Auf sich achten

Selbsttest: Was macht die häusliche Pflege mit mir?

Wer pflegt, steht meist unter großem Stress. Testen Sie, wie hoch Ihre Belastung tatsächlich ist und ob Sie sich Hilfe holen sollten

Wie hoch ist Ihr persönliches Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen? Das können Sie in einem einfachen Selbsttest herausfinden. Zehn Fragen helfen dabei, die eigene Belastung zu erkennen und welche gesundheitlichen Folgen damit verbunden sein können.

Datenschutz: Dieser Test erfolgt komplett anonym – es werden keine Daten erhoben, gespeichert oder an Dritte weitergegeben.

Entwickelt haben den Test Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen vom Zentrum für Medizinische Versorgungsforschung der psychiatrischen Universitätsklinik Erlangen: Seit über 25 Jahren forscht Prof. Dr. Elmar Gräßel zur subjektiven Belastung pflegender Angehöriger. In seiner jetzigen Form hat Gräßel den Test zusammen mit Dr. Anna Pendergrass weiterentwickelt.

Der einfache Test funktioniert wie eine Ampel: "Ich kann schnell sehen, ob ich mich im grünen Bereich befinde und mit der häuslichen Pflege zur Zeit gut zurechtkomme, oder ob ich vielleicht mehr Hilfe in Anspruch nehmen muss, damit es mir dabei gut geht", erklärt Pendergrass. Wer sich im gelben Bereich befindet, ist schon etwas angeschlagen. Im roten Bereich wird es kritisch: Die Personen hat ein hohes Risiko, mehr körperliche Beschwerden zu haben und ein hohes Risiko, depressiv zu sein. "Mit dem Test  wollen wir pflegenden Angehörigen einen Anstoß geben, sich Hilfe zu holen. Sie leisten jeden Tag unheimlich viel und vergessen dabei leider zu oft an sich selbst zu denken", sagt die Wissenschaftlerin. Spätestens wenn das Testergebnis Alarm schlägt, sollten die Pflegenden aktiv werden: Der Hausarzt und/oder die Beratungsstellen für pflegende Angehörige sind dann genau die Stellen, an die sich die  Angehörigen wenden sollten, um  den Ursachen einer Überlastung auf den Grund zu gehen und Abhilfe einzuleiten. "Erst der Test und dann zum Arzt oder zur Beratung: Das wäre die ideale Vorgehensweise", bekräftigt Mediziner Gräßel.

Im Gegensatz zu vielen anderen Tests nutzt dieser Fragebogen ein erprobtes wissenschaftliches Verfahren. Die Forscher nahmen an Gesprächskreisen für pflegende Angehörige teil und konnten darin Muster erkennen. Diese wurden mit dem weltweiten Forschungsstand zu dem Thema abgeglichen. Aus den Informationen beider Quellen entwickelten sie über mehrere Jahre die Häusliche-Pflege-Skala (HP-Skala). Der Test wurde mittlerweile in über 20 Sprachen übersetzt – von Türkisch bis Polnisch. Wöchentlich bekommen die Forscher weitere Anfragen aus aller Welt mit der Bitte, den Test auch in anderen Ländern nutzen zu dürfen. Auf www.caregiver-burden.eu ist er in einer kurzen und langen Version kostenlos verfügbar.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält allgemeine Hinweise. Er kann einen Arztbesuch oder eine individuelle Beratung nicht ersetzen.

Text: Orla Finegan, 10.07.2019
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