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Vorratshaltung: So geht's

Widriges Wetter, ein grippaler Infekt: Manchmal kommen wir länger nicht vor die Tür. Wie Sie gezielt einkaufen und Lebensmittel richtig lagern.

von Heidi Loidl, aktualisiert am 07.10.2021

Bevorraten Sie nur, was Sie gern essen. Sonst werden Vorräte alt, und Sie werfen sie irgendwann doch weg – das wäre schade.

Für eine Woche, für 1 Person:
✔ 1 kg Vollkornbrot
✔ 200 g Vollkornknäcke
✔ 250 g Vollkorntoast
✔ 500 g Vollkornpasta**
✔ 500 g Vollkornreis**
✔ 500 g Kartoffeln
✔ 500 g Haferflocken**
✔ 2,4 kg Gemüse
✔ 500 g Linsen**
✔ 900 g Obst
✔ 200 g Nüsse
✔ 1 l Milch
✔ 500 g Joghurt
✔ 150 g Hartkäse
✔ 100 g Schnittkäse
✔ 100 g Weichkäse
    oder 250 g Magerquark
✔ 6 Eier
✔ 300 g Fleisch
✔ 150 g Wurstaufschnitt
✔ 450 g Fisch (Lachs, Forelle)
✔ 125 g Streichfett
✔ 500 ml Speiseöl**
✔ 14 l Wasser*
* in Gegenden mit hoher Nitrat­belastung des Trinkwassers
** Pasta/Linsen für 2, Öl für 3, Reis/Flocken für 4 Wochen

7 x Top-Reserven

H-Milch: Hält sich ungeöffnet mehrere Monate und muss nicht gekühlt werden – geöffnet allerdings schon, dann verdirbt auch sie innerhalb weniger Tage.
Knäckebrot:
Durch Trocknen mehrere Monate haltbar – herkömmliches Brot oft höchstens 1 Woche.
Dosentomaten:
Mehrere Jahre haltbar (Frisch­gemüse nur einige Tage). Tomaten werden vollreif eingedost, schmecken im Winter besser als weit gereiste "Frischware".
Teigwaren:
Etwa 12 Monate haltbar. Wählen Sie immer Vollkorn. Ebenfalls gut als Sattmacher: Vollkornreis.
Linsen: Ein bis zwei Jahre haltbar, weil getrocknet. Ersetzen als gute Eiweißquelle auch Fleisch, Käse und Quark.
Nüsse: Halten sich etwa sechs Monate. Gut als Snack zwischendurch!
Fischkonserven: Haltbar laut Mindesthaltbarkeitsdatum; geöffnet nur 1 Tag!

4 x nützlich

Kühltasche oder -box: Sinnvoll zum Transport von Tiefkühlkost, damit sie nicht an- oder gar auftaut. Ersatzweise in Zeitungspapier wickeln. Tiefgekühltes im Laden zuletzt in den Wagen legen!
Trolley: Damit bringen Sie ­größere Einkäufe ohne Anstrengung heim. Einfache Trolleys sind zusammenfaltbar. Mehr Komfort bieten Modelle mit Luftreifen, sie rollen auch gut über Kopfsteinpflaster. Andere lassen sich ans Fahrrad hängen.
Lupe: Gut, um bei eingeschränkter Sehkraft Kleingedrucktes wie Zutatenlisten zu lesen. Komfortabel: große Linse, gum- mierter Griff, zusätzliche Beleuchtung. 
Einkaufsliste: Hilft, nicht unnötig viel zu kaufen oder sich von Angeboten, Süßem oder Knabberzeug verführen zu lassen. Gehen Sie nie hungrig einkaufen!

Tipp: Kommt ins Haus
Ob Getränkefahrer, Biokiste, Vertreiber von Tiefkühlkost oder Bringdienst des Supermarkts: Wer nicht aus dem Haus kann, bestellt dort per E-Mail oder ­­
Anruf, einige Tage später wird geliefert. Im Stammgeschäft fragen, ob es den Service bietet!

Das heißt richtig lagern

➔ tiefgefroren
im Tiefkühlgerät, bei – 18 °C oder darunter; bei dieser Temperatur ist TK-Spinat am längsten haltbar
➔ gekühlt  
im Kühlschrank, bei 0 bis 8 °C; gilt für Milch, Eier
➔ kühl
kühler Ort, bis max. 18 °C, aber nicht im Kühlschrank; zum Beispiel Haferflocken
➔ bei Zimmertemperatur
bei 18 bis 22 °C, ohne weitere Anforderungen an Luftfeuchte und so weiter; richtig für Brot
➔ vor Wärme schützen
verträgt grundsätzlich mehr als Raumtemperatur, aber keine ­Heizung in unmittelbarer Nähe oder Sonne; ratsam für Nüsse
➔ trocken
trockener Ort, bis maximal 70 % relative Luftfeuchte; empfohlen für Mehl
➔ lichtgeschützt
vor direktem Lichteinfall (etwa direkter Sonne) schützen; ideal für Olivenöl

