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Berufstätig im Alter

Wieder berufstätig: Ob Minijob oder Vollzeit – was Senioren bei einer Bewerbung beachten sollten.

von Miriam Hoffmeyer, 16.08.2019
Verkäuferin

Viele Senioren suchen sich im Alter noch eine neue Beschäftigung.


Jobsuche: Keine Angst vor Ablehnung

Sich anbieten und abgelehnt werden – davor haben Menschen in jedem Alter Angst. Doch für Senioren liegt die Hemmschwelle besonders hoch. Viele sind aus der Übung, weil sie sich seit Jahrzehnten nirgendwo mehr ­beworben haben. Und sie befürchten, gegen jüngere Konkurrenten sowieso keine Chance zu haben. "Dabei ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Ältere inzwischen recht gut", sagt Jürgen Hesse, Autor von Bewerbungs- und Karriereratgebern. Senioren können mit Erfahrung und guter Arbeitsmoral punkten. Sein Rat: "Denken Sie an Ihre Stärken, und seien Sie selbstbewusst. Nach dem Motto: Eigenlob stinkt nicht, Eigenlob stimmt!"

Recherchieren Sie vorab

Gute Vorbereitung ist ein Muss – das gilt für ältere Bewerber genauso. Per Anruf oder auf der UnternehmensWebseite können Sie heraus­finden, an wen Sie die Bewerbung richten müssen. Wer an "sehr geehrte Damen und Herren" schreibt, wirkt wenig motiviert. Sie sollten außerdem die wichtigsten Fakten über das Unternehmen kennen und eine Vorstellung davon haben, welche Bezahlung in Ihrer Region für die Tätigkeit üblich ist.

Das sollte im Anschreiben stehen

In der Kürze liegt die Würze, eine halbe Seite ist genug. Antworten auf zwei Fragen gehören aber unbedingt ins Schreiben: Warum wollen Sie den Job überhaupt machen? Und was hat das Unternehmen davon? Manche Senioren haben sich schon immer gewünscht, Kinder zu betreuen oder Touristen durch ihre Stadt zu führen. Solche Motive sollten Sie ruhig herausstellen, rät Jürgen Hesse. "Die wichtigste Botschaft des ­Bewerbungsschreibens lautet: Ich kann dabei helfen, ein Problem zu lösen."

So gelingt der Lebenslauf

Wann war noch mal Ihre Einschulung? Und wann genau haben Sie mit der Lehre angefangen? Egal! Es kommt nicht auf Vollständigkeit an, sondern darauf, Interesse für sich zu wecken. In der Regel genügt es, wenn Sie Ihren höchsten Schul- und den Berufsabschluss angeben und nur auf die letzten zehn Berufsjahre ausführlich ein­gehen. Haben Sie sich nach dem 50. Geburtstag weitergebildet oder ein neues Hobby entdeckt? Damit können Sie belegen, dass Sie lernfähig geblieben sind. Zeugnisse nur beifügen, wenn es ausdrücklich verlangt wird.

Besonders für Senioren sei ein vorteilhaftes Bewerbungsfoto unverzichtbar, meint Jürgen Hesse: "Je dynamischer und sympathischer Sie auf dem Foto wirken, desto besser!" Wenn möglich, sollten Sie Ihre Bewerbung persönlich abgeben. Oft ergibt sich ein kurzes Gespräch, in dem Sie die Chefsekretärin oder den Meister auf sich aufmerksam machen können. Kontaktfreude zählt hier mehr als alles andere.

Das Vorstellungs-Gespräch meistern

Ältere Arbeitnehmer fallen ständig wegen Krankheit aus – das ist die größte Befürchtung der Unternehmen, auch wenn sie häufig nicht offen ausgesprochen wird. Stellen Sie heraus, dass Sie sich fit fühlen und etwas für Ihre Gesundheit tun. Ihr Gegenüber wird Sie bitten, etwas über sich zu erzählen. Berichten Sie dann nicht zu aus­führlich über Ihr gesamtes Leben, sondern konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. Vermitteln Sie, dass Sie die beiden Eigenschaften besit­zen, auf die laut Hesse jeder Arbeitgeber großen Wert legt: Kooperationsfähigkeit und Optimismus.


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