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Impfungen – auch für Senioren wichtig!

Impfungen helfen, sich selbst und die Familie vor ansteckenden Krankheiten zu schützen


Auch für ältere Menschen ratsam: Sich impfen lassen

Wann waren Sie das letzte Mal beim Impfen? Sie wissen es nicht? Dann würde sich ein Blick in Ihren Impfpass vermutlich lohnen. Denn bei den meisten Impfungen sind regelmäßige Auffrischungen notwendig, damit ein ausreichender Schutz gewährleistet ist. Gesunde Erwachsene und Senioren vergessen jedoch gerne mal einen Impftermin, weil sie nicht das Gefühl haben, von Infektionen bedroht zu sein. "Gerade bei den wichtigsten Impfungen für Senioren, wie zum Beispiel gegen Pneumokokken, sind die Impfraten nur mäßig", sagt Professor Dr. Bernhard Ruf, Chefarzt der Klinik für Infektiologie, Tropenmedizin und Nephrologie am Klinikum St. Georg in Leipzig.

Dabei sind Impfungen auch im Alter wichtig, um sich selbst,  aber auch die eigene Familie und den Bekanntenkreis vor Krankheiten zu schützen. Denn zum einen führen manche Infektionen, wie zum Beispiel die Virusgrippe, bei Senioren und Personen mit chronischen Krankheiten öfter zu Komplikationen oder gar zum Tod als bei jungen Menschen. Zum anderen sollte gerade wer Enkelkinder hat oder mit chronisch kranken Personen verkehrt daran denken, dass eine Infektion, die für ihn selbst vielleicht nur unangenehm ist – wie zum Beispiel ein Keuchhusten – für einen Säugling, der sich bei ihm angesteckt hat, unter Umständen lebensbedrohlich werden kann.


Eine Impfung kann daher manchmal auch sinnvoll sein, um Personen, mit denen man regelmäßig Kontakt hat, zu schützen. Denn wer gegen eine Krankheit geimpft ist, bildet üblicherweise Abwehrstoffe (Antikörper) gegen den auslösenden Erreger. Diese Antikörper richten sich gegen den Keim oder Bestandteile davon. Sie sorgen dafür, dass das Immunsystem den Erreger unschädlich macht, wenn er in den Körper gelangt. Das schützt nicht nur die geimpfte Person vor einer Erkrankung, sondern verhindert auch, dass sich der Erreger im Körper weiter vermehren kann und dann auf andere Personen übertragen wird.

Experten sprechen in diesem Zusammenhang auch von „Herdenimmunität“. Denn wenn sehr viele Menschen gegen eine bestimmte Krankheit geimpft oder anderweitig immunisiert sind, kann sie sich nicht mehr weiter in der Bevölkerung verbreiten. Auf diese Weise gelang es zum Beispiel mit Hilfe der Impfung, die Pocken auszurotten. Gleiches wurde inzwischen auch nahezu für die Kinderlähmung erreicht.



Gut geschützt? Der Impfpass verrät es

Wie finde ich heraus, ob ich geimpft bin?

Eine Impfung alleine genügt meist nicht – es gilt, weitere Impftermine und die richtigen Zeitpunkte für die Auffrischung im Blick zu behalten, damit der Schutz gegen eine bestimmte Krankheit auch wirklich gewährleistet ist. Wenn Sie wissen wollen, ob Sie gegen eine Infektionskrankheit geschützt sind und wann Ihre nächsten Impftermine anstehen, werfen Sie doch einen Blick in Ihren Impfpass. Dort trägt der Arzt jede Ihrer Impfungen mit dem Datum ein. Manche Mediziner schreiben auch gleich mit Bleistift den nächsten Impftermin darunter. Falls Sie mit den Einträgen im Impfpass nicht zurecht kommen, nehmen Sie das Dokument doch einfach zum nächsten Termin in die Praxis mit und lassen Sie dort überprüfen, ob ihr Impfschutz vollständig ist.

Was tun, wenn ich Auffrischungsimpfungen über Jahre hinweg vergessen habe?

Wenn Sie Auffrischungsimpfungen vergessen haben, sollten Sie diese möglichst rasch nachholen. Denn die Antikörper, die nach einer Impfung gebildet werden und im Blut zirkulieren, nehmen im Lauf der Jahre ab. Durch die Auffrischungsimpfung wird der Körper quasi an den Impfschutz erinnert und bildet wieder neue Antikörper. Komplett neu gegen eine Krankheit durchimpfen lassen müssen Sie sich meist nicht. "Nehmen Sie einfach Ihren Impfpass mit und besprechen Sie das Problem mit Ihrem Hausarzt. Er kann Ihnen genau sagen, was zu tun ist," rät Professor Ruf.

Welche Impfungen sind speziell für Senioren sinnvoll?

Ihren Impfschutz gegen Wundstarrkrampf (Tetanus) und Diphtherie müssen alle Erwachsenen regelmäßig alle zehn Jahre auffrischen lassen. Allen Personen, die älter sind als 60 sowie Menschen mit bestimmten chronischen Krankheiten, empfiehlt die ständige Impfkommission (STIKO) zusätzlich eine Impfung gegen Grippe und Pneumokokken. Die Impfung gegen Grippe muss jährlich aufgefrischt werden, am besten im Herbst, vor Beginn der Grippesaison. Doch auch zu einem späteren Zeitpunkt, in Dezember oder Januar, kann die Immunisierung durchaus noch sinnvoll sein. Die große Grippewelle erreicht uns oft erst nach dem Jahreswechsel. Gegen Pneumokokken genügt meist eine einmalige Impfung. Nur in speziellen Fällen sind Auffrischungsimpfungen notwendig.

Zusätzlich zu den genannten Impfungen können im Einzelfall weitere angebracht sein. So kann zum Beispiel für Senioren, die regelmäßig Ihre Enkelkinder betreuen, eine Impfung gegen Keuchhusten ratsam sein. Wer in einem Risikogebiet lebt und sich viel im Freien aufhält, sollte mit dem Arzt auch über die Notwendigkeit einer FSME-Impfung sprechen. Eine Auffrischung der Impfung gegen Kinderlähmung wird zwar nicht mehr generell empfohlen, kann aber zum Beispiel Sinn machen, wenn man in ein Land reist, in dem noch ein Poliomyelitis-Risiko besteht.

Trägt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten?

Generelle Richtlinien, welche Impfung für wen sinnvoll ist, legt in Deutschland die ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut fest. Ist eine Impfung von der STIKO empfohlen, so tragen meist die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten. Denn der gemeinsame Bundesausschuss der gesetzlichen Krankenkassen, der darüber entscheidet, orientiert sich an den Vorgaben der STIKO.



Dr. Katharina Gockel / www.senioren-ratgeber.de; 23.07.2010, aktualisiert am 15.05.2012
Bildnachweis: W&B/Achim Graf, W&B/Martin Ley

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