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Engagiert im Verein: Plötzlich Kassenwart

Eigentlich hat niemand Lust, Kassenwart zu sein. Am Ende lässt sich einer überreden. Was bedeutet der Job?

von Silke Becker, 12.04.2019
Clubraum mit Dartscheibe

Kann jemand gegen seinen Willen Kassenwart werden?

Nein, das geht nicht. Der Kassenwart muss mit seiner Funktion immer einverstanden sein.

Wer kann Kassenwart werden?

Grundsätzlich kann jedes Vereinsmitglied Kassenwart werden. In der Regel ist er aber Mitglied des Vorstands.

Welche Aufgabe hat der Kassenwart?

Der Kassenwart verwaltet die ­Finanzen des Vereins und kann etwa Mitgliedsbeiträge einziehen oder Rechnungen bezahlen. Dabei hat er eine sogenannte Buchführungspflicht. Er muss also alle Einnahmen und Ausgaben des Vereins aufzeichnen und die entsprechenden Belege sammeln und aufbewahren.

In welcher Form muss diese Aufzeichnung geschehen?

Das Gesetz schreibt nur vor, dass die Buchführung schriftlich und übersichtlich sein muss. Man darf die Aufzeichnungen also auch handschriftlich machen. Bei großen Vereinen mit vielen Mitgliedern ist ein Computer erfahrungsgemäß aber sehr hilfreich. Wichtig ist außerdem, dass man den aktuellen Stand der Einnahmen und Ausgaben leicht erkennen kann, damit man jederzeit den Überblick über die aktuelle Finanzsituation des Vereins hat.

Muss der Kassenwart zu Beginn des Jahres einen Wirtschaftsplan aufstellen?

Ein Wirtschaftsplan, also die Planung der Finanzen für das kommende Jahr, ist keine gesetzliche Pflicht. Der Kassenwart muss das nur machen, wenn die Satzung des Vereins dies ausdrücklich vorschreibt.

Wie informiert der Kassenwart die Vereinsmitglieder?

Auf der jährlichen Mitgliederversammlung legt der Kassenwart den Mitgliedern einen sogenannten Kassenbericht vor. Er erklärt also, wie hoch die Einnahmen und die Ausgaben im vergangenen Jahr waren, woher das Geld kam und wofür es verwendet worden ist. Das kann auch mündlich geschehen, wenn in der Satzung des Vereins nicht ausdrücklich etwas anderes gefordert ist. Dann wird der Kassenprüfer gefragt, ob die Bücher in Ordnung sind. Anschließend stimmen die anwesenden Mitglieder da­rüber ab, ob der Kassenwart entlastet werden soll. Dafür genügt eine einfache Mehrheit.

Wer kontrolliert den Kassenwart?

Dafür ist der Kassenprüfer zuständig, der von den Mitgliedern gewählt wird. Der Kassenwart ist verpflichtet, dem Prüfer alle Unterlagen einmal pro Jahr zur Kontrolle vorzulegen.

Was bedeutet Entlastung?

Bis zu seiner Entlastung ist der Kassenwart dafür verantwortlich, dass alles korrekt läuft, beispielsweise wenn er für den Verein ­etwas einkauft oder einen Handwerker bezahlt. Nach der Entlastung gelten sämtliche Einnahmen und Ausgaben, die er dem Prüfer vorgelegt hat, als genehmigt. Sind alle Zahlungen korrekt erfasst, hat der Kassenwart also nichts zu befürchten. Mit der Entlastung sind auch eventuelle Fehler vom Tisch, beispielsweise wenn er versehentlich den falschen Winterdienst beauftragt hat. Stellt sich allerdings im Nachhinein heraus, dass der Kassenwart belogen und betrogen hat, kann der Verein ihn auch nach der Entlastung noch zur Verantwortung ziehen. Bekommt der Kassenwart Geld für seine Tätigkeit? Grundsätzlich handelt es sich um ein Ehrenamt. ­Allerdings zahlen manche Vereine eine Aufwandsentschädigung. Entstehen ihm allerdings Kosten, beispielsweise für Kopien oder ein Computerprogramm, werden diese erstattet.

Fachliche Beratung: Dr. Thomas Summerer, Anwalt aus München


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