Gut verpackt

Brotseide:
Seidenpapier außen, perforierte Kunststofffolie innen – das Spezialpapier hält die Brotkruste einigermaßen knusprig. Auch für die Brotlagerung zuhause.
Käsepapier:
Das doppellagige ist gut gegen vorzeitiges Verschimmeln; falls nicht verwendet, an der Käsetheke mitgeben lassen!
Gefrierbeutel:
Nur entsprechend starke Beutel verhindern Austrocknen des Gefrierguts (Gefrierbrand). Nicht geeignet: Frischhaltebeutel, ausgediente Joghurtbecher.
Plastikbox:
Für Wurst im Kühlschrank (zum Schutz gegen Austrocknung); gefriergeeignete zum Einfrieren von Essensresten
Obst- und Gemüsenetz:
Lässt sich waschen und immer wieder verwenden. Das spart Einwegtüten und trägt zum Klimaschutz bei.
Glas oder Dose:
Ob Mehl, Linsen oder Nüsse: Wiederverschließbare Verpackungen zusätzlich in dicht schließenden Dosen oder Behältern auf­bewahren. Das hält Schädlinge fern.

Tipp: Alles o. k. im Kühlschrank
Kühlschrank einmal im Monat mit warmem Wasser und Spülmittel säubern; Schmutz durch unverpacktes Gemüse sofort entfernen. Moderne Geräte haben oft eine Abtauautomatik. Andernfalls: Reifbildung kon­trollieren und vereiste Kühlfächer umgehend abtauen.

Vorrat pflegen

1. Nahrungsmittel nach dem Einkauf sofort einräumen: Tiefgekühltes zuerst, danach
alles, was gekühlt werden muss, dann den Rest!
2. Beachten Sie die Hinweise zur richtigen Lagerung auf der Verpackung.
3. Im Kühlschrank gehören Fisch und Fleisch nach unten, Milchprodukte ins Fach darüber, Käse und Speisereste ganz nach oben, Gemüse und Obst ins Gemüsefach. Neu Eingekauftes nach hinten ins Regal stellen, ältere Ware zuerst verbrauchen.
4. Haltbarkeitsdatum regelmäßig kontrollieren, Lebensmittel rechtzeitig verbrauchen.
5. Selbsteingemachtes immer wieder auf luftdicht verschlossene Deckel prüfen. Offene
Gläser nicht mehr verwenden.

Tipp: Vorrat mit System
Schreiben Sie sich einen Vorratsplan, auf dem Sie entnommene Lebensmittel ausstreichen und Neues ergänzen. So behalten Sie den Überblick und müssen im Gefriergerät und Vorratsschrank nicht lange suchen.

Länger, am längsten

Mindestens haltbar bis ...
Das Datum gibt an, bis wann ein ungeöffnetes Lebensmittel bei richtiger Lagerung seine typischen Eigenschaften behält, also Geruch, Geschmack, Nährstoffe.
Es ist kein Verfallsdatum! Danach prüfen, ob etwas noch genießbar ist!
Zu verbrauchen bis ...
Bis zu diesem Datum auf dem Etikett sollten Sie ein Lebensmittel gegessen haben, danach gehört es in den Müll.
Die Angabe findet sich auf leicht Verderblichem wie vorgeschnittenen Salaten, Hackfleisch oder Räucherfisch.

Tipp: Für den Notfall
Denken Sie auch an einen Wasservorrat für die Hygiene, eine Hausapotheke sowie warme Kleidung, Taschenlampen, Kerzen und Batterien (bei Stromausfall). Halten Sie wichtige Dokumente und Notgepäck griffbereit. Checkliste unter www.bbk.bund.de

Kein Keller – und jetzt?

Moderne Keller sind oft zu warm, sodass Kartoffeln auskeimen, und zu trocken, sodass Lageräpfel schnell schrumplig werden. Bewahren Sie kleine Mengen ersatzweise im Kellerfach eines entsprechenden Mehrzonen-Kühlschranks auf. Dort lässt sich die Temperatur unabhängig von der im Kühlgerät regulieren.

 
Interview: "Hamstern ist ansteckend"
Senioren Ratgeber: Hefe ausverkauft, Mehl- und Nudel­regal leer. Gab es die Sorge, dass Lebensmittel wegen Corona knapp werden?
Harald Seitz: Die Leute haben sich anstecken lassen und regelrecht gehamstert. Je weniger von etwas da war, desto schneller war es weg – eine Regel im Marketing. Die Menschen haben mehr gekauft, als sie tatsächlich benötigten.
Und die Versorgung war immer sicher?
Ja. Lebensmittel werden weltweit gehandelt, daher kann man immer ausgleichen. Es war ein rein logistisches Problem, schnell genug nachzufüllen.
Aber eine gewisse Vorratshaltung ist doch sinnvoll ...  
Coronabedingt ist zwar aktuell keine Versorgungskrise zu befürchten. Aber für den Fall eines Hochwassers, einer Schneekatastrophe oder eines Stromausfalls raten wir zu einem Vorrat für zehn Tage, mehr ist nicht sinnvoll. Und wer nach und nach einkauft, belastet sein Budget weniger.

Nachgefragt bei Harald Seitz, Diplom-Ökotrophologe, Bundeszentrum für ­Ernährung, Bonn


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