Hilfen nutzen

Hilfe im Alltag: Was pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen entlastet

Im Laufe der Jahre werden manche Dinge zunehmend beschwerlich. Dann sorgen fleißige Helfer dafür, dass der Alltag wieder rund läuft.

Manchmal hätte ich gerne etwas Gesellschaft oder Begleitung bei alltäglichen Besorgungen.

Speziell geschulte, ehrenamtlicher Seniorenbegleiter kommen stundenweise ins Haus und tun all die Dinge, für die ein klassischer Pflegedienst keine Zeit hat: Vorlesen, Gesellschaftsspiele spielen, gemeinsames Kochen und vieles mehr. Die Ehrenamtlichen begleiten auch auf Spaziergängen, auf dem Weg zum Arzt oder bei anderen alltäglichen Besorgungen. Die Begleiter kommen ebenfalls, wenn pflegende Angehörige für ein paar Stunden Betreuung für einen Hilfsbedürftigen brauchen, den man nicht mehr alleine lassen kann.

Die Besuche sind entweder kostenlos, oder man muss eine geringe Aufwandsentschädigung von etwa fünf bis zehn Euro pro Stunde bezahlen. Es gibt auch teurere Angebote, vor allem von professionellen Anbietern. Teilweise können die Kosten auch von der Pflegeversicherung übernommen werden. Mehr Infos dazu und Kontaktadressen der örtlichen Seniorenbegleiter gibt’s bei den Pflegestützpunkten bzw. der Pflegeberatung vor Ort. Recherche z.B. unter folgendem Link.

Der Haushalt wird mir langsam zu viel!

Ganz klar: Das ist ein Fall für eine Haushaltshilfe. Doch wo findet man die, schließlich handelt es sich um eine Vertrauensstellung? Häufig hat man schon Erfolg, wenn man mal bei Freunden und Bekannten nach Empfehlungen fragt. Ansonsten helfen Kleinanzeigen am schwarzen Brett oder im örtlichen Anzeigenblättchen weiter.

Gut zu wissen: Bei schweren Erkrankungen oder nach einem Krankenhausaufenthalt zahlt die Krankenkasse unter bestimmten Bedingen vorübergehend eine Haushaltshilfe. Dies muss man im Einzelfall mit der Kasse klären.

Unter bestimmten Bedingungen können die Kosten für die Haushaltshilfe bei Pflegebedürftigen von der Pflegekasse übernommen werden, allerdings nur bis zu einem bestimmten Betrag. Außerdem muss es sich um einen "anerkannten Anbieter" handeln und die sind meist ziemlich teuer. Nicht selten zahlt man 25 bis 30 Euro pro Stunde. Am einfachsten ist es, dies mit den Beratern vom örtlichen Pflegestützpunkt bzw. der Pflegeberatung zu besprechen. Den zuständigen Pflegestützpunkt findet man etwa unter folgendem Link.

Wer kurzfristig Unterstützung braucht, kann sich auch an spezialisierte Internetportale wenden, die Reinigungskräfte und andere fleißige Helfer vermitteln. Allerdings sind auch diese Angebote meist relativ teuer.

Bei meinen Fenstern habe ich langsam keinen Durchblick mehr!

Ganz klar, Fenster putzen wird irgendwann zu anstrengend. Bei Pflegebedürftigen zählt die Fensterreinigung als "haushaltsnahe Dienstleistung" und kann unter bestimmten Voraussetzungen von der Pflegekasse erstattet werden. Dies sollte man individuell klären, am besten mit dem örtlichen Pflegestützpunkt. Dann muss es sich um einen "anerkannten Anbieter" handeln, die aber meist relativ teuer sind.

Kommt sowieso Unterstützung im Haushalt, putzt die Perle vielleicht auch die Fenster. Allerdings übernimmt nicht jede Haushaltshilfe auch die Fensterreinigung. Dann sorgt ein professioneller Fensterputzer im Nullkommanichts wieder für streifenfreie Sicht nach draußen. Keine Angst, das ist oft günstiger als man denkt! Am einfachsten findet man einen, wenn man bei den Nachbarn nach Empfehlungen fragt.

Außerdem findet man Anbieter ganz klassisch über eine Suche im Branchenbuch, eine Internet-Recherche oder auch über Kleinanzeigen. Bei der Auswahl unbedingt darauf achten, dass es sich um eine richtige Firma handelt, die eine Rechnung ausstellt. Bekanntlich kann gerade beim Fensterputzen leicht ein Unfall passieren, und das gibt bei Schwarzarbeit richtig Ärger.

Hilfe, wer bügelt meine Wäsche?

Bügeln ist mühsam, vor allem bei Hemden oder Blusen. Viele Haushaltshilfen übernehmen diese Aufgabe gleich mit. Wenn die Pflegekasse Kosten für Hilfe im Haushalt (siehe oben) übernimmt, zählt auch das Waschen und Bügeln dazu.

Klar, dass man die Teile auch selbst in die nächstgelegene Wäscherei bzw. Reinigung bringen kann. Inzwischen gibt es aber auch spezialisierte Lieferservices, die die Wäsche abholen und fix und fertig gebügelt wieder ins Haus bringen. Man findet sie durch eine Internetrecherche zum Beispiel mit den Suchworten "Hemden bügeln" plus "Service", eventuell zusätzlich noch den Wohnort eingeben.

Zum Kochen habe ich keine Lust!

Bei spontanem Hunger hilft natürlich ein Anruf beim örtlichen Lieferservice, der beispielsweise Pasta, Pizza oder Asia-Essen ins Haus bringt. Wer jeden Tag etwas Warmes möchte, kann sich Essen auf Rädern bestellen, das ist abwechslungsreicher und auch günstiger.

