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Achtung: Trickbetrug in der Corona-Krise

An der Haustür oder per Telefon versuchen Betrüger, Senioren um ihr Geld zu bringen. Wie Sie neue Maschen erkennen – und sich verhalten sollen, wenn Sie Opfer geworden sind.

von Raphaela Birkelbach, aktualisiert am 08.04.2020
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Auch Betrüger nutzen die Corona-Krise.


Die Polizei warnt: Die große Verunsicherung von Senioren in der Coronakrise nutzen Betrüger schamlos aus. Das sind einige ihrer Tricks:

  • Enkeltrick: Die Betrüger rufen an und geben sich am Telefon als Enkel aus, der unter Quarantäne steht und dringend Geld für Medikamente braucht.
  • Gesundheitsamt: Sie stellen sich an der Haustür als Mitarbeiter des Gesundheitsamts vor und wollen angeblich einen Corona-Test machen. Manchmal treten sie sogar im Schutzanzug auf.
  • Nachbarschaftshilfe: Die Betrüger bieten scheinbar Hilfe beim Einkaufen an. Man solle dabei Geld und einen Einkaufszettel vor die Tür legen.

Kriminalrat Arno Helfrich, Leiter Prävention und Opferschutz im Polizeipräsidium München, empfiehlt:

  • Lassen Sie fremde Personen grundsätzlich nicht in die Wohnung – egal wie freundlich und hilfsbereit diese erscheinen mögen.
  • Legen Sie einfach auf, wenn jemand Sie am Telefon bedrängt oder belästigt.
  • Melden Sie solche Vorfälle stets der Polizei. Helfrich: "Wir müssen darüber Bescheid wissen, um die Trickbetrüger zu erwischen."

Auch in Ihrem E-Mail-Postfach ist Vorsicht geboten, wenn Sie vermeintliche E-Mails von Ihrer Bank bekommen. Hier informiert die Verbraucherzentrale über einen neuen Trick von Internetbetrügern.

Sind Sie Opfer eines Betrugs geworden?

  • Machen Sie sich keine Vorwürfe. Sie trifft keine Schuld – schämen müssen sich die Täter! Sehr viele Menschen werden Opfer von Betrügern. Außerdem gehen Banden oft auch psychologisch sehr geschickt vor. 
  • Sprechen Sie darüber. Suchen Sie sich eine einfühlsame Vertrauensperson. Wenn Sie jemand belehrt ("Wie konntest du nur so dumm sein"), sagen Sie, dass diese Worte für Sie alles nur noch schlimmer machen. Sie merken, dass Sie Albträume entwickeln oder sich nicht mehr aus dem Haus trauen? Sprechen Sie mit Profis. Sonst nehmen Leib und Seele Schaden.
  • Erstatten Sie Anzeige. Wenn Sie den Betrug melden, kann die Polizei besser einschätzen, wo und wie die Täter aktiv sind. Nach Hinweisen können die Polizisten etwa im Lokalradio darauf aufmerksam machen oder öfter Streife fahren und die Täter im besten Fall überführen. Mit Ihrer Anzeige helfen Sie mit, andere Menschen zu warnen und zu schützen!
  • Wenden Sie sich an die Opferhilfe. Hilfe gibt es bei Beratungsstellen der Polizei und dem Verein "Weißer Ring". Der Verein hilft, das Erlebte aufzuarbeiten und vermittelt Kontakte zu Psychologen oder Trauma-Experten. Außerdem kann er bei Hilfebedürftigkeit finanziell aushelfen oder in speziellen Fällen auch die Kosten für die Erstberatung beim Anwalt übernehmen.
  • Beugen Sie vor. Vieles kann dabei helfen, sich wieder sicher zu fühlen. So bietet die Polizei Beratungen zum Einbruchschutz an. Ein Kastenriegelschloss und eine Schließkette an der Tür helfen – auch psychologisch. Wer seinem Besuch nur ­einen Türspalt öffnet, denkt eher darüber nach, was das Gegenüber eigentlich will.

Hier finden Sie Hilfe:

Tipps für ehrenamtliche Helfer

Toll, dass Sie in dieser schwierigen Zeit helfen wollen! Gehen Sie aber nicht zu unbedarft vor. Sonst bieten Sie Trickbetrügern schnell eine Steilvorlage, warnt Kriminalrat Arno Helfrich, Leiter der Abteilung Prävention und Opferschutz im Polizeipräsidium München. "Im vermeintlichen Namen von ehrenamtlichen Helfern und gemeinnützigen Institutionen erschleichen sich derzeit Kriminelle das Vertrauen hilfebedürftiger Senioren."

 

  • Bieten Sie Ihre Hilfe im unmittelbaren Umfeld an. Da kennen Sie die Menschen persönlich. Sprechen Sie mit Ihrer Familie darüber, wer wie in der Verwandtschaft vor Ort helfen kann. "Jeder kann auch im Treppenhaus des Mietshauses, in dem er lebt, einen Zettel aushängen und auf sein Hilfsangebot hinweisen."
  • Lassen Sie Hilfesuchende auf sich zukommen. Werfen Sie Ihr Angebot den Nachbarn in Ihrer Straße in den Briefkasten – wenn Sie z.B. im eher ländlichen Raum in einem Einfamilienhaus wohnen. Beschreiben Sie in dieser Notiz, wie Sie helfen könnten und teilen Sie Ihren Namen und Ihre Adresse mit. So haben Nachbarn, die Sie kennen, die Möglichkeit, auf Sie zuzukommen – und nicht umgekehrt!
  • Benutzen Sie keine Vordrucke aus dem Internet. Auch dann nicht, wenn diese sich auf eine seriöse Einrichtung, eine bekannte Zeitschrift oder einen Prominenten berufen. Die Vorlage kann gefälscht sein. Selbst wenn sie in lauterer Absicht erstellt wurde, so der Münchner Experte für Trickbetrug, "die können Kriminelle auch ausdrucken und für Ihre Täuschungsmanöver benutzen."

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