Leben mit chronischer Krankheit: 10 Tipps

Leiden wie Diabetes oder Rheuma verschwinden nicht wie ein Schnupfen nach einiger Zeit. Für Patienten ist die Diagnose oft ein Schock. Was hilft, die Krise zu meistern
von Raphaela Birkelbach, 03.02.2016

Optimistischer Blick nach vorne: Auch ein Leben mit Krankheit ist lebenswert

W&B/Szczesny

Was löst die Diagnose, an multipler Sklerose, Krebs oder Diabetes zu leiden, bei einem Patienten aus? Laut Robert Koch-Institut geben mehr als die Hälfte der über 65-Jährigen an, mindestens eine chronische Krankheit zu haben. Nicht jede Diagnose wiegt medizinisch gleich schwer, nicht jede ist lebensbedrohlich. Doch wer erfährt, an Leib oder Seele nie wieder ganz heil zu werden, hält meist erschrocken inne.

Die Behandlung durch das medizinische Expertenteam ist das eine, um die Krankheit in den Griff zu kriegen. Darüber hinaus können verschiedene Bewältigungsstrategien helfen, das neue Leben anzunehmen.

1. Gut informiert sein

Ob Medikamente, Spezial-Kliniken oder Risikofaktoren: Wer gut über seine Krankheit Bescheid weiß, fühlt sich ihr nicht so hilflos ausgeliefert. Aber Vorsicht: Es kann auch ängstigen, über alle möglichen Krankheitsverläufe und Komplikationen zu lesen. Sprechen Sie darüber mit dem Arzt Ihres Vertrauens, der die Infos mit Ihnen bespricht und seriös einordnet.

2. Entspannen

Versuchen Sie, den Stresspegel so niedrig wie möglich zu halten. Ob Qigong, Yoga oder Meditation: Probieren Sie für sich aus, welche Übungen Ihnen guttun. Sie werden schnell merken: Je konsequenter und regelmäßiger Sie auf Entspannung setzen, umso besser wirkt sie.

3. Augenblicke genießen

Bestaunen Sie das Glitzern der Eiskristalle vor Ihrem Fenster. Lassen Sie sich vom Lachen der Enkeltochter anstecken. Oder lesen Sie den lieben Brief der Freundin gleich mehrmals. Rufen Sie sich diese beglückenden Momente in Erinnerung, wenn es Ihnen schlecht geht.

4. An sich glauben

Sie haben in Ihrem Leben schon manche Krise erfolgreich gestemmt. Gehen Sie in sich: Wie haben Sie das damals geschafft? Übertragen Sie das erfolgreiche Vorgehen von damals auf die Situation von heute. Vielleicht sehen Sie jetzt einen Weg.

5. Auch mal verdrängen

Sich mit seinen Malaisen auseinanderzusetzen ist gut. Ständig darüber nachzudenken kostet Energie. Versuchen Sie belastende Gedanken zur Seite zu schieben.

6. Probleme offen ansprechen

Menschen, die Ihnen nahestehen, sollten wissen, dass Sie zwischenzeitlich bleierne Müdigkeit überfällt oder eine depressive Phase aus der Bahn wirft. So kann Ihre Umwelt besser Rücksicht nehmen.

7. Für Krisen gewappnet sein

Ob Schmerzattacke oder ein taubes Gefühl in den Fingern: Es kann sein, dass sich so ein Krankheitsschub ankündigt. Setzen Sie sich im Vorfeld damit auseinander. Was oder wer hilft dann? Überlegen Sie sich eine Strategie, die Sie in solchen kritischen Situationen bereithaben.

8. Druck herausnehmen

Würdigen Sie, dass Sie krank sind. Bauen Sie für sich selbst ein tiefes Verständnis auf. Machen Sie sich bewusst: Sie müssen nicht wie früher funktionieren. So können Sie besser Schritt für Schritt die Dinge ins Auge fassen, die Sie für sich erreichen möchten.

9. Nicht zu viel grübeln

Quälen stets die gleichen Gedankenschleifen? Sagen Sie sich: Es ziehen nur Fantasien durch meinen Kopf, keine Tatsachen. Fragen Sie sich: Hat mich das Grübeln jetzt weitergebracht? Habe ich dadurch ein Problem gelöst? Schreiben Sie sich diese kritischen Fragen auf einen Zettel. Schauen Sie ihn öfter an.

10. Den Alltag regeln

Was, wenn Sie einmal in die Klinik müssen oder sich nicht um Ihren Alltag kümmern können? Sorgen Sie für diesen Notfall vor. Regeln Sie, wer den Hund spazieren führt, die Pflanzen gießt oder Ihnen die Wäsche macht.


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