Schnell handeln – wenn das Blut nicht mehr fließt, ist Gefahr im Verzug. Der Notruf kann Leben retten und Folgeschäden mindern
Herr Zauderlich und Frau Zubescheiden sind tot. Die Schockwirkung der großen Traueranzeigen für erfundene Herzinfarktopfer war gewollt. Mit dieser drastischen Kampagne wollte die Deutsche Herzstiftung Ende 2007 auf ein fatales Problem aufmerksam machen.
Noch immer warten Herzpatienten oder ihre Angehörigen zu lange, bis sie den Notarzt rufen. Oft, bis es zu spät ist: Ein Drittel der Menschen mit Herzinfarkt sterben, noch ehe sie die Klinik erreichen.
Auch die Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe warnt vor allzu zögerlichem Verhalten, wenn nur der leiseste Verdacht auf einen Schlaganfall besteht. Und das mit prominenter Unterstützung: In Fernsehspots verrät Verona Pooth, warum jede Minute zählt. Wenn Gefäße dicht machen, handelt es sich um einen Notfall, egal ob sich der Thrombus, also das Blutgerinnsel, in einer Arterie oder einer tiefen Vene befindet.
Becken- oder Beinvenenthrombosen etwa bergen immer die Gefahr einer Lungenembolie, einer Verstopfung der Lungenschlagader, die lebensgefährlich ist. Warum der Zeitfaktor bei Gefäßverschlüssen eine so große Rolle spielt, hat aber nicht nur mit Überlebenschancen, sondern auch mit Schadensbegrenzung zu tun:
Vergeht zu viel Zeit zwischen Notfallereignis und Einlieferung in die Klinik, sind die Rettungsmaßnahmen für die Ärzte schwieriger. Denn: Je früher und vor allem erfolgreicher das Gerinnsel aufgelöst werden kann, desto geringer sind auch die Folgeschäden am Herzen, im Gehirn oder am Bein.
Elke Schurr, www.senioren-ratgeber.de; 09.06.2008, aktualisiert am 01.03.2010
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