Erkältung im Alter

Ein grippaler Infekt nimmt bei über 60-Jährigen eher einen schweren Verlauf. Wie Sie die Beschwerden lindern und wann ein Besuch beim Arzt ratsam ist

von Stephan Soutschek, aktualisiert am 22.01.2016

Bei einer Erkältung helfen Ruhe und Erholung

Thinkstock/Pixland

Abwarten und Tee trinken. Das ist ein beliebter Ratschlag für Erkältungs-Patienten. Und tatsächlich braucht ein Infekt oft schlicht Zeit, um abzuklingen. Etwa sieben Tage sollte man bei Husten und Schnupfen einplanen. Manchmal kann eine Erkältung aber auch über zwei Wochen dauern.

Bei Erkältung schonen

Wichtig sind in dieser Zeit ausreichend Schlaf und eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse, um das Immunsystem zu unterstützen. Außerdem genug trinken. Verschiedene Mittel helfen dabei, die Beschwerden zu lindern. Am besten vom Arzt oder Apotheker beraten lassen, was im Einzelfall am besten geeignet ist.


Abschwellende Nasensprays befreien die Atemwege und erleichtern das Einschlafen. Die Fläschchen aber nicht länger als sieben Tage anwenden. Dampfinhalationen mit ätherischen Ölen befeuchten die Schleimhäute. Lutschpastillen aus der Apotheke lindern Halsschmerzen. Antibiotika helfen bei einer Erkältung in der Regel nicht, da die Infektionskrankheit von Viren verursacht wird, Antibiotika aber nur Bakterien bekämpfen.

Eine leichte Erkältung klingt in aller Regel von selbst wieder aus. Vor allem bei einer schwachen Immunabwehr aber können Infekte eher einen schweren Verlauf nehmen. Darunter fallen viele Senioren sowie Patienten mit chronischen Krankheiten wie Diabetes, Asthma oder Herzproblemen. Solche Leiden schwächen den Körper oft zusätzlich. Patienten sollten nicht zögern, bei einer schweren Erkältung einen Arzt aufzusuchen.

Ein Besuch beim Hausarzt ist zudem auf jeden Fall angebracht, wenn das Fieber sehr hoch ist, Atemnot oder starke Schmerzen auftreten oder die Beschwerden sich nach sieben Tagen nicht gebessert haben.

Erkältung oder Grippe?

Eine Grippe ist häufig nicht so einfach von einer normalen Erkältung unterscheidbar. Oft lässt sie sich nur daran erkennen, dass die Symptome bei ihr sehr schnell auftreten und die Krankheit schwerer verläuft. Das Robert Koch-Institut rät Menschen über 60 Jahren, sich jährlich gegen Grippe impfen zu lassen. Eine Übersicht über die im Alter empfohlenen Impfungen finden Sie hier.

Erkältung vorbeugen

Eine Ansteckung lässt sich zur Erkältungszeit sicher nicht in jedem Fall vermeiden. Sorgfältig Hände waschen verringert aber das Risiko. Am besten vor jedem Essen und beim Betreten der Wohnung die Hände mit Wasser und Seife reinigen. Außerdem kann es hilfreich sein, größere Menschenmengen zu meiden und auf Händeschütteln zur Begrüßung zu verzichten.

Ansonsten zur Erkältungs-Prävention regelmäßig an der frischen Luft spazieren gehen, um die Abwehrkräfte zu stärken. Dabei warm anziehen. Saunagänge und Wechselduschen sind ebenfalls von Vorteil. Im Winter regelmäßig zu Hause stoßlüften. Trockene Heizungsluft belastet die Schleimhäute.

Außerdem sollten ältere Menschen ausreichend trinken. Das trägt dazu bei, die Schleimhäute feucht zu halten. Inwiefern Vitamin C und Zink die Gefahr von Erkältungen verringern, ist umstritten. Klare Belege dafür gibt es nicht. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist aber auf jeden Fall empfehlenswert, um die Immunkräfte zu unterstützen.



Bildnachweis: Thinkstock/Pixland

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