Heilsame Bäder: Ab in die Wanne!

Ob bis zum Kinn oder nur mit dem Finger eingetaucht: So nutzen Sie die heilsame Wärme von Wasser mit den richtigen Zusätzen

von Elke Schurr, aktualisiert am 12.01.2016

Hilft gegen Stress: Entspannungsbad

PhotoDisc/ RYF

Brrr... ist das nasskalt da draußen! Jetzt ein warmes Bad und das Frösteln hat ein Ende. Verspannungen von Muskeln lösen sich auf, der Stress geht buchstäblich baden. "Am wohlsten fühlt sich der Mensch bei einer Wassertemperatur zwischen 34 und 36 Grad", erklärt Dr. Johannes Naumann, Internist und Balneologe vom Uniklinikum Freiburg. "Dann muss sich der Stoffwechsel nicht so anstrengen – der Körper entspannt maximal."

Manchmal darf das Tauchbad aber ruhig wärmer sein – das hängt vom erwünschten Effekt ab. Wer sein Badezimmer in ein Heilbad verwandeln will, sollte dann auch für entsprechende Zusätze sorgen: Ob duftende Kräuterextrakte, Salze oder ätherische Öle – "Je nach Ziel der Wasseranwendung kommen verschiedene Produkte infrage", weiß Hans-Peter Eppler, Apotheker aus Laichingen, und rät, sich vom Fachmann beraten zu lassen. "Sie können in der Apotheke unter mehr als 300 Bädern auswählen."


1. Entspannungsbad: Wenn Sie Ruhe brauchen

Warum? Bei Stress, nervöser Unruhe, Anspannung und Einschlafproblemen.

Wie wirkt’s? Die Wärme aktiviert die Wärmerezeptoren des Körpers. Man fühlt sich angenehm müde.

Wie heiß? Die Wassertemperatur sollte zwischen 34 und 36 Grad liegen. Dann können Sie bis zu eine halbe Stunde in der Wanne liegen.

Was ins Wasser? Baldrian-, Lavendel- oder Melissenextrakt, je nach Duft-Vorliebe. Ätherische Öle sind flüchtig. Deshalb sollten Sie die Zusätze erst in das Wasser geben, wenn Sie bereits in der Wanne liegen.

Zusatztipp: Als Einschlafhilfe planen Sie das Bad am besten kurz vor dem Zubettgehen ein. Danach warm einwickeln – nicht kalt abbrausen.

Wer nicht? Bei Venen- oder Herzschwäche sind heiße Bäder nur eingeschränkt empfehlenswert. Klären Sie das vorab mit Ihrem Arzt.

2. Fußbad: Bei kalten Füßen

Warum? Sie frösteln, Ihre Füße gleichen Eiszapfen.

Wie wirkt’s? Ein Fußbad entfaltet seine wohltuende Wärmewirkung im ganzen Körper, ist jedoch schonender als ein Vollbad.

Wie heiß? 36 bis 38 Grad für 10 bis 20 Minuten.

Was ins Wasser? Latschenkiefer-, Rosmarin-, auch Senföl fördern die Durchblutung.

Zusatztipp: Füße anschließend kurz kalt abduschen. Das verstärkt die Wirkung.

Wer nicht? Bei chronisch kalten Füßen muss eine Gefäßerkrankung ausgeschlossen werden.


3. Erkältungsbad: Wenn Schnupfen droht

Warum? Die Glieder schmerzen, der Hals kratzt. Eine Erkältung bahnt sich an.

Wie wirkt’s? Ein Überwärmungsbad verursacht eine Art künstliches Fieber. Das Immunsystem läuft auf Hochtouren und bekämpft verstärkt die Viren. Sie schwitzen Ihre Erkältung quasi aus.

Wie heiß? Optimal wirkt das ansteigende Ganzkörperbad: Sie beginnen bei 36 Grad und lassen so lange heißes Wasser zulaufen, bis es 40 Grad erreicht. Dauer: 20 Minuten.

Was ins Wasser? Thymian-, Edeltanne-, Eukalyptus- oder Kampferöl sind ideal. Sie entfalten ihre antientzündliche Wirkung über die Haut, aber auch übers Einatmen.

Zusatztipp: Wer zu Schwindel neigt, sollte sich beim Abtrocknen hinsetzen. Danach warm einpacken und ins vorgewärmte Bett legen. Ein heißer Tee unterstützt den Schwitzeffekt.

Wer nicht? Sind Sie bereits stark erkältet oder haben Sie gar Fieber, sollten Sie auf das Bad verzichten. Das Immunsystem wäre überfordert. Auch Herz- und Venenpatienten vertragen die Hitze nicht.

4. Fingerbad: Wenn sich ein Nagel entzündet

Warum? Über kleine Wunden an der Nagelhaut oder am Falz dringen Bakterien ein. Das Nagelbett entzündet sich.

Wie wirkt’s? Fingerbäder desinfizieren und beruhigen. Gut, um die Entzündung gleich zu Beginn auszubremsen.

Wie heiß? 34 Grad, zweimal täglich für 20 Minuten.

Was ins Wasser? Kamille, jodhaltige Lösungen oder spezielle Wirkstofftabletten zur Herstellung einer desinfizierenden Badelösung.

Zusatztipp: Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, was für Sie infrage kommt, vor allem wenn sich Eiter entwickelt.

5. Sitzbad: Wenn es am Po brennt

Warum? Brennende, juckende oder gerötete Stellen am After sind oft Folge eines Hämorriden-Leidens. 

Wie wirkt’s? Regelmäßige Sitzbäder helfen, das Brennen und Jucken am Po zu stoppen.

Wie heiß? 34 bis 36 Grad für fünf Minuten, zweimal täglich.

Was ins Wasser? Hamamelis beruhigt die Haut. Eichenrinde wirkt austrocknend – gut bei nässenden Ekzemen.

Zusatztipp: Wer kein Bidet hat oder wem eine Schüssel zu unpraktisch ist: Es gibt spezielle Einsätze für die Toilette. Hämorriden immer auch vom Arzt abklären lassen!

6. Pflegebad: Wenn Ihre Haut schuppt

Warum? Bei trockener oder juckender Haut.

Wie wirkt’s? Warmes Wasser allein würde den natürlichen Barriereschutz der Haut angreifen. Die richtigen Zusätze aber verwandeln ein Vollbad in ein Pflegebad. Wie ein schützender Mantel legen sich die Öle auf die Haut.

Wie heiß? 34 bis 36 Grad für 20 Minuten.

Was ins Wasser? Mandel-, Avocado- oder Jojobaöl, auch Sesamöl – es gibt sie pur oder als Badeöle, teilweise auch kombiniert mit Salz vom Toten Meer.

Zusatztipp: Pures Salz vom Toten Meer ist gerade bei empfindlicher Haut empfehlenswert. Es enthält Mineralien, etwa Magnesium, die entzündungshemmend wirken.



Bildnachweis: PhotoDisc/ RYF

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