotheke aufzusuchen. "Die Apothekenangestellten dort kennen Sie. Sie selbst helfen so zu vermeiden, dass manche Apotheken zu viel Zulauf haben, andere zu wenig und dann vielleicht auf tausenden bestellter, gelagerter Masken sitzenbleiben", meint Hubmann.

Was ist an FFP2-Masken so besonders?
FFP2-Masken filtern Partikel besonders wirksam aus der ein- oder ausgeatmeten Atemluft. Bei Tests müssen sie mindestens 94 Prozent der Testaerosole herausgefiltert haben. Allerdings bieten auch sie keinen 100-prozentigen Schutz, mahnen Experten, weshalb die bisherigen Regeln wie häufiges Händewaschen, in die Armbeuge niesen oder husten, Abstand halten und Kontakte auf ein Minimum reduzieren, weiterhin wichtig bleiben.

Für Menschen ab 60 Jahren reiche im Dezember das Vorzeigen des Personalausweises, "jüngere und chronisch Kranke können als Beweis für ihren Anspruch etwa ihren Medikationsplan mitbringen, wenn dieser nicht sowieso schon in der Stammapotheke hinterlegt ist", meint Hubmann. Apotheken können zudem eine Eigenerklärung verlangen – eine reine Sicherheitsmaßnahme, die verhindern soll, dass sich einige Berechtigte die Masken gar aus mehreren Apotheken holen.

Und wie kommen Ältere, die das Haus nicht verlassen können oder wollen, an ihre Gratismasken? Dazu das Bundesministerium für Gesundheit: "Apotheken können auch bei Vorlage einer Vollmacht die FFP2-Masken aushändigen." Bei Personen, die der Apotheke nicht bekannt sind, sollte zusätzlich der Personalausweis vorgelegt werden.

Versand möglich ab Januar

Ab Januar sollen Ältere und jüngere, chronisch Kranke laut ABDA dann mit weiteren Masken versorgt werden. Dafür werden sie von ihrer Krankenversicherung fälschungssichere Berechtigungsscheine für zweimal je sechs FFP2-Masken erhalten. Für jeweils 6 Masken ist ab Januar auch ein Eigenanteil von zwei Euro vorgesehen. Insgesamt hat jeder Betroffene Anspruch auf 15 FFP2-Masken, also rechnerisch eine pro Woche bis zum Beginn des Frühjahrs.

Die Gratismasken, die ab Januar ausgegeben werden, sollen nach Angaben von Kanzlerin Angela Merkel auch zugeschickt werden können – um Schlangen beim Abholen vor Apotheken zu vermeiden.