Für alle, die noch gut zu Fuß sind, bietet sich der offene Mittagstisch an, den die meisten Seniorenheime, Stadtteilzentren oder manchmal auch soziale Einrichtungen anbieten. Man findet Gesellschaft, und das Angebot ist in der Regel günstiger als der Mittagstisch in Restaurants. Auch einige Supermärkte oder Schlachter haben fertige Speisen aus der warmen Theke im Angebot.

Immer diese Schlepperei beim Einkaufen!

So mancher Supermarkt um die Ecke bietet einen Lieferservice, einige sogar ohne Aufpreis. Wer den Weg in den Laden scheut, kann die Ware dort häufig auch telefonisch bestellen. Das Personal hilft weiter!

Einige große Supermarktketten haben auf ihrer jeweiligen Firmen-Website inzwischen auch einen Online-Shop. Dann kann man seinen Einkauf ganz bequem im Internet erledigen und bekommt alles nach Hause geliefert.

Der Garten sieht aus wie ein Dschungel!

Geht es nur um einzelne, anstrengende Arbeiten, beispielsweise das Rasenmähen, hat vielleicht das Nachbarskind Lust, sich ein zusätzliches Taschengeld zu verdienen. Manche Gemeinden organisieren auch Taschengeldbörsen, über die Jugendliche gegen einen Obolus ihre Hilfe anbieten. Bei Pflegebedürftigen können kleinere Gartenarbeiten (z. B. Blumengießen) auch im Rahmen der "haushaltsnahen Dienstleistungen" von einem "anerkannten Anbieter" mit erledigt werden. Das ist aber relativ teuer (beim örtlichen Pflegestützpunkt nachfragen).

Ist der ganze Garten fällig, muss meistens ein Gärtner ran. Oft beschäftigen die Nachbarn schon jemanden, den sie empfehlen können. Ansonsten helfen Kleinanzeigen an schwarzen Brett (Gemeinde, Supermarkt, Sportverein) oder ein Blick ins örtliche Wochenblatt. Natürlich hilft auch das Internet bei der Suche. Entweder auf dem Portal des Branchenbuchs, über Kleinanzeigen oder eine Recherche mit den Suchworten "Gartenpflege" plus Name des Wohnorts.

Schneeschippen? Nein danke!

Beim Winterdienst darf man nicht schlampen. Wer nicht ordnungsgemäß räumt und streut, haftet nämlich, wenn dadurch ein Unfall passiert. Kann man diese Aufgabe nur kurzfristig nicht übernehmen, beispielsweise wegen einer Erkrankung, helfen die Nachbarn sicher gerne aus.

Ein Dauerzustand ist das aber natürlich nicht. Gegebenenfalls muss also ein professioneller Winterdienst beauftragt werden. Oft haben einige Nachbarn bereits eine Firma mit der Schneeräumung beauftragt. Hier kann man sich meist problemlos anschließen. Ansonsten übernehmen viele Gartenpflege-Unternehmen (siehe oben) auch den Winterdienst.

Meine Frisur sieht wirklich wild aus!

Auch wenn die Fahrt zum Friseur zu beschwerlich ist, will man natürlich gepflegt aussehen. Für Stammkunden kommen einige Friseure direkt ins Haus – einfach mal nachfragen, ob das möglich ist. Oft hat auch eine Freundin oder eine Bekannte einen passenden Tipp. Manchmal hilft auch eine Suche im Internet mit den Stichworten "mobiler Friseur" plus Wohnort.

Gepflegte Füße und Hände - das fällt mir immer schwerer.

Bei Pflegebedürftigen gehört das Kürzen von Finger- und Fußnägeln gegebenenfalls zu den Leistungen der Pflegeversicherung. Ansonsten kann man diese Leistung auch privat bei einem Pflegedienst beauftragen.

Es gibt aber auch professionelle Nagel-Spezialisten, die ins Haus kommen. Sie bieten zusätzlich auch kosmetische Leistungen an, beispielsweise Nagellack oder Gelnägel. Manchmal kann eine Freundin oder Bekannte jemanden empfehlen. Im Internet findet man solche Anbieter durch eine Suche mit den Stichworten "Mobile Fußpflege" oder "Mobiles Nagelstudio" oder "Mobiles Nageldesign" plus Name des Wohnorts.

Es fällt mir manchmal schwer, mit dem Hund raus zu gehen.

Klar, das befreundete Hundebesitzer, Nachbarn oder andere Bekannte gerne aushelfen, wenn man es selbst vorübergehend nicht schafft, mit dem Tier Gassi zu gehen.

Kommt das öfter vor, braucht man eine andere Lösung. Vielleicht ist jemand aus der Nachbarschaft bereit, regelmäßig bei der Versorgung des Tieres mitzuhelfen? Wenn man im direkten Umfeld nicht fündig wird, kann man auch eine Suchanzeige am schwarzen Brett des Supermarkts oder anderer Läden um die Ecke aufhängen. Manchmal finden sich dort auch Anzeigen von Jugendlichen, die sich als Tiersitter anbieten. Eine Annonce in der Zeitung ist dagegen weniger zu empfehlen, weil die jungen Leute alles im Internet erledigen.

Manchmal kann man sich aber auch krankheitsbedingt längere Zeit nicht um den tierischen Mitbewohner kümmern. Wenn niemand den kleinen Liebling in Pflege nehmen kann, kann man ihn auch vorübergehend in einer Tierpension unterbringen. Das ist allerdings nicht ganz billig. Passende Angebote findet man durch Empfehlungen von befreundeten Tierhaltern oder durch eine Internet-Suche mit den Suchworten "Tierpension" plus Name des Wohnorts. Manche Anbieter holen das Tier auch ab und bringen es hinterher wieder zurück nach Hause.

Text: Silke Becker, 29.04.2019
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