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Professionelle Pflege – was bedeutet das eigentlich?

Pflege ist eine hochqualifizierte Arbeit. Wer in diesem Bereich tätig sein möchte, muss den Beruf zuerst erlernen. Ein Überblick über die verschiedenen pflegerischen und pädagogischen Berufszweige:

von Miriam Hoffmeyer, 13.05.2020

Was macht eigentlich... ein/e Krankenpfleger/-in

  • Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
    Bei Herrn X muss der Verband gewechselt werden, Frau Y braucht schleunigst ihre Infusion und Herr Z läutet, weil er es nicht allein ins Bad schafft. In deutschen Krankenhäusern und Kliniken haben die Pfleger im Schnitt 13 Patienten auf einmal zu betreuen. Entsprechend hektisch ist der Alltag auf den Stationen: Kaum sind die Patienten mit dem Nötigsten versorgt, ist es schon wieder Zeit für die ärztliche Visite oder die Essensverteilung. Ihre Arbeit und ihre Beobachtungen des Krankheitsverlaufs dokumentieren die Krankenpfleger in der Patientenakte. Zwischendurch geben sie Angehörigen Auskunft – und versuchen, auch mal ein etwas längeres Gespräch mit einzelnen Patienten zu führen. Denn auch menschliche Zuwendung trägt zum Heilungsprozess bei.
  • Welche Ausbildung braucht man?
    Krankenpfleger haben eine dreijährige Ausbildung an der Berufsfachschule absolviert, in der sich theoretischer Unterricht und Praxisphasen abwechseln und die mit einer staatlichen Prüfung abschließt. Anfang 2020 wurden die zuvor getrennten Ausbildungen von Krankenpflegern, Altenpflegern und Kinderkrankenpflegern zu einer einzigen gebündelt. Wer diese neue generalistische Ausbildung absolviert, kann in allen drei Bereichen arbeiten. Die neue Berufsbezeichnung lautet "Pflegefachfrau/Pflegefachmann".
  • Welche Fähigkeiten muss man haben?
    Verantwortungsbewusstsein und Sorgfalt, Einfühlsamkeit und Kommunikationstalent sind für alle Berufe in der Pflege unverzichtbare Eigenschaften. Pflegefachfrauen und – männer brauchen außerdem medizinisches Interesse, eine schnelle Auffassungsgabe und geschickte Hände. Die häufige Schicht- und Wochenendarbeit erfordert eine hohe körperliche Belastbarkeit. Da sie oft mit schweren Schicksalen konfrontiert sind, müssen Krankenpfleger auch psychisch stabil sein.
  • Was verdient man?
    3.405 Euro*

... ein/e Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/-in

  • Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
    Gesundheits- und Krankenpflegehelfer sind sozusagen die "rechte Hand" der Pflegefachfrauen und -männer und erledigen zum Teil dieselben Aufgaben. Der Schwerpunkt liegt aber auf Tätigkeiten, die nicht unmittelbar medizinisch sind. So lagern Krankenpflegehelfer beispielsweise Patienten um, helfen ihnen bei der Körperpflege und begleiten sie zu Untersuchungen und Behandlungen. Außerdem reinigen sie Instrumente, verteilen Essen, räumen die Krankenzimmer auf und richten Betten. Auch die Kontrolle von Blutdruck, Puls und Temperatur gehört zu ihren Aufgaben. Und natürlich können die Helfer Patienten ebenso gut trösten und aufmuntern wie Fachkräfte.
  • Welche Ausbildung braucht man?
    Je nach Bundesland dauert die Ausbildung mit staatlichem Abschluss ein bis zwei Jahre. Die Grundkenntnisse werden an der Berufsfachschule vermittelt, hinzu kommen Praktika in Krankenhäusern und Altenheimen.
  • Welche Fähigkeiten muss man haben?
    Krankenpflegehelfer müssen ähnliche Eigenschaften mitbringen wie die Fachkräfte, denen sie assistieren: Einfühlsamkeit, Freundlichkeit und Teamfähigkeit, kombiniert mit großer Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit – und einer robusten Konstitution. Denn auch die Helfer stehen unter Stress und Zeitdruck, müssen Nachtwachen halten und oft am Wochenende arbeiten.
  • Was verdient man?
    2591 Euro*

