Wohnen im Alter: Betreut oder allein?

Ob Wohngemeinschaft, Seniorenheim oder umgebautes Haus: Altersgerechtes Wohnen kann ganz unterschiedlich aussehen. Ein Überblick

aktualisiert am 29.09.2015

Wie will ich im Alter leben? Frühzeitige Planung ist sinnvoll

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Der letzte Umzug ist für viele Menschen über 60 meist schon eine Weile her. Oft leben sie seit Jahrzehnten in demselben Haus oder der gleichen Wohnung. Haben dort Kinder aufgezogen, sie wieder ausziehen sehen, sind in Rente gegangen.

Doch mit den Jahren kommen neue Bedürfnisse, denen das langjährige Domizil womöglich nicht gerecht wird. Viele Gründe können eine Veränderung sinnvoll machen. Manchmal reicht schlicht die Rente nicht aus, um die Kosten für das bisherige große Haus zu bezahlen. Wenn die körperliche Fitness nachlässt, können Treppen zu einem schwer überwindbaren Hindernis werden. Ungünstig, wenn dann die Wohnung im fünften Stock liegt. Oder jemand ist krankheitsbedingt auf Hilfe angewiesen, kann den Haushalt alleine nicht mehr führen.


Ältere Menschen stehen dann vor einer schweren Entscheidung: Sollen sie ihr Heim altersgerecht umbauen oder lieber umziehen? Womöglich in ein betreutes Wohnheim? Oder besser in eine Wohngemeinschaft mit Gleichgesinnten? Das passende Wohnmodell für den Lebensabend ist nicht nur eine Frage von Notwendigkeiten und der Finanzen, sondern auch der Persönlichkeit. Wir stellen die verschiedenen Möglichkeiten in einer kleinen Übersicht vor.

1. Wohngemeinschaft

Ideal für alle, die nicht gerne allein leben. Solche "WGs" sind längst nicht mehr nur eine Alternative für Studenten mit klammem Geldbeutel. Das Miteinander bietet auch älteren Semestern einige Vorteile: Es beugt Alterseinsamkeit vor, außerdem ist im Notfall fast immer jemand in der Nähe. Etwas Toleranz für die Eigenheiten und Gewohnheiten anderer sollte man beim Einzug allerdings mitbringen. Daran hat sich seit Unizeiten nichts geändert.

2. Mehrgenerationenhäuser

Wie in klassischen Großfamilien leben hier mehrere Generationen unter einem Dach. Allerdings müssen die Beteiligten nicht zwangsläufig miteinander verwandt sein. Oft gibt es dabei Gemeinschaftszimmer und einige Privaträume, die nur einer Partei offenstehen. Durch Arbeitsteilung, gegenseitige Unterstützung und Austausch von Erfahrungen sollen alle Bewohner voneinander profitieren.

3. Altersgerecht umbauen

Wer nicht aus seinem Zuhause ausziehen möchte, kann es mit einigen Umbaumaßnahmen zu einem Wohnort ausbauen, der die Ansprüche eines hohen Lebensalters erfüllt. Einige Firmen haben sich bereits auf altersgerechte Renovierungen spezialisiert. Diese reichen von einem barrierefreien Zugang zu Haustür, Terasse oder Balkon, Haltegriffen im Bad bis zu höhenverstellbaren Anrichten in der Küche, die auch im Rollstuhl sitzend gut erreichbar sind.


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4. Seniorenheim

Die meisten wünschen sich sicherlich, in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Manchmal sprechen aber gute Gründe für einen Umzug in ein Heim. Die medizinische Betreuung ist dort oft besser gewährleistet als in den eigenen vier Wänden, bei Problemen steht Personal rund um die Uhr zur Verfügung. Wer in eine solche Einrichtung ziehen möchte, sollte sich ausführlich über das mögliche neue Domizil informieren und ihm unbedingt vorher einen Besuch abstatten. Bei Einrichtung und Betreuung gibt es große Unterschiede, was sich meist auch im Preis niederschlägt.


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