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Bitte nichts wegwerfen: Tipps für die Resteverwertung

Schale, Strunk und Blätter landen beim Kochen oft in der Tonne. Dabei sind sie zu gut dafür! Tipps für die ideale Resteverwertung – von Gewürz bis Mulch.

von Heidi Loidl, 27.04.2020
Rote Beete: Blätter nicht wegwerfen

Rote Bete

Die tiefroten Knollen schmecken mit Birne als Rohkost, mit Apfel als Suppe, gegart und süßsauer eingelegt oder in einem Ofengemüse-Mix.

... und die Blätter?

Weil das Laub den geernteten Knollen Wasser entzieht, werden diese heute meist ohne angeboten. Schade. "Das Grün 
enthält bis zu sieben Mal mehr Kalzium und auch 
mehr Vitamin A und C", weiß Christine Scherer von der Bayerischen Gartenakademie. Junge Blätter roh in den Salat geben, kräftigere dünsten. "Aber nur gesunde Blätter nehmen! Solche mit braunen, eingesunkenen Flecken müssen weg." Bitte nur Bioware oder selbst Gezogenes verwenden.

Lauch

Die zarten weißen und hellgrünen Teile sind lecker als Suppe, in Schinken gewickelt und gebacken, in der Quiche oder als Belag für Flammkuchen. 

... und die grünen Teile?

Bitte nicht wegwerfen! Sie schmecken kräftiger, und mit dem Grün kommt auch Betacarotin auf den Teller. Wie 
die helleren Teile verwenden, sie brauchen aber länger, bis sie gar sind. Oder sehr fein hacken und roh zum Würzen verwenden. Faserige, holzige Teile taugen immer noch zum Auskochen, also für Brühe.

Rhabarber

Rhabarberkompott mit Vanillesoße, Rhabarber- Quark-Kuchen: Essen Sie Rhabarberstiele -immer mit Milchprodukten. Ihr Kalzium bremst 
die Aufnahme der Oxalsäure von Rhabarber.

… und die Blätter?

Sind ungenießbar! Sie enthalten ein Vielfaches an Oxal-säure, was Harnsteine begünstigen 
und die Verwertung von Kalzium, Magnesium 
und Eisen beeinträchtigen kann. Freizeitgärtnern rät Christine Scherer, die Blätter als Mulch 
auszubringen: "Das schützt die Beete vor Verdunstung, spart Wasser und düngt den Boden."

Hokkaido-Kürbis

Beliebt wegen seiner handlichen Größe und der essbaren Schale. Das Fleisch mundet als Suppe, im Risotto, mit Kartoffeln im Gratin, mit Apfel als Rohkost oder süß-sauer eingelegt.

... und die Kerne?

Sind essbar! Größere Kerne mit einem Löffel herauslösen, anhaftendes Fleisch abrubbeln und abspülen. Auf einem Backblech bei 180 °C etwa 15 bis 20 Minuten im Ofen trocknen, zwischendurch wenden, abkühlen lassen und als Snack einzeln auf-knacken. Oder an Vögel verfüttern? Iris Barthel vom NABU Bundesverband rät ab: "In freier Natur würden Vögel wegen der harten Kürbisschale auch nicht an die Kerne kommen."

Orangen

Lecker im Obstsalat, in Fenchel- oder Kohlrabi- Rohkost, zu Blatt-salaten. Filetieren muss nicht sein – die Trennhäute enthalten gesunde Ballaststoffe.

... und die Schale?

Kann man abreiben und zum Würzen nutzen. "Aber nur von Bio-Früchten", rät Dr. Bernhard Trierweiler vom Max-Rubner-Institut in Karlsruhe. "Nur diese dürfen nicht mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln behandelt, die Schale weder konserviert noch künstlich gewachst werden."

Brokkoli

Seine Röschen schmecken als Suppe, Auflauf und im Gemüse-Curry oder zieren Gemüseplatten. Blanchieren erhält die hübsche grüne Farbe.

... und der Strunk?

"Den kann man mitessen", so Bernhard Trierweiler. Er liefert Vitamin C und K, Betacarotin, Folsäure und Magnesium und kann es mit den Röschen aufnehmen. Die harte Rinde mit dem Messer abziehen, "Strunk kreuzweise einschneiden oder in Scheiben teilen, dann gart er so schnell wie die Röschen." Lecker auch die Blätter!

Wassermelone

Das fruchtige wasserreiche rote Fleisch ist ein idealer Durstlöscher im Sommer – auch als Zutat in alkoholfreien Drinks. Oder mit Mozzarella und Basilikum die süße Abwandlung des italienischen Insalata Caprese.

... und das weiße Fruchtfleisch?

Hat nicht ganz so viel Aroma, enthält aber "viel Wertvolles wie die Vitamine C und B6", weiß Susanne Moritz von der Verbraucherzentrale Bayern, "und schmeckt klein gewürfelt im Salat, püriert im Smoothie oder süßsauer eingekocht." In Rumänien macht man Marmelade daraus. Die grüne Schale muss aber ab!


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