... ein/e Intensivpfleger/-in

  • Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
    Bilder von Intensivstationen mit bewegungslosen Patienten an Beatmungsgeräten sind in diesen Zeiten häufig zu sehen: Selten stand die Arbeit von Intensivpflegern so im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses wie jetzt. Die spezialisierten Krankenpfleger kümmern sich um diejenigen Patienten, die eine Rund-um-die-Uhr-Überwachung brauchen, weil sie akut lebensbedrohlich erkrankt sind oder eine große Operation hinter sich haben. Piepsende und blinkende technische Apparate registrieren selbst kleinste Veränderungen und schlagen bei Gefahr Alarm. Während der Tagschicht betreut ein Intensivpfleger im Schnitt 2,5 Patienten, ab dem kommenden Jahr sollen es laut Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums nur noch zwei sein.
  • Welche Ausbildung braucht man?
    Die zweijährige berufsbegleitende Weiterbildung richtet sich an ausgebildete Krankenpfleger. Zu den Inhalten gehört unter anderem Wissen über Beatmung, Krankheitslehre, Gerätekunde und Notfallmanagement.
  • Welche Fähigkeiten muss man haben?
    Auf der Intensivstation kann jede Minute etwas Unvorhergesehenes passieren. Intensivpfleger müssen einen kühlen Kopf behalten und sofort das Richtige tun – auch in der Nachtschicht, wenn sie müde sind. Dafür sind große Belastbarkeit und viel Verantwortungsbewusstsein notwendig.
  • Was verdient man?
    3740 Euro*

... ein/e OP-Pfleger/-in 

  • Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
    "Schere, Tupfer!" – keine Krankenhausserie kommt ohne diesen Ruf aus. Tatsächlich ist es Aufgabe der OP-Pfleger, den Ärzten während des Eingriffs die notwendigen Instrumente und Materialien anzureichen. Sie erleben ihre Patienten aber nicht nur in betäubtem Zustand, denn sie bereiten sie im Vorraum zum Operationssaal auch auf den Eingriff vor und versuchen, ihnen die Angst zu nehmen. OP-Pfleger sind außerdem für die Sterilisierung der Instrumente und für die Pflege und Wartung der empfindlichen endoskopischen Geräte zuständig.
  • Welche Ausbildung braucht man?
    Es gibt zwei Wege in den Beruf: Die meisten OP-Pfleger sind ausgebildete Krankenpfleger, die eine berufsbegleitende Fachweiterbildung absolviert haben. Man kann an Berufsfachschulen auch direkt eine Ausbildung zum Operationstechnischen Assistenten (OTA) machen. Damit darf man ausschließlich im OP arbeiten, während OP-Pfleger auch wieder auf eine Station wechseln können.
  • Welche Fähigkeiten muss man haben?
    Wer Verantwortungsbewusstsein und Einfühlungsvermögen mit technischem Interesse verbindet, hat gute Voraussetzungen. Darüber hinaus brauchen OP-Pfleger Geistesgegenwart und Nervenstärke, um beim Auftreten von Komplikationen blitzschnell reagieren zu können.
  • Was verdient man?
    3740 Euro*

... ein/e Wundmanager/-in 

  • Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
    In Deutschland leben etwa vier Millionen Menschen mit chronischen Wunden, die beispielsweise durch Druckbelastung (Dekubitus) oder Diabetes entstehen. Wundmanager in Krankenhäusern und Altenheimen sind darauf spezialisiert, durch Prophylaxe die Bildung von Wunden zu verhindern und akute und chronische Wunden gut zu versorgen. In Absprache mit den Ärzten entwickeln sie ein Behandlungskonzept, reinigen und verbinden die Wunde und kontrollieren den Heilungsverlauf. Außerdem beraten sie Patienten und deren Angehörige zum Thema Vorbeugung und Wundpflege.
  • Welche Ausbildung braucht man?
    Lehrgänge in Wundmanagement, die in der Regel etwa 40 Unterrichtsstunden umfassen, gibt es bei verschiedenen Anbietern. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt, die Teilnehmer erhalten ein Zertifikat. Die Fortbildung richtet sich vor allem an Pflege-Fachkräfte, aber auch an Menschen, die eine Ausbildung in einem anderem Gesundheitsberuf absolviert haben.
  • Welche Fähigkeiten muss man haben?
    Chronische Wunden sind für Patienten äußerst belastend. Neben den nötigen Fachkenntnissen brauchen Wundmanager Sensibilität und eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit, um sich auf die Bedürfnisse der Patienten einzustellen und sie gut zu beraten.
  • Was verdient man?
    Seltener Beruf, keine Angabe*

... ein/e Altenpfleger/-in

  • Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
    Die Arbeit von Altenpflegern ist eng getaktet. So haben sie oft nur zehn Minuten Zeit, um einen pflegebedürftigen alten Menschen morgens für den Tag herzurichten: Inkontinenzwäsche wechseln, waschen, anziehen, in den Rollstuhl setzen – weiter geht es zum nächsten Patienten. In der ambulanten Altenpflege sorgt die knappe Zeit, die für Fahrten zwischen den Wohnungen der Pflegebedürftigen eingeplant ist, für zusätzlichen Stress. Aber natürlich gehört weit mehr zu dem Beruf, als die betreuten Menschen in Schichtarbeit "satt und sauber" zu halten: Gespräche führen und Feste gestalten zum Beispiel, Angehörige beraten, Pflegepläne erstellen. Altenpfleger sind auch für die medizinische Versorgung unentbehrlich: Sie messen beispielsweise Puls, Blutdruck und Blutzuckerspiegel und verabreichen Medikamente nach ärztlicher Verordnung.
  • Welche Ausbildung braucht man?
    Altenpfleger haben eine dreijährige Ausbildung an einer Berufsfachschule absolviert, in der der Praxisanteil etwas größer ist als der Theorie-Anteil. Sie ist in der neuen generalistischen Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann aufgegangen, die in diesem Jahr eingeführt wurde. Den staatlich anerkannten Abschluss "Altenpfleger/-in" können die Auszubildenden aber auch weiterhin erwerben, wenn sie sich im dritten Lehrjahr auf die Pflege alter Menschen spezialisieren.
  • Welche Fähigkeiten muss man haben?
    Altenpfleger müssen nicht nur körperlich, sondern auch psychisch sehr belastbar sein - denn sie begleiten Menschen nicht nur in deren letzten Lebensjahren, sondern auch beim Sterben. Auch auf schwierige Patienten, etwa Menschen mit Demenz, müssen sie sensibel eingehen können. Wie in allen Pflegeberufen ist ein hohes Verantwortungsbewusstsein gefordert, Gewissenhaftigkeit und Freude am Umgang mit Menschen.
  • Was verdient man?
    2879 Euro*

... ein/e Betreuungskraft

  • Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
    Gemeinsames Singen, Basteln, Gymnastik oder mal ein Ausflug – ohne solche Angebote wäre der Alltag in Alten- und Pflegeheimen sehr viel eintöniger. Betreuungskräfte, auch "Alltagsbegleiter" genannt, lassen sich einiges einfallen, damit die Bewohner aktiv werden und sich wohlfühlen. Sie haben auch eher mal Zeit für ein längeres gutes Gespräch als die Altenpfleger, die stärker unter Stress stehen. Senioren, die noch zu Hause leben, können sich ebenfalls von Betreuungskräften unterstützen lassen. Diese übernehmen kleinere Besorgungen und Haushaltstätigkeiten, können aber Pflegefachkräfte nicht ersetzen.
  • Welche Ausbildung braucht man?
    Die Ausbildung wird von unterschiedlichen Bildungseinrichtungen angeboten und besteht aus zwei Wochen Orientierungspraktikum und 160 Stunden theoretischem Unterricht. Vermittelt werden unter anderem Basiskenntnisse über Pflege und über typische Alterskrankheiten wie Demenz.
  • Welche Fähigkeiten muss man haben?
    Betreuungskräfte müssen Menschen motivieren können. Ideal ist, wenn sie neben Empathie und Kommunikationsfähigkeit auch musikalisches oder gestalterisches Talent mitbringen. Damit sie die professionelle Distanz zu den betreuten Menschen wahren können, müssen sie psychisch stabil sein.
  • Was verdient man?
    2537 Euro*

... ein/e Heilerziehungspfleger/-in

  • Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
    Helfen, aber nicht bevormunden. Selbstständigkeit stärken, ohne zu überfordern: Diese Balance zu halten ist das Wesen des Berufs. Heilerziehungspfleger begleiten Menschen aller Altersstufen mit geistigen, körperlichen oder seelischen Behinderungen, um deren persönliche Entwicklung zu fördern. Besonders in kleinen Wohngruppen hat der Alltag fast familiären Charakter: Die Heilerziehungspfleger unterstützen die Bewohner beim Kochen und Einkaufen ebenso wie beim Lernen und geben Anregungen zur Freizeitgestaltung. Andere mögliche Arbeitsorte sind Tagesstätten und Behindertenwerkstätten. Auch pflegerische Aufgaben gehören zu dem Beruf: Schwerbehinderten Menschen, die dabei Unterstützung benötigen, helfen Heilerziehungspfleger bei der Körperpflege und beim Anziehen.
  • Welche Ausbildung braucht man?
    Je nach Bundesland dauert die Ausbildung an der Berufsfachschule mit staatlicher Abschlussprüfung zwei bis drei Jahre. Voraussetzung ist – neben dem mittleren Bildungsabschluss – eine abgeschlossene andere Ausbildung oder mehrjährige einschlägige Berufserfahrung.
  • Welche Fähigkeiten muss man haben?
    Um erfolgreich Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, benötigt man Beobachtungsgenauigkeit, Geduld und viel pädagogisches Geschick. Heilerziehungspfleger müssen außerdem gut planen und organisieren können. Starke Nerven und Ausgeglichenheit helfen, mit Stimmungssschwankungen oder schwer nachvollziehbaren Verhaltensweisen der betreuten Menschen umzugehen.
  • Was verdient man?
    3361 Euro*

*Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Bruttoangaben, mittleres Entgelt (Medianwert), kein Durchschnittswert – inklusive Sonderzahlungen und Zuschläge für Nachtschichten sowie Sonn- und Feiertagsdienste. Die genaue Gehaltshöhe hängt nicht nur von Berufserfahrung und Region ab (am besten in Süddeutschland, am schlechtesten in Ostdeutschland), sondern auch vom Arbeitgeber: Kleinere private Einrichtungen zahlen in der Regel schlechter als große öffentliche.


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