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Notfallkarte für pflegende Angehörige

Wer kümmert sich um meinen Angehörigen, wenn ich einen Unfall habe? Wie Sie sich auf Notfälle vorbereiten können – und was dringend in Ihr Portemonnaie sollte.

von Elsbeth Bräuer , 05.06.2020
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Der Notfallausweis stellt sicher, dass Ihr Angehöriger versorgt werden kann.


Für viele Angehörige ist es eine Horrorvorstellung: Man will nur kurz in die Apotheke oder zum Einkaufen gehen, und plötzlich fährt einen ein Auto an. Wer kümmt sich dann zuhause um den kranken Angehörigen?

Notfallkarte für pflegende Angehörige

Stecken Sie deshalb eine Notfallkarte in Ihr Portemonnaie: Darauf steht, dass Sie einen Angehörigen pflegen und wer im Notfall informiert werden soll (Schwester, guter Freund, Nachbarin). Wenn Ihnen etwas zustößt, wissen Rettungskräfte Bescheid und können die Kontaktperson informieren.

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Am besten heften Sie die Notfallkarte z.B. mit einem Stück Klebeband an den Personalausweis und die Versichertenkarte – so werden Ersthelfer oder Notfallkräfte schnell darauf aufmerksam.

Kontaktperson vorbereiten

Suchen Sie eine Person im Freundes- oder Bekanntenkreis aus, die telefonisch meist gut zu erreichen ist. Bitten Sie sie um Erlaubnis, ihren Namen und ihre Telefonnummer anzugeben.

Idealerweise ist es jemand, der sich zutraut, die Pflege kurzzeitig zu übernehmen. Es kann aber auch jemand sein, der im Notfall Hilfe organisiert, etwa einen Pflegedienst informiert oder den Kliniksozialdienst. Auch eine zweite Person sollte Bescheid wissen, was im Notfall zu tun ist.

Legen Sie eine kleine Liste an, die Ihren Pflege-Alltag zusammenfasst: Wann wird gefrühstückt? Welche Medikamente müssen wann gegeben werden? Wie lautet die Telefonnummer des Pflegedienstes und wo liegen wichtige Dokumente?

So helfen Sie Freunden oder Nachbarn, die einspringen

  • Pflege-Alltag dokumentieren (Aufbewahrungsort und Dosierung von Medikamenten, wichtige Termine wie Therapien, Unverträglichkeiten, Nutzung von Hilfsmitteln, Besonderheiten)
  • Nummern von Hausarzt, Pflegedienst, Kurzzeitpflege-Einrichtung, Fachärzten
  • Informationen zu Medikamenten, Vorerkrankungen – etwa Arztbriefe oder den Informationsbogen für die Aufnahme von demenzkranken Menschen ins Krankenhaus
  • Dokumente: Krankenversicherungskarte, Patientenverfügung, Vollmacht / Betreuungsverfügung, Bescheid über den Pflegegrad, Schwerbehindertenausweis
  • Vorräte anlegen: Medikamente, Inkontinenzmaterial, Essen vorkochen

Notfall-Netzwerk

Es gibt viele Institutionen, die im Notfall helfen können. Etwa Pflegedienste, der sozialpsychiatrische Dienst oder eine Pflegeeinrichtung, in der Ihr Angehöriger kurzzeitig betreut werden kann. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Hilfsangebote und versuchen Sie, schon vor einem Notfall mit diesen ins Gespräch zu kommen. Vielleicht lohnt es sich etwa, Ihren Angehörigen einmal für eine Kurzzeitpflege anzumelden. Von Ihrer Pflegekasse bekommen Sie eine Liste mit Anbietern, auch eine Online-Suche kann weiterhelfen (z.B. bei "Pflegelotse", "Pflege-Navigator" oder "Pflegeberatung").

Budget übriglassen

Von der Pflegekasse stehen Ihnen verschiedene Geld-Töpfe zur Verfügung, mit denen Sie eine Betreuung Ihres Angehörigen während einer Auszeit bezahlen können. Lassen Sie, falls möglich, immer etwas Budget für den Notfall übrig – falls Sie etwa Ende des Jahres überraschend ins Krankenhaus müssen.

Hilfe für die pflegebedürftige Person zuhause: Hausnotruf

Bei einem Hausnotruf kann die pflegebedürftige Person über einen Alarmknopf selbst Hilfe rufen. Die Geräte gibt es in allen möglichen Varianten: als Knopf am Bett, am Handgelenk tragbar oder als Halskette. Manche Hausnotrufe funktionieren über Sprachsteuerung. Das eignet sich etwa für Menschen, die nicht mehr die Hände bewegen können.

Bei manchen Anbietern wird man automatisch mit der Hausnotruf-Zentrale verbunden. Bei anderen werden automatisch Angehörige angerufen – gehen diese nicht ans Telefon, wird an die Zentrale weitergeleitet. Es gibt auch die Möglichkeit, dass ein Bereitschaftsdienst vorbeikommt, dem man vorher den Schlüssel übergeben hat.

Angebote gibt es von gemeinnützigen Anbietern und privaten Verbänden – doch nicht alle sind gleich gut. Bei einer Überprüfung der Stiftung Warentest schnitten das Deutsche Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst und die Johanniter Unfall-Hilfe am besten ab. Die Pflegekasse übernimmt in der Regel die Kosten für das Basis-Paket. Leistungen wie Schlüssel-Hinterlegen kosten extra.

Achtung: Bei Demenz sind solche Notrufe oft nicht hilfreich, weil die Person den Notruf nicht mehr bedienen kann.

Oft hilfreich bei Notfällen in den eigenen vier Wänden: eine Notfalldose, die man in der Kühlschranktür aufbewahrt. Darin finden sich wichtige Informationen für Ersthelfer – etwa die Arzneiliste oder ein Merkblatt mit Vorerkrankungen und Hilfsmitteln. Die Notfalldose kostet ca. 5 Euro und ist über Apotheken erhältlich